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Corona: Airport Nürnberg droht wirtschaftliches Desaster

Weil die Passagierzahlen dramatisch einbrechen, hofft der Flughafen auf Geld vom Staat. - 06.11.2020 20:01 Uhr

Wenig los ist zurzeit am Flughafen Nürnberg. Was für die Anwohner angenehm ist, ist für das Unternehmen ein wirtschaftliches Problem.

06.11.2020 © Günter Distler, NN


Öffentlich besonders mitteilsam war Michael Hupe noch nie. In diesen Tagen aber bittet der Chef des Flughafen Nürnberg sogar um Verständnis, nicht einmal mehr für ein direktes Interview zur Verfügung zu stehen. Man möge die Fragen schriftlich einreichen.

Die Zeiten am Airport sind zu angespannt, als dass man nicht besser jedes Wort zuvor vorsichtig abwägt. Dabei wäre es schon interessant gewesen zu erfahren, ob Hupe eigentlich mit Ministerpräsident Markus Söder per Du ist (was er schriftlich einfach nicht beantwortet).

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Denn es ist so gut wie nichts los in den Abfertigungshallen, und das seit Monaten. Corona, natürlich. „Definitiv unter eine Million Passagiere“ werde man dieses Jahr zählen, schreibt Hupe. Wirtschaftlich ist das ein Desaster. Anlagen und Infrastruktur am Airport sind auf etwa vier Millionen Fluggäste ausgelegt.


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„Unsere finanziellen Reserven reichen weit in das nächste Jahr“, versichert Hupe. „Allerdings ist klar, dass die Situation mit Andauern der Krise und dem jetzigen zweiten Lockdown nicht einfacher wird.“

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Auf die rund 1000 Mitarbeiter am Airport Nürnberg kommt jetzt erst einmal ein Freiwilligenprogramm fürs Ausscheiden zu, das Hupe offiziell nicht einmal auf eine bestimmte Teilnehmerzahl begrenzen will. In Kurzarbeit sind zwei Drittel der Belegschaft ohnehin schon, befristete Verträge lässt das Unternehmen seit März auslaufen. Auch alle sonstigen Ausgaben hat der Airport-Chef auf das unvermeidliche Minimum heruntergefahren.

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Gut möglich also, dass schon bald Stadt und Freistaat gefordert sein werden, die Verluste des Airports aus Steuergeldern auszugleichen. Die Argumente legt sich Hupe bereits parat: „Der Flughafen Nürnberg ist ein Katalysator für die Wirtschaft der Metropolregion.“ So baue etwa Siemens seinen Campus „nicht von ungefähr“ zehn Autominuten vom Flughafen entfernt.

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