Neues Logistikzentrum geplant: Amazon wächst in Franken

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Gregor le Claire

Redaktion Politik und Wirtschaft

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7.2.2020, 18:05 Uhr
Amazon plant in Hof ein neues Logistikzentrum wie hier in Werne in Nordrhein-Westfalen.

© Bernd Thissen, NN Amazon plant in Hof ein neues Logistikzentrum wie hier in Werne in Nordrhein-Westfalen.

Zuerst hatte der Nordbayerische Kurier über die Entwicklung berichtet. Nimmt das Projekt die letzten vertraglichen Hürden, könnten um die 1000 neue Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region entstehen. "Wir kommentieren das im Moment nicht, weil wir uns grundsätzlich während laufender Prozesse nicht zu Investorendingen äußern“, will sich ein Sprecher der Stadt Hof allerdings noch nicht zu früh freuen.


So sieht das Amazon-Sortierzentrum bei Forchheim aus


Dennoch, die Pläne sind nach Insider-Informationen weit gediehen. Und sie würden in die Strategie des Online-Versandhändlers passen. Logistikzentren sind die wichtigste Stütze im Vertriebsnetz von Amazon. Mit Hof würde Amazon eine große Lücke zwischen den Logistikzentren in Graben bei Augsburg, Bad Hersfeld und Leipzig füllen. Viele Waren könnten damit in Nordbayern, Südthüringen und im Südwesten von Sachsen schneller zugestellt werden.

Zusätzlich baut das Unternehmen auch eine Reihe neuer Sortier- und Verteilzentren. Fünf dieser kleineren Komplexe mit um die 100 Arbeitsplätzen stehen aktuell in Bayern, darunter Nürnberg und Eggolsheim bei Forchheim. Für ein Verteilzentrum in Bayreuth rollen bereits die Bagger, in Pommersfelden soll ebenfalls eines entstehen.

Protest in Pommersfelden

Nicht überall bekommt Amazon für seinen Expansionskurs allerdings Applaus. In Pommersfelden etwa protestierten Einwohner gegen den Eingriff in die Landschaft. Zugleich ist das US-Unternehmen als Arbeitgeber nicht unumstritten. So stark, dass Amazon mittlerweile in Sorge um das eigene Image sogar Werbespots schaltet, in denen glückliche Mitarbeiter in die Kamera lächeln.

Die Gewerkschaft Verdi dagegen wirft Amazon seit Jahren vor, sich einer Tarifbindung zu verweigern, und prangert die Zustände gerade in den Logistikzentren an. Verdi-Einzelhandelsexperte Orhan Akman beklagt einen Alltag, der aus Arbeitshetze und extremem Druck bestehe. Regelmäßig unterstützt die Gewerkschaft Streiks an den Standorten.

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