Novartis konzentriert sich auf wenige starke Bereiche

30.1.2019, 16:23 Uhr
Innovative Medikamente und digitale Angebote sollen zum Wachstum des Schweizer Pharmakonzerns beitragen.

Innovative Medikamente und digitale Angebote sollen zum Wachstum des Schweizer Pharmakonzerns beitragen. © Keystone/dpa

Alcon, die bereits länger diskutierte Sparte für Augenchirurgie und Kontaktlinsen, soll abgespalten werden. Betroffen ist auch das Erlanger Unternehmen Wave Light, das zu Alcon gehört. Mit dem vergangenen Jahr zeigt sich Sidonie Golombowski-Daffner, Deutschlandchefin von Novartis, "zufrieden".

Nach einem leichten Rückgang im Vorjahr hat der Konzern seinen Umsatz zwischen Nordsee und den Alpen 2018 um 8,1 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro gesteigert - deutlicher als der Gesamtmarkt, der um 5,1 Prozent auf 36,6 Milliarden Euro gewachsen ist. Damit hält sich der Novartis-Konzern, zu dem auch Sandoz/Hexal und 1A Pharma gehören, unangefochten an der Spitze der Branche, vor Sanofi und Pfizer. Zum Plus beigetragen haben nicht zuletzt neue Mittel gegen Blutkrebs und schwere Migräne.

Unter dem Strich hat bei Novartis Deutschland auch der Personalstand zugelegt. An 14 Standorten arbeiten rund 9600 Mitarbeiter für den Konzern, rund 1000 davon in der Deutschland-Zentrale in Nürnberg. Diese Zahl wird aber nicht so bleiben: Die geplante Alcon-Abspaltung betrifft rund 2000 Beschäftigte, 300 davon bei der Alcon-Tochtergesellschaft Wave Light mit Sitz in Erlangen und Niederlassungen in Pressath und Teltow. 


Novartis: Neuer Konzernchef setzt auf Digitalisierung


Hintergrund der Abspaltung: Novartis will sich stärker auf wenige Bereiche konzentrieren. Als besonders zukunftsweisend gelten Zell- und Gentherapien, hier rechnet der Konzern mit bahnbrechenden Erfolgen. Das Engagement in diesem Bereich lässt sich der Pharmariese denn auch einiges kosten. Im vergangenen Jahr hat Novartis die mit rund 500 Mitarbeitern relativ kleine Gentechnik-Firma Avexis aus Illinois übernommen: für knapp neun Milliarden Dollar (7,87 Milliarden Euro).

Vier Blockbuster - Medikamente mit einem Umsatz über einer Milliarde Dollar - haben das Geschäft 2018 belebt. Der Umsatz im Gesamtkonzern wuchs um fünf Prozent, der Reingewinn schnellte - nicht zuletzt wegen eines milliardenschweren Verkaufs - um 64 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar nach oben. Für die Zukunft des Unternehmens mit weltweit rund 130.000 Beschäftigten gibt sich Vorstandsvorsitzender Narasimhan optimistisch. Allein 2019 habe der Konzern drei Blockbuster-Anwärter in der Produktpipeline.

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