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Sorgen vor Altersarmut: Ein Experte gibt Tipps für den Aktienhandel

Sparen, Immobilien, Altersvorsorge: Ein Experte erklärt die ersten Schritte - 05.05.2021 05:50 Uhr

Wird das Geld im Alter reichen? Viele junge Menschen stellen sich schon heute diese Frage.

18.02.2021 © Armin Weigel, NNZ


Laut der Metallrente-Jugendstudie aus dem Jahr 2019, einer gemeinsamen Erhebung vom Arbeitgeberverband und der IG Metall, haben zwei Drittel der jungen Menschen Angst davor, im Alter arm zu sein. Trotzdem spart nur rund die Hälfte der Befragten für die Zukunft.

Haus oder Aktien?

Ralf-Joachim Götz ist Chefvolkswirt bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Er weiß um die Sorgen der nachkommenden Generationen. "Man spricht vermehrt über Geld, das Thema Vorsorge ist oft präsent."

Und: Die Jungen werden dabei mutiger. Im Jahr 2020 sei die Zahl der Aktiensparer im Alter von 14 bis 29 Jahre bundesweit um annähernd 70 Prozent auf über 1,4 Millionen gestiegen. "Damit haben fast 600.000 junge Menschen mit dem Aktiensparen begonnen", sagt Götz. Dieser Gruppe sei bewusst, dass man auf dem Sparkonto "nichts mehr bekommt".

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Es gibt trotzdem Alternativen zu Aktien. "Nach einer Bürgerbefragung im Auftrag des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) sind die Favoriten der privaten Vorsorge in Bayern aktuell die selbstgenutzte Immobilie sowie die private Rentenversicherung", erklärt Götz.

Wichtige Regeln in Sachen Anlegen

Damit das Anlegen sicher gelingt, sollte man bestimmte Grundregeln beachten. "Vermögensaufbau ohne Vermögensabsicherung ist wie ein Haus ohne Dach", zitiert Götz den Gründer der DVAG, Reinfried Pohl. Deshalb sollte erstmal der bekannte Notgroschen beiseite gelegt sein für den Fall, dass beispielsweise die Waschmaschine kaputt geht.

"Dann stehen Fragen nach dem Versicherungsschutz an, etwa: Was passiert, wenn ich berufsunfähig werde? Wie bin ich im Krankheitsfall abgesichert? Habe ich eigentlich eine Haftpflichtversicherung?", erklärt Götz.

Und dann? Der Fachmann nennt wesentliche Punkte, die für die eigene Altersvorsorgeplanung wichtig sind: "Welche finanziellen Wünsche und Ziele habe ich? Was brauche ich im Alter? Wie groß ist also meine Versorgungslücke? Und wie kann ich die schließen?" Diese und viele weitere Fragen müsse man sich stellen.

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"Vermögensplanung", sagt Götz, "ist ein Stück Lebensplanung. Sie ist erklärungsbedürftig, und der Genuss kommt oft erst Jahrzehnte später. "Man braucht also einen Menschen, der einen da persönlich motiviert und berät und dem man vertrauen kann", so Götz , auch mit Blick auf die vielen selbsternannten Finanzberater, die sich in den sozialen Medien tummeln und oft mit "todsicheren" Aktienplänen und hohen Renditen werben.

Sich in die Zukunft hineindenken

Zukunftsforscher und Autor Bernd Flessner erklärt, warum das Thema Vorsorgenach wie vor für viele schwierig ist. "Es sind sich nicht alle jungen Menschen der Brisanz einer möglichen Altersarmut bewusst, sie setzen auf einen späteren Einstieg in eine Vorsorge. Andere sind ökonomisch schlicht nicht in der Lage, eine ernsthafte Vorsorge zu betreiben."

Dazu kommt, dass es den Menschen oft schwerfällt, sich in eigene Zukunftsversionen hineinzudenken. "Diskontinuitäten und gravierende Veränderungen sind einfach schwerer vorstellbar," so Flessner.


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Die Corona-Pandemie stellt eine gravierende Veränderung dar und hat sich prompt auf das Finanzverhalten der Menschen ausgewirkt. Die Sparquote ist laut dem Statistischen Bundesamt auf das Rekordniveau von 16,3 Prozent gestiegen. Die Menschen konnten im Jahr 2020 ihre Gehälter und Löhne eben oft nicht wie gewohnt für Urlaube, Restaurantbesuche oder Kulturangebote ausgeben.Doch nicht alle konnten wegen der Pandemie mehr sparen. "Viele Menschen haben durch die Pandemie weniger oder keine Einnahmen mehr. Es geht gerade vielen wirtschaftlich nicht gut," sagt Götz. Ein Zuwenig gebe es in Sachen Sparen allerdings nicht: "Schon wenn man 25 Euro im Monat sinnvoll anlegt, summiert sich das auch."

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