Kommentar

Zoff um E-Scooter: Unfallrisiko oder modernes Verkehrsmittel?

Rurik Schnackig

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28.6.2021, 08:55 Uhr
Schnell von A nach B: Viele Nutzer finden E-Roller zur Fortbewegung praktisch. 

Schnell von A nach B: Viele Nutzer finden E-Roller zur Fortbewegung praktisch.  © Julian Stratenschulte, dpa

Raus mit diesen Fahrzeugen aus der Stadt! Sie sind eine große Gefahr, blockieren Wege für Menschen mit Einschränkungen und schaden der Umwelt. Dies kann der erste Reflex sein, wenn man die Beschwerdeliste Schritt für Schritt durchgeht. Denn jeder einzelne aufgelistete Punkt der Parteien, der Bürger und des Blindenverbandes ist absolut berechtigt. Wer mit offenen Augen durch Nürnberg geht, wird das alles bestätigen können. Welches Argument soll denn dafür sprechen, sich mit diesen gefährlichen Gefährten überhaupt zu arrangieren?

Bei aller Kritik darf eines nicht vergessen werden: die Dinger werden gut genutzt. Die Anbieter fluten nur deshalb die Stadt, weil der Bedarf da ist. Und zugegebenermaßen: Es ist ziemlich schick für eine Stadt, so ein Angebot zu haben. Leihfahrräder, ÖPNV, Carsharing und E-Scooter - das ist ein erstklassiges Mobilitäts-Paket, frisch und zeitgemäß. Will man attraktive Alternativen zum Auto für die Innenstadt, dann darf man sich davor nicht verschließen.

Doch so, wie es jetzt ist, kann es mit den E-Scootern nicht weitergehen. Es entsteht der Eindruck, dass die Anbieter einmal einen Schwung ihrer Roller in die Stadt werfen und dann nur noch kassieren, sich aber um nichts weiter mehr kümmern. Eine genaue Analyse wird zeigen, wo am meisten nachgebessert werden muss und wie die Eigentümer in die Pflicht zu nehmen sind.


Wie gefährlich sind E-Scooter?


Viel Zeit sollte bis dahin nicht mehr verstreichen. Vor allem gilt es, die Unfallrisiken schnellstmöglich zu minimieren und Ordnung hineinzubringen. Dann könnten die Roller vielleicht uneingeschränkt zu dem werden, was sie zunächst per se sind: Ein flottes Fortbewegungsmittel mit viel Potenzial.

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