Sprichwörter

Morgenstund hat Gold im Mund: Herkunft und Bedeutung des Sprichworts

Simone Madre
Simone Madre

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13.4.2022, 09:33 Uhr
Das Sprichwort "Morgenstund hat Gold im Mund" bedeutet so viel wie "Der frühe Vogel fängt den Wurm".

© FelixMittermeier, Pixabay, LizenzCC Das Sprichwort "Morgenstund hat Gold im Mund" bedeutet so viel wie "Der frühe Vogel fängt den Wurm".

Es sind Ferien: Morgens ist es so gemütlich im Bett und man will endlich mal ausschlafen. Die restliche Familie ist hingegen schon hellwach. Vor lauter Lärm kann man nicht mehr schlafen und als die Familienmitglieder zum Wecken kommen, sagen sie fröhlich: "Morgenstund hat Gold im Mund". Doch was soll das jetzt bitte heißen?

"Morgenstund hat Gold im Mund" ist seit eh und je ein beliebtes deutsches Sprichwort. Was man über das Sprichwort wissen muss, lesen Sie im folgenden Beitrag.

"Morgenstund hat Gold im Mund": Bedeutung

Diesen Spruch wollen Langschläfer mit Sicherheit nicht hören. Denn das Sprichwort bedeutet im übertragenen Sinne, dass es sich lohnt, früh aufzustehen, weil viele Tätigkeiten in den Morgenstunden am leichtesten fallen. Frühes Aufstehen soll sich also lohnen, damit man produktiver ist. Zusätzlich hat man mehr vom Tag und kann somit möglichst viele Aufgaben erledigen. Mit der Anspielung auf Wohlstand durch das Wort "Gold" soll auch ausgedrückt werden, dass das frühe Aufstehen lukrativ sein kann.

Morgenstund hat Gold im Mund: Herkunft

Woher kommt der Spruch "Morgenstund hat Gold im Mund" eigentlich? Das Sprichwort "Morgenstund hat Gold im Mund" hat seinen Ursprung im Lateinischen und wurde wohl erstmals in einem Brief des Erasmus von Rotterdam an seinen Schüler Christian Northoff gefunden. Dort hieß es "aurora musis amica", übersetzt "die Morgenstunde ist die Freundin der Muse". Dies heißt frei übersetzt: "Morgens studiert man am besten". Damit wollte er seine Schüler dazu motivieren, schon am Morgen zu lernen.

Die Übersetzung des lateinischen Ausdrucks "aurora habet aurum in ore" bezieht sich auf die personifizierte Morgenröte (lateinisch aurora), die Gold trägt. Das Sprichwort stammt höchstwahrscheinlich aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. In den vielen Jahrhunderten hat sich das Sprichwort ein wenig gewandelt und ist nun unter dem Satz "Morgenstund hat Gold im Mund" bekannt.

Morgenstund hat Gold im Mund: Beispiel für den Gebrauch

Lisa ist eigentlich Langschläferin und liebt es, morgens noch lange im Bett zu liegen. Doch in ein paar Wochen schreibt sie eine wichtige Prüfung in ihrem Studium. Um das Lernen nicht wieder aufzuschieben, steht sie nun jeden Morgen um 6 Uhr auf, bereitet ihr Lernmaterial vor und fährt sofort in die Uni-Bibliothek. Lisa versucht den Morgen effektiv zu nutzen, um möglichst viel zu lernen, da sie sich morgens am besten konzentrieren kann. Dafür kann sie sich dann nach dem Lernen anderen Dingen widmen und ihre Freizeit genießen. Lisa verfährt also ganz nach dem Motto "Morgenstund hat Gold im Mund".

Morgenstund hat Gold im Mund: Welche Sprüche gibt es noch?

Zudem gibt es ähnliche Sprichwörter, sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache. Die folgenden Sprichwörter haben sich ebenfalls fest in unserem Wortschatz etabliert.

- "Der frühe Vogel fängt den Wurm"
- "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst".

Morgenstund hat Gold im Mund – Englisch:

- "The early bird catches the worm”
- "Early to bed and early to rise, that makes a man healthy, wealthy and wise”

Andere bekannte Sprichwörter

Andere bekannte Sprichwörter sind:

- Gut Ding will Weile haben
- Kleider machen Leute
- Wer zuerst kommt, mahlt zuerst
- Hochmut kommt vor dem Fall
- Alle Wege führen nach Rom

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