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Palmsonntag 2023: Wann und was feiert man in Deutschland?

Simone Madre
Simone Madre

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5.5.2022, 10:27 Uhr
Am Palmsonntag ist es Brauch, einen Palmbesen zu binden und zu dekorieren. In Deutschland werden meist heimische Pflanzen verwendet. 

© M W, Pixabay, LizenzCC Am Palmsonntag ist es Brauch, einen Palmbesen zu binden und zu dekorieren. In Deutschland werden meist heimische Pflanzen verwendet. 

Der sechste Sonntag während der Fastenzeit und der letzte vor Ostern 2023 trägt den Namen "Palmsonntag". An diesem Tag wird der Einzug Jesu in Jerusalem gefeiert. Zudem ist er der Beginn der Karwoche. In der katholischen Kirche trägt der Palmsonntag auch den Titel "Dominica in Palmis de passione Domini" sowie die liturgische Farbe Rot. Im Evangelischen heißt der Palmsonntag "Palmarum" und weist die Farbe Violett auf.

Wann ist Palmsonntag 2023?

Der Palmsonntag 2023 findet am 2. April 2023 statt. Er ist stets der letzte Sonntag vor dem Ostersonntag und läutet die Karwoche ein. Der Ostersonntag findet demzufolge am 9. April 2023 statt und der Ostermontag am 10. April 2023.

Ist der Palmsonntag ein Feiertag?

Beim Palmsonntag handelt es sich nicht um einen gesetzlichen Feiertag. Er wird zwar von den Christen zelebriert, doch gehört nicht in die Liste der Feiertage 2023. Da er jedoch immer auf einen Sonntag fällt, kann er problemlos gefeiert werden. Mit ihm beginnt die Karwoche. Diese endet mit dem Ostermontag acht Tage nach dem Palmsonntag.

Was genau passierte am Palmsonntag?

Laut Berichten von den Evangelisten Johannes, Lukas und Matthäus ging Jesus nach Jerusalem, um dem Passahfest beizuwohnen. Seine Jünger begleiteten ihn. Beim Ölberg bat Jesus zwei seiner Jünger, nach einer Eselin mit einem Fohlen zu suchen und ihm dieses zu bringen. Seine Jünger erfüllten die Bitte und breiteten ihre Gewänder auf dem Rücken des Eseljungens aus.

Jesus ritt auf dem Fohlen nach Jerusalem. Empfangen wurde er von einer immer größer werdenden Menschenmenge. Die einen breiteten ihre Kleider aus, die anderen trennten Zweige von Palmen ab und streuten diese auf den Weg. Zusätzlich jubelten sie: "Gepriesen sei der Sohn Davids! Gesegnet sei er, der im Namen des Herrn kommt! Gepriesen sei Gott in der Höhe" (Matthäus 21,9 EU).

Der Palmsonntag und seine Bedeutung - Esel und Palmen?

Der Esel sowie die Palmen weisen biblisch eine besondere Bedeutung auf. So wird der Einzug Jesu in Jerusalem zu einem geschichtsträchtigen Ereignis. Mit dem Eintritt auf dem Esel erfüllte sich folgende Voraussage aus dem Alten Testament. "Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Gerecht ist er und Rettung wurde ihm zuteil, demütig ist er und reitet auf einem Esel, ja, auf einem Esel, dem Jungen einer Eselin" (Prophet Sacharja).

Der Esel ist das Sinnbild für Gewaltlosigkeit und Bescheidenheit. Die Palme war hingegen in der Antike bereits ein Symbol für Sieg und Huldigung. Jerusalem wurde zu der Zeit von römischen Truppen besetzt. Der Eintritt auf dem Esel sowie die Palmen auf dem Weg durften als Provokation von den römischen Besatzern wahrgenommen wurden sein.

Wie wird der Palmsonntag zelebriert?

In der katholischen Kirche werden zunächst Öl-, Palm- sowie andere Zweige mit dem Weihwasser gesegnet. Im Anschluss wird an diesem Tag zum ersten Mal das Evangelium vom Leiden sowie Sterben Christi gelesen - eventuell sogar mit verteilten Rollen. Im Anschluss zieht die Gemeinde als Palmprozession zur Kirche weiter. Umzüge und Palmweihen sind in der evangelischen Kirche hingegen nicht üblich.

Bräuche rund um den Palmsonntag

  • Palmesel
  • Palmbrezel
  • Palmweihe

Palmesel

Palmprozessionen finden seit dem 8. Jahrhundert statt. Im Mittelalter führt der Pfarrer den Umzug auf einem Esel reitend an. Später wurde der doch eher störrische Esel durch Holzfiguren ersetzt. In einigen Orten findet die Tradition auch heute noch mit lebenden Eseln statt.

Palmbrezel

In einigen Regionen Süddeutschlands darf die Brezel nicht fehlen, auch nicht zum Palmsonntag. Die Palmbrezeln aus süßem Hefeteig sind ein traditioneller Brauch, der seinen Ursprung im traditionellen Gildebrot hat. Die Fastenbrezel soll mit den verschlungenen Armen an betende Mönche mit ihren gekreuzten Armen erinnern. Verfeinert wird die süße Spezialität gern mit Hagelzucker und Rosinen.

Palmweihe

In Mitteleuropa werden für die klassische Palmweihe heimische Pflanzen genutzt, wie beispielsweise Wacholder-, Ahorn-, Buchen-, Birken- und Haselnusszweige sowie Weidenkätzchen. In einigen Regionen werden Palmbesen oder auch Palmbuschen gebunden und im Anschluss mit gefärbten Ostereiern, Fastenbrezeln sowie bunten Papierstreifen geschmückt. Hierfür werden je nach Region sieben bis zehn unterschiedliche grüne Zweige verarbeitet.

Ist die Palmweihe vorüber, so werden die Palmbesen im eigenen Heim aufgestellt. Sie sollen vor Krankheiten, Unglück, Feuer und Blitz beschützen. Die Palmbesen, welche in der Kirche verbleiben, werden im kommenden Jahr an Aschermittwoch verbrannt. Ihre Asche wird zum Spenden des Aschenkreuzes genutzt.

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