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Thanksgiving 2022: Datum und Bedeutung

Simone Madre
Simone Madre

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24.11.2022, 08:05 Uhr
In New York findet jedes Jahr die "Macy's Thanksgiving Day"-Parade als Festtagsparade zu Thanksgiving statt.

© Seth Wenig/AP/dpa In New York findet jedes Jahr die "Macy's Thanksgiving Day"-Parade als Festtagsparade zu Thanksgiving statt.

Thanksgiving gehört in den USA zu den wichtigsten Feiertagen des Jahres. Wann ist Thanksgiving im Jahr 2022? Was hat Thanksgiving für eine Bedeutung in Amerika und wie sieht es damit in Deutschland aus?

Thanksgiving 2022: Wann ist Thanksgiving?

Thanksgiving wird in den USA jedes Jahr am vierten Donnerstag im November zelebriert. Im Jahr 2022 fällt Thanksgiving auf Donnerstag, den 24. November. Es gibt übrigens auch ein kanadisches Thanksgiving, das am zweiten Montag im Oktober stattfindet und etwas andere Bräuche und Rituale mit sich bringt.

Die Bedeutung von Thanksgiving

Das Fest Thanksgiving gibt es schon seit mehreren Jahrhunderten, es gehört zu den wichtigsten Feiertagen in den USA. Wenn sich das Jahr dem Ende neigt, steht rund einen Monat vor Weihnachten noch Thanksgiving an.

Was bedeutet "Thanksgiving”?

Thanksgiving bedeutet wörtlich übersetzt "Danksagung". Im deutschsprachigen Raum wird auch von dem "Erntedankfest" gesprochen, obgleich sich die Bräuche der Feiertage in Deutschland und den USA deutlich unterscheiden.

Warum feiert man Thanksgiving?

Der Ursprung von Thanksgiving wird unterschiedlich begründet. Es gibt prinzipiell mehrere Ereignisse, die als Startpunkt für die Feierlichkeiten denkbar sind. Gefeiert wurde dabei auch die gelungene Überfahrt und eine gesunde Ankunft in der "neuen Welt" - anders als in Deutschland also, wo sich alles um die erfolgreiche Ernte dreht.

Als erstes großes Thanksgiving gilt die Feier englischer Siedler im Jahr 1621 mit dem Wampanoag-Indianerstamm. Ein Jahr vorher waren die sogenannten Pilgerväter, eine Gruppe englischer Puritaner, mit dem Segelschiff Mayflower nach Amerika aufgebrochen. Aufgrund starker Herbststürme erreichten sie erst nach über zwei Monaten und deutlich weiter nördlich als geplant die amerikanische Küste. Den folgenden Winter überlebten sie durch die Hilfe der Ureinwohner, die mit Nahrungsmitteln aushalfen und den Kolonisten zeigten, wie man die dort heimischen Pflanzen anbaut und kultiviert. Nach der Ernte im folgenden Sommer feierten die Puritaner zusammen mit den Indianern ein Thanksgiving-Fest.

Aber auch vorher gab es bereits Dankesfeste, beispielsweise 1541. Damals zog der spanische Adelige Francisco Vásquez de Coronado mit einer Armee aus, um die sieben goldenen Städten von Cibola finden, die in Sagen beschrieben wurden. Die Armee zog von einer spanischen Kolonie auf dem Gebiet des heutigen Mexiko nach Norden. Nach einigen entbehrungsreichen Wochen feierte die Gruppe ein Dankesfest, als sie auf dem Gebiet des heutigen Kansas Nahrung fanden.

1619, zwei Jahre vor dem bekanntesten Thanksgiving-Fest, feierten 38 englische Siedler im heutigen Virginia die gelungene Überfahrt.

1941 hat der Kongress den vierten Donnerstag im November als Datum festgelegt. Vorher wurde meist am letzten Donnerstag im Monat gefeiert, also in Jahren mit fünf Donnerstagen etwas später. Daran hielten einige Bundesstaaten auch nach 1941 noch eine Weile fest.

Thanksgiving ist ein Fest der Dankbarkeit und Liebe. Das Fest wird auch als Zeichen des Friedens und der gegenseitigen Hilfe gedeutet. Jedes Jahr wird aufs Neue gefeiert.

Thanksgiving: Essen

Beim Thanksgiving-Festessen muss niemand Hunger leiden. Im Zentrum des Feiertages steht das Festmahl mit der Familie und den geliebten Menschen. An diesem besonderen Tag wird aufwendig gekocht und gebacken. Das liebevoll hergerichtete Essen wird meist in den Abendstunden verzehrt – beim Thanksgiving-Dinner.

Der traditionelle Truthahnbraten (Roasted Turkey) darf in Amerika traditionell nicht fehlen. Der Truthahn ist gebraten und gestopft, häufig wird dieser nach eigener Familientradition zubereitet. Dazu kommen zahlreiche Beilagen wie Süßkartoffeln, Kartoffelpüree mit Bratensoße, Gemüse oder die bekannte Cranberrysoße. Kürbis ist das Nationalgemüse in den USA und darf ebenfalls am Thanksgiving-Fest nicht fehlen. Beliebte Nachspeisen an Thanksgiving sind der Apple Pie und der Pumpkin Pie. Mehr Rezepte finden Sie im Buch "Thanksgiving Cookbook for Cheerful Holiday" von Allie AllenAnzeige.

Thanksgiving in den USA

Für viele Amerikaner ist Thanksgiving der wichtigste Feiertag und hat eine größere Bedeutung als Weihnachten. Seit 1941 wurde der Feiertag fest auf den vierten Donnerstag im November gelegt. In Amerika kommen alle Familienmitglieder zusammen, egal ob im kleinen oder großen Kreis. Die Amerikaner halten im hektischen Leben für einen Tag inne und bedanken sich für die Gaben des Lebens. Dass es vielen Menschen heutzutage sehr gut geht, kann man im Alltagstrubel schnell mal vergessen. Vor allem im Kreis der Familie ist es wichtig, sich dies bewusst zu machen.

Thanksgiving ist in den USA von ähnlicher Bedeutung wie der Independence Day (Unabhängigkeitstag) am 4. Juli. In keinem anderen Land weltweit wird das Thanksgiving so umfassend zelebriert wie in Amerika. Thanksgiving ist nicht nur der Tag des "Danke-Sagens", sondern steht auch sinnbildlich für zwischenmenschliche Hilfe. Rund um Thanksgiving wird viel an bedürftige und obdachlose Menschen gespendet. Wer es sich leisten kann, spendet Geld an Personen, denen es nicht so gut geht oder lädt diese zum Essen ein.

Gibt es Thanksgiving auch in Deutschland?

Den Feiertag "Thanksgiving" gibt es in Deutschland nicht, vergleichbar ist jedoch das deutsche Erntedankfest. Dort feiern die Menschen im Herbst jedes Jahr die erfolgreiche Ernte und zeigen Dankbarkeit. Während Familien in den USA ein riesiges Festtagsessen auftischen, gibt es in Deutschland eher kleinere Festessen sowie Erntedank-Märkte in den einzelnen Regionen. Auf den Märkten kann man meist lokale Leckereien und auch Handwerkskunst erwerben.

In den USA ist Thanksgiving ein nationaler Feiertag, während in Deutschland weder Thanksgiving noch das Erntedankfest gesetzliche Feiertage sind.

Bräuche und Rituale rund um Thanksgiving

Zu jedem Fest gehören Bräuche. Einer der bekanntesten Bräuche ist der sogenannte "Wishbone". Bei diesem Ritual umfassen zwei Personen das getrocknete Gabelbein des Truthahns mit dem kleinen Finger und ziehen daran. Die Freiwilligen ziehen so lange daran, bis es zerbricht. Derjenige, der das größere Stück in der Hand behält, darf sich etwas wünschen.

Ein weiterer Brauch ist die "National Thanksgiving Turkey Presentation", bei welcher der Präsident jedes Jahr einen lebendigen Truthahn überreicht bekommt. Heute hat es der Truthahn im Anschluss besser als vielen Artgenossen, dieser wird offiziell vom Präsidenten begnadigt. Anschließend entscheidet der Präsident, wo der Vogel sein weiteres Leben verbringt. 2021 wurden Joe Biden zwei Truthähne geschenkt, die er der Abteilung für Tierwissenschaften der Purdie University überließ, wo sie ein eigenes Gehege erhielten.

Im ganzen Land gibt es große Paraden rund um Thanksgiving. Die spektakulärste Parade ist die Macy's Thanksgiving Parade in New York. Einige Amerikaner verreisen auch über das Wochenende und genießen die Zeit mit ihrer Familie im Urlaub. Viele US-Amerikaner nehmen sich auch den Freitag nach Thanksgiving noch frei, den sogenannten Black Friday.

Einige Fakten zum Thanksgiving-Truthahn:
- rund 46 Millionen Truthähne werden an dem Feiertag in den USA verspeist
- 40 Prozent der amerikanischen Truthähne stammen aus Minnesota
- Der bisher schwerste Truthahn der Welt wog 86 Pfund (umgerechnet 40 Kilogramm)
- Der durchschnittliche Roasted Turkey wiegt 15 Pfund (6,6 Kilogramm)

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