Charaktereigenschaften

Was ist Charisma? Definition und Herkunft des Wortes

Simone Madre
Simone Madre

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28.4.2022, 08:45 Uhr
Charismatische Eigenschaften werden unter anderem Barack Obama zugeschrieben.

© IMAGO/PAT BENIC, IMAGO/UPI Photo Charismatische Eigenschaften werden unter anderem Barack Obama zugeschrieben.

Menschen mit Charisma kennt mit Sicherheit jeder. Aber was hat es mit Charisma auf sich und was bedeutet der Begriff konkret?

Charisma-Definition: Was ist Charisma?

Charisma bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch eine besondere Ausstrahlungskraft eines Menschen. Menschen mit Charisma wirken auf andere Menschen sehr sympathisch. Häufig verwendete Synonyme sind "Präsenz", "Attraktivität", "Schönheit" und "Reiz", welche sich jedoch nicht hundertprozentig mit der eigentlichen Wortbedeutung decken. Charismatische Menschen handeln meist souverän und weisen einen gesunden Optimismus auf. Oft werden sie von einer fesselnden Aura umgeben, weshalb sie andere Menschen schnell begeistern und in ihren Bann ziehen.

Das Substantiv "Charisma" bezeichnet in einer christlich geprägten Definition "etwas von Gott Beschenktes", wobei das Wort vor allem eine besondere Gabe verdeutlichen soll. Der Ausdruck "Charisma" findet in der Bibel schon bei Paulus für geistliche Fähigkeiten Anwendung. In der Theologie steht der Begriff "Charisma" für die durch den Geist Gottes gegebenen Gaben und Befähigungen.

Charisma: Wortherkunft

Der Begriff "Charisma" stammt aus dem Altgriechischen und leitet sich vom Wort char (beschenken, senden, Gunst erweisen) ab. Dabei basiert das Charisma auf dem Wort charítsesthai (spenden, schenken). Zusammen mit der Nachsilbe "ma" ergibt sich dann der Begriff Charisma. "Ma" wurde damals von den alten Griechen benutzt, um das Ergebnis einer Tätigkeit zu beschreiben, in diesem Fall jemandem etwas zu "schenken". Der Begriff "Charisma" sollte also auch hier eine Gabe oder ein Geschenk beschreiben.

Charisma: Deutsch

In der deutschen Sprache wurde der Begriff "Charisma" im 18. Jahrhundert erstmalig belegt und hat sich seitdem etabliert. Zunächst wurde der Begriff nur im christlichen Zusammenhang verwendet und für die Bezeichnung der "Begabung der Christen" verwendet. Seit dem 20. Jahrhundert steht das Substantiv jedoch für Menschen mit ganz besonderer Ausstrahlung.

Charismatische Ausstrahlung: Berühmte Persönlichkeiten

Charismatische Menschen inspirieren und beeinflussen ihre Mitmenschen häufig. Diese zeichnen sich durch eine große Anziehungskraft aus. Folgenden bekannten Persönlichkeiten werden beispielsweise charismatische Eigenschaften zugeschrieben:

- Barack Obama
- Marilyn Monroe
- Steve Jobs
- Prinzessin Diana
- John F. Kennedy
- Mahatma Gandhi

Was zeichnet charismatische Menschen aus?

Bei charismatischen Frauen und Männern gibt es verschiedene Charaktereigenschaften, die sie im alltäglichen Leben ausmachen.

- Intelligenz und Wortgewandtheit
- Selbstvertrauen
- Einfühlungsvermögen
- Echtheit und Glaubwürdigkeit
- Mut und Neugierde
- Sensibilität und emotionale Ausgeglichenheit
- Toleranz und Offenheit
- Wunsch nach Gerechtigkeit
- Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit

Charismatische Menschen können sich meist schnell auf Stimmungen und Situationen einstellen, dabei aber dennoch selbstsicher auftreten. Menschen mit Charisma strahlen eine vertrauenswürdige Offenheit aus, weshalb sie schnell Gesprächspartner in eine Konversation verwickeln können.

Während sie ihre eigenen Emotionen zwar gut zeigen können, kontrollieren sie gleichzeitig negative Gefühle wie Wut oder Angst. Durch die einfühlsame Ausstrahlung geben sie ihrem Gegenüber das Gefühl, wahrgenommen und gebraucht zu werden. Charismatischen Personen gelingt es zudem häufig, eine gute Balance zwischen den eigenen und fremden Bedürfnissen zu finden. Dies bedeutet, dass sie zwar für sich selbst einstehen, aber dennoch anderen gegenüber ihr Mitgefühl, ihr Interesse und ihre Anteilnahme ausdrücken können.

So kann man sein Charisma steigern

Charismatische Eigenschaften werden nicht nur wenigen Auserwählten in die Wiege gelegt, sondern die Fähigkeiten kann man auch selbst erlernen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass man sein eigenes Handeln stets reflektiert und bereit ist, schlechte Gewohnheiten abzulegen. Dafür muss man sich selbst über verschiedene Dinge bewusst werden und folgende Fragen stellen:

- Wie möchte man selbst sein und wahrgenommen werden?
- Was sind die eigenen Ziele und Werte?
- Stimmen die eigenen Wünsche mit den jeweiligen Verhaltensweisen überein?
- Wo liegen die eigenen Stärken?
- Welche Gewohnheiten sind eher schädlich?
- Welche eigenen Charaktereigenschaften mag man nicht?

Neben der Beantwortung dieser Fragen ist es wichtig, auch die Absichten genau zu hinterfragen. Warum will man diese Ziele erreichen, warum hat man diese oder jene schlechte Angewohnheit?

Diese Tipps helfen bei der Steigerung des Charismas

Vorbild

Wenn man sich eine Person zum Vorbild nimmt, kann man sich von dessen Handeln inspirieren lassen. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, dass bestimmte Eigenschaften oder die Wortwahl nicht einfach kopiert werden, da ein charismatisches Auftreten auch Authentizität erfordert.

Lästige Gewohnheiten

Verhaltensweisen, die einem selbst im Weg stehen, sollten bestenfalls abgelegt werden. Dennoch sollte man sich bewusst sein, dass auch Schwächen zu jedem Menschen gehören und teils negativ assoziierte Eigenschaften auch liebenswert sein können.

Extrovertiert oder introvertiert?

Niemand erwartet, dass sich introvertierte Menschen um 180 Grad drehen und andere Menschen mit Neugierde und Offenheit überschütten, wenn sie dies nicht gerne tun. Wichtig ist, dass man zu sich selbst steht und selbstbewusst agiert. Dies wirkt automatisch selbstsicher und authentisch.

Schönheit kommt von innen

Charisma hat nichts mit klischeehaften Schönheitsidealen zu tun. Um die eigene Ausstrahlung zu steigern, sollte man auf Mimik, Gestik und eine gesunde Körperhaltung achten. Um die Haltung zu verbessern, eignen sich Sport und viel Bewegung im Alltag. Wer seine Körpersprache bewusst einsetzt, seine Stimme mit Emotionen füllt und viel lächelt, wirkt automatisch sympathisch. Das Verhalten des Gegenübers zu spiegeln, steigert die Sympathie ebenfalls maßgeblich.

Gesunder Optimismus

Eine positive Ausstrahlung bedeutet nicht, dass man nie wieder traurig sein darf oder jedes Problem leugnen muss. Es geht vielmehr darum, herausfordernde Situationen anzunehmen und nicht zu verzweifeln, wenn der eigene Einfluss mal begrenzt ist. Wer sich seiner eigenen Chancen und seines Potenzial bewusst ist, kann neue Situationen interessiert und aufgeschlossen wahrnehmen.

Mit diesen Tipps kann man der eigenen Persönlichkeit ganz einfach mehr Charisma verleihen und an positiver Ausstrahlung sowie Sympathie gewinnen.

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