Gartenarbeit

Tomaten ernten: Worauf muss man achten?

Elias Thiel

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8.7.2024, 07:28 Uhr
An Tomaten frisch vom Strauch sind eine Freude für die ganze Familie. Aber wie erntet man Tomaten richtig?

© IMAGO / Pond5 Images An Tomaten frisch vom Strauch sind eine Freude für die ganze Familie. Aber wie erntet man Tomaten richtig?

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Bei der Tomatenernte sollte man einige Aspekte berücksichtigen, damit man sich noch lange an einer gesunden Pflanze und aromatischen Früchten erfreuen kann. Neben der richtigen Pflege spielen auch die Temperatur, der Reifegrad und die Tageszeit eine zentrale Rolle. Aber wann ist zum Tomaten ernten der beste Zeitpunkt? In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Tomaten richtig ernten können.

Laut "mein schöner Garten" sind Tomaten zwischen Ende August und Anfang September langsam erntereif. Dafür müssen sie nicht erröten. Da die Vielfalt an Tomatensorten in Hausgärten groß ist, unterscheidet sich bei den verschiedenen Sorten der Tomaten auch die Reifezeit. Tomaten können je nach Sorte in verschiedenen Farben reifen (darunter Rot, Gelb, Orange und sogar Violett). Manche haben Streifen wie die Zebratomate, andere haben einen roten Bauch wie die Ochsenherztomate, während der Bereich um den Stiel herum oftmals heller ist.

Grüne Tomaten stellen jedoch eine besondere Herausforderung dar. Wenn Tomaten grün sind, kann das ein Zeichen von Unreife sein und darauf hindeuten, dass sie noch nicht vollständig ausgereift sind. In diesem Fall können sie Spuren des Giftes Solanin enthalten, das auch in den grünen Teilen von Kartoffeln vorkommt. Um sicherzugehen, sollte man die grünen Stellen am besten herausschneiden, bevor man die Tomaten isst. Wenn die jeweilige Sorte aber von Natur aus grün ist, kann man sie bedenkenlos genießen.

Dennoch können Hobbygärtner beruhigt sein, da eine unreife Tomate lediglich 30 Milligramm Solanin enthält. Zugleich können Symptome wie Magen- und Darmbeschwerden oder Erbrechen erst auftreten, wenn man ein Milligramm pro Kilo Körpergewicht zu sich nimmt. Selbst nach dem Kochen wird der Solaningehalt in den Tomaten übrigens nur geringfügig verringert, da Solanin hitzebeständig und nicht fettlöslich ist.

Folgenden Tipps helfen dabei zu erkennen, ob Tomaten reif sind:

  1. Drucktest
    Besser als der Farbtest ist der Drucktest bei der Tomate. Dazu legt man die Tomate vorsichtig in die Hand und testet, ob sie nachgibt. Wenn sie nachgibt, handelt es sich um eine reife Tomate. Bleibt die Tomate hingegen steinhart, braucht die unreife Tomate noch Zeit.
  2. Wie leicht lässt sich die Tomate ablösen?
    Wenn sich die Tomate leicht ablösen lässt, ist dies ein guter Hinweis auf einen hohen Reifegrad. Wenn die Tomate ganz fest an der Rispe hängt, ist sie noch nicht reif für die Ernte.
  3. Sollbruchstelle
    Tomaten besitzen eine natürliche Sollbruchstelle oberhalb des Fruchtstiels. Wenn eine Tomate erntereif ist, kann sie an dieser Stelle leicht abgeknickt werden. Dies hat den Vorteil, dass der Fruchtstiel zusammen mit den Blättern an der Tomate bleibt, wodurch sie länger haltbar ist.

Wenn die Tomaten erntereif sind, sollte man nicht einfach direkt zugreifen. Denn die Geschmacksqualität von Tomaten kann sich je nach Tageszeit und Temperatur ändern. Daher ist es wichtig, den perfekten Zeitpunkt für die Ernte zu finden. Dafür sollte man folgende Faktoren berücksichtigen:

  • Tageszeit beachten
    Die meisten Tomatensorten entwickeln ihr volles Aroma, nachdem sie einige Stunden Sonnenlicht erhalten haben. Einige Sorten können jedoch besonders am frühen Morgen geschmackvoll sein. Am besten experimentiert man mit verschiedenen Tageszeiten und findet dann heraus, wann die jeweiligen Tomaten am besten schmecken.
  • Temperatur berücksichtigen
    Tomaten verlieren an Geschmack, wenn sie bei niedrigen Temperaturen geerntet werden. Daher sollte man das leckere Gemüse vor allem an warmen Tagen ernten und sie nicht im Kühlschrank aufbewahren.

Nachdem die Tomaten-Erntezeit festgelegt wurde, stellt sich die Frage, wie man Tomaten ernten sollte. So funktioniert es:

  1. Beim Ernten sollte man immer nur die Tomaten abzupfen, die sortenspezifisch ihren erforderlichen Reifegrad erreicht haben.
  2. Dabei sollten unreife Tomaten nicht beschädigt oder verletzt werden.
  3. Auch die Tomatenpflanze sollte nicht unter der Ernte leiden, sodass man die einzelnen Früchte immer sehr vorsichtig zieht. Dafür setzt man an dem kleinen verdickten Knick über dem Fruchtstiel und den Kelchblättern an. Alternativ kann man die Früchte auch mit einer Schere inklusive grünem Ansatz abschneiden.

Für die meisten Tomatensorten (insbesondere kleinere Sorten wie Kirschtomaten) kann man reife Früchte vorsichtig einzeln von der Pflanze pflücken. Dazu greift man die Tomate leicht mit Daumen und Zeigefinger und dreht sie sanft, bis sie sich vom Stiel löst. Dies verhindert Schäden an der Pflanze und den noch wachsenden Früchten.

Fleischtomaten lassen sich hingegen nur schwer vom Strauch trennen. Diese sollte man daher lieber mit einer sauberen Schere oder einem Messer schneiden, um die Früchte von der Rispe zu lösen. Dabei sollte man darauf achten, die Frucht nicht zu quetschen oder zu beschädigen.

Damit die Ernte üppig ausfällt, sollte man auf die richtige Pflege der Tomatenpflanzen achten. Hier finden sie wertvolle Tipps zur Tomatenpflege:

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Tomaten lieben Wärme und Sonne. Jedoch reifen in Deutschland nicht alle während der Vegetationsperiode vollständig aus, insbesondere wenn die Temperaturen kühler werden und ein Reifen im Freiland oder im Gewächshaus schwieriger wird. Doch auch wenn die Bedingungen ungünstig sind, können Tomaten nachreifen. Dabei sollte man diese jedoch nicht bei Nachttemperaturen unter zehn Grad draußen lassen.

Diese verschiedenen Methoden eignen sich ideal, um Tomaten zum Nachreifen zu bringen:

Vorweg: Am besten eignen sich für das Nachreifen der Tomaten Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad (bestenfalls um die 20 Grad) sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Das Nachreifen von Tomaten in Dunkelheit birgt keine Probleme. In einem Zeitraum von drei Tagen bis zu zwei Wochen reifen die Tomaten nach. Wenn die Tomaten nur noch wenige Tage vom Erreichen der Reife entfernt sind, können sie einfach auf einem sonnigen Fensterbrett platziert werden.

  1. Bei der ersten Methode reißt man die gesamte Tomatenpflanze aus, schüttelt die Erde ab und entfernt das Laub. Anschließend hängt man sie kopfüber an einem trockenen und warmen Platz auf.
  2. Für die zweite Methode braucht man ein Tongefäß. Dafür weicht man beispielsweise einen Römertopf in Wasser ein, sodass der Ton sich gut mit Wasser vollsaugen kann. Anschließend werden die Tomaten hineingelegt und idealerweise mit einem Deckel aus Ton abgedeckt. Die feuchtwarme Umgebung beschleunigt den Reifeprozess der Tomaten. Wenn das Wasser verdunstet, kann ein mit Wasser gefülltes Gefäß mit in den Topf gestellt werden.
  3. Tomaten können auch in einer Kiste nebeneinander nachreifen. Dabei sollte man darauf achten, dass sie sich nicht berühren. Zudem sollte man sie mit Zeitungspapier abdecken.
  4. Alternativ kann man einzelne Tomaten in Zeitungspapier einwickeln. Dafür eignet sich eine perforierte Plastik- oder eine Papiertüte.
    Tipp: Wer dazu noch eine Banane oder einen Apfel hineinlegt, kann den Reifeprozess noch weiter beschleunigen.

Auch wenn Tomatenpflanzen ihren südamerikanischen Ursprüngen nach grundsätzlich mehrjährig sind, sieht es mit den auf Ertrag gezüchteten Gattungen etwas anders aus. Die in Mitteleuropa üblichen Tomatenarten sind nicht winterhart, bereits Temperaturen unter 10 Grad schaden den Pflanzen. Kein Wunder also, dass die meisten Tomaten bald nach der Ernte eingehen.

Auch wenn eine Überwinterung von Stecklingen aus den Triebspitzen grundsätzlich möglich ist, ist es viel einfacher im nächsten Jahr neue Tomaten zu säen. Eine aufwendige Pflege der Pflanzen nach der Ernte ist dann nicht nötig.

Hier finden Sie Tipps zur Anzucht von Tomatenpflanzen:

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