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Drosten warnt vor Pandemie-Risiko: Was hat es mit Mers-CoV auf sich?

Virologe plant Aufbau neuer Arbeitsgruppe - 21.12.2020 10:56 Uhr

Christian Drosten will seine Forschungen künftig auf Mers-CoV ausrichten.

08.12.2020 © Britta Pedersen, dpa


Top-Virologe Christian Drosten ist das wohl bekannteste Gesicht im Kampf gegen das Coronavirus. Seine Einschätzungen haben Gewicht - in Wissenschaft, Politik und der Öffentlichkeit. Nun warnt der Professor vor einem weiteren Corona-Virus.

Weiteres Coronavirus: Christian Drosten sieht bei Mers-CoV Pandemie-Risiko

Drosten will seine Aufmerksamkeit künftig dem sogenannten Mers-Virus widmen. Das sei der nächste Pandemie-Kandidat, sagte er der Zeitschrift Capital. "Wenn der Rummel jetzt vorbei ist, dann werde ich mit einer kleinen Arbeitsgruppe ein neues Thema aufbauen".


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Mers-CoV gehört wie SARS-CoV-2 zu den Coronaviren. Seinen Namen - Mers ist die Abkürzung für Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus - hat es aufgrund seines Entdeckungsortes, der arabischen Halbinsel, bekommen. Dort wurde es laut Robert-Koch-Institut erstmals bei einem Patienten nachgewiesen. Was macht es gefährlich?

Mers-Coronavirus: Ein Drittel der Infizierten sterben

"Die Symptome, die man am Anfang hat, sind eigentlich kaum von einer gewöhnlichen Erkältung zu unterscheiden oder auch nicht von einer echten Grippe oder auch von der Sars-CoV-2-Infektion", erklärt der Infektiologe Till Koch vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung dem Mitteldeutschen Rundfunk. "Bei Mers ist aber das Besondere, dass es bei einem gar nicht so geringen Teil von Patientinnen dann fortschreitet und dann andere Organe in einer noch schlimmeren Weise betrifft."

Im schlimmsten Fall führe das zu Lungenversagen oder Nierenversagen. Im Gegensatz zu der Infektion von Sars-CoV2 ist die Letalität deutlich erhöht. Die liegt ungefähr bei 35 Prozent, also ungefähr ein Drittel der Leute stirbt daran", so Till Koch gegenüber den MDR.

Mers-CoV: Wie hoch ist das Risiko einer Pandemie?

Auch das Auswärtige Amt warnt vor dem Mers-Virus: Besonders für alte und kranken Menschen habe eine Infektion ein "deutlich erhöhtes Risiko für schwere und tödliche Krankheitsverläufe".


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Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft Mers als "Priority Disease" ein, also eine Krankheit, deren Erforschung und Entwicklung von Medikamenten höchste Priorität haben muss.

Mers-CoV gehört wie SARS-CoV-2 zu den sogenannten Zoonosen. Das sind Erreger, die sich von Tieren auf Menschen übertragen können. Dromedare sind laut RKI wohl der ursprüngliche Träger des Mers-Virus. Die meisten der rund 2400 bislang bestätigten Infektionen lassen sich auf einen Kontakt zu den Tieren zurückführen. 800 davon endeten tödlich.

Mers-Virus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden

Das Virus können demnach von Mensch zu Mensch übertragen werden, so das RKI. Der genaue Infektionsverlauf sei aber noch nicht ausreichend erforscht.

In den acht Jahren sei der Schaden, den das Virus angerichtet habe, aber überschaubar gewesen, so Virologe Uwe Liebert, bis vor kurzem Direktor des Instituts für Virologie der Universität Leipzig gegenüber dem MDR. "Seit dieser Zeit sind einige wenige Tausende Menschen infiziert worden. Es ist also nicht so, dass sich das Virus gleich weltweit und mit hoher Übertragbarkeit auf die Menschen ausgebreitet hätte."

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Mers-CoV: Impfstoffe werden bereits entwickelt

Das kann sich allerdings ändern, wenn das Virus - wie das aktuell grassierende Coronavirus - mutiert. Dann kann es - wie es für Coronavirus-Stämme nicht unüblich ist - pandemisch werden. Damit sei aber zumindest in den nächsten Monaten vermutlich nicht zu rechnen, schätzt Till Koch die Lage ein.


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Doch wenn es soweit ist, wollen die Experten vorbereitet sein. Drei Impfstoffe werden gerade entwickelt, sind aber noch nicht fertig. Bei einem ist der Infektiologe Koch selbst beteiligt. Und auch Christian Drosten will nun seinen Teil dazu beitragen, eine Pandemie des Mers-Virus unwahrscheinlicher zu machen. Denn anders als das aktuelle Coronavirus bekomme Mers noch zu wenig Aufmerksamkeit.

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