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"Gedeckter Tisch": Hoteliers und Gastronomen starten bundesweite Aktion

Auch in Nürnberg fordert das Gastgewerbe eine Öffnungsperspektive - 01.03.2021 14:58 Uhr

Nur Stadträtin Kerstin Böhm und Wirtschaftsreferent Michael Fraas (beide CSU) durften fürs Foto kurz Platz nehmen. Mit der Aktion "Gedeckter Tisch" richteten unter anderem (von rechts hinten) der Dehoga-Kreisvorsitzende Robert Horka und der Nürnberger Gastronom Christian Wagner den Fokus auf die prekäre Lage im Gastgewerbe. 

01.03.2021 © Roland Fengler


Er sieht einladend aus. Doch der gedeckte Tisch vor der Lorenzkirche bleibt am Montagvormittag leer. Keine Gäste weit und breit, die Platz nehmen oder gar etwas zu essen und trinken bestellen. Das ist auch gar nicht angedacht. Bei der Aktion "Gedeckter Tisch" handelt es sich um einen stillen Protest, mit dem das Gastgewerbe auf seine immer bedrohlichere Lage aufmerksam macht.


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Im Vorfeld der nächsten Bund-Länder-Gespräche am 3. März möchten Hoteliers und Gastronomen bundesweit auf die äußerst angespannte Situation der Betriebe und ihre momentane Perspektivlosigkeit aufmerksam machen. Denn seit März 2020 hat die Branche insgesamt schon sechs Monate geschlossen.

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"Die Maßstäbe und Inzidenzwerte, die für Öffnungen in anderen Branchen gelten, wie zum Beispiel für den Einzelhandel oder auch für Baumärkte, müssen auch für das Gastgewerbe gelten", fordert Robert Horka. "Einen fortgesetzten Teil-Lockdown, also weitgehende Schließungen als 'Dauerzustand', während andere öffnen dürfen, akzeptieren wir nicht", stellt der Nürnberger Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Bayern klar. Wenn der Einzelhandel wieder öffnen darf, müsse es auch im Gastgewerbe wieder losgehen - "und zwar so, dass die Betriebe wirtschaftlich arbeiten können", sagt Horka, der in Nürnberg unter anderem das Hotel Elch betreibt.

Im Ernstfall gewappnet

"Öffnungsperspektive mit Sicherheit und Lebensfreude", lautet die Forderung auf mehreren Plakaten vor der Lorenzkirche. Laut dem Nürnberger Gastronomen Christian Wagner, der in Nürnberg unter anderem die Rote Bar, das Zeit&Raum und das Hotel Pillhofer betreibt, könnte die Gastro sofort starten. Er verweist auf "gute Hygiene-Konzepte", die sich während der Öffnungen vom Frühjahr bis in den Herbst 2020 bewährt hätten und direkt wieder angewendet werden könnten. Indem sämtliche Gäste durchgängig registriert werden, lasse sich eine Infektionskette im Ernstfall problemlos nachvollziehen.

"Gastronomie und Hotellerie waren und sind keine Pandemietreiber", betont Robert Horka. Das habe das Robert-Koch-Institut (RKI) mit seinem "Control-Covid-Plan" erst in der vergangenen Woche bestätigt. Der Studie zufolge ist das Ansteckungsrisiko gerade bei Zusammenkünften im Freien und in Hotels niedrig.

Viele Betriebe sind am Ende

"Es muss dringend etwas geschehen", sagt CSU-Stadträtin Kerstin Böhm. Sie kennt selbst etliche Betriebe, die zum 31. Dezember des vergangenen Jahres aufgeben mussten, und ist besorgt, dass weitere folgen dürften. Wirtschaftsreferent Michael Fraas fürchtet, dass das ganze Ausmaß der Lockdown-Folgen womöglich erst Sommer deutlich wird.


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Derzeit könnten sich einige durch Kurzarbeit und staatliche Hilfeleistungen gerade noch über Wasser halten. Doch wie lange noch? Wie Horka ist auch Fraas der Ansicht, dass die Inzidenzwerte alleine nicht ausschlaggebend sein dürften. So müssten weitere Faktoren wie die Kapazitäten der Intensivbetten ebenfalls mit einbezogen werden - obgleich er betont, dass die Kliniken in Nürnberg zuletzt hart an der Grenze waren.

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Dass eine Öffnungsperspektive her muss, wurde übrigens nicht nur vor der Lorenzkirche deutlich gemacht. In der Nürnberger Nordstadt schlossen sich ebenfalls verschiedene Gastronomen zusammen. So setzten das Barockhäusle, das Würzhaus, das Wonka, das Gelbe Haus und das Opatija auf Initiative von Tobias Teichmann vor dem Café Dampfnudel-Bäck gemeinsam ein Zeichen in Richtung Politik. Auch in Erlangen und Forchheim machte das Gastgewerbe deutlich, dass es so nicht weitergehen könne.

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