1:4 in Hamburg - Der FCN vergeigt den Neustart

30.1.2020, 22:37 Uhr
Johannes Geis müht sich vergebens - ein Sinnbild für den Abend in der Hansestadt.

Johannes Geis müht sich vergebens - ein Sinnbild für den Abend in der Hansestadt. © Sportfoto Zink / Daniel Marr

Es machte den Verantwortlichen am Valznerweiher in dieser Hinsicht Hoffnung: die erste komplette Vorbereitung unter Trainer Jens Keller. Es wurde diese Hoffnung mindestens gedämpft: durch den ersten Pflichtspielauftritt im neuen Jahr. Beim 1:4 (0:2) gegen den HSV sah der 1. FC Nürnberg vor 39.985 Zuschauern im Volksparkstadion in weiten Phasen des Spiels so aus, als hätte ihn diese Vorbereitung auf die Restrunde sogar noch ein bisschen schlechter gemacht und vor allem sah er aus wie ein sehr gut vorstellbarer Absteiger auch aus dieser 2. Liga.

Keller hatte immerhin mit seiner Aufstellung die Möglichkeit zur ersten Überraschung des Abends genutzt. War das Debüt vom im Winter vom großen FC Arsenal verpflichteten Innenverteidiger Konstantinos Mavorpanos noch zu erwarten gewesen, erstaunte Lukas Mühls Auftritt als Rechtsverteidiger und die Startelf-Premiere von Adam Cerin durchaus.


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So aufgestellt startete der Club nach den Ergebnissen der Konkurrenz als Vorletzter in die Auseinandersetzung mit dem Favoriten. Robert Palikuca wollte dennoch positiv an die Angelegenheit herangehen. "Man darf sich die Sache nicht zu schwarzmalen, punkten wir beim HSV, können wir einen Satz nach vorne machen", sagte Nürnbergs Sportvorstand.

Viel vorgenommen - wenig umgesetzt

So wie der 1. FC Nürnberg dann im ersten Durchgang aussah, hätten sich das dann aber auch die versiertesten Schwarzmaler nicht vorstellen können. Vor der neu formierten Viererkette, sollten Johanes Geis und Cerin dem Spiel eine Balance geben, davor wiederum Hanno Behrens die Kreise des Hamburger Spielgestalters Adrian Fein einengen und in der Offensive Fabian Schleusener, Robin Hack sowie Michael Frey für Gefahr sorgen. Dummerweise klappte nichts davon. Knapp 13 Minuten sah sich der Gastgeber die seit den Vorfällen um Bakery Jatta in Hamburg sowieso nicht mehr sonderlich beliebten Nürnberger an, dann machten sie ernst.

Lukas Hinterseers Fallrückzieher, der knapp über die Latte strich, läutete eine Phase Hamburger Chancen beinahe im Minutentakt ein. Genutzt wurde die erste dann nach 17 Minuten, als Bakery Jatta einen Ballverlust Cerins mit dem 1:0 bestrafte. Es ging dann so ungemütlich weiter für den Club. Jeremy Dudziak (20.) und Sonny Kittel (23.) hätten den Vorsprung schon ausbauen können, scheiterten aber bei diesem Unterfangen. Besser machte es nach 28 Minuten Hinterseer, hatte dabei aber vom Elfmeterpunkt die leichteste Übung – Mavropanos hatte zuvor im Strafraum Dudziak zu Fall gebracht.

Eine Reaktion des Clubs blieb aus, einzig Keller korrigierte sich und ersetzte noch vor der Pause Cerin durch Fabian Nürnberger. Viel Hoffnung mussten sich die Nürnberger für die zweite Halbzeit dennoch nicht machen, profitierten dann aber davon, dass sie der HSV nicht mehr in aller Konsequenz ernst nahm. Tim Leibold spielte nach 51 Minuten einen zu lässigen Querpass in die Füße von Tim Handwerker und der traf aus der Distanz zum Anschluss. Der Club war nun tatsächlich besser in der Partie, ohne dass das aber Folgen für die Hamburger Defensive gehabt hätte. 

Nicht viel Zeit bis zum nächsten Spiel 

Der Videoschiedsrichter im Kölner Keller beendete dann nach 67 Minuten das kleine Comeback der Nürnberger: Schiedsrichter Markus Schmidt hatte übersehen, dass Georg Margreitter im Strafraum einen Schuss Hinterseers mit dem Arm gestoppt hatte, wurde aber eines Besseren belehrt – Kittel traf lässig aus elf Metern zum 3:1. Keller wollte trotzdem noch nicht aufgeben und brachte mit Adam Zrelak eine zweite Spitze für den blassen Schleusener. Am Geschehen auf dem Platz aber änderte sich dadurch nichts.

Die Gastgeber waren zwar weit entfernt von der Brillanz des ersten Durchgangs, waren aber längst wieder zu der Ernsthaftigkeit zurückgekehrt, die es braucht, um den 1. FC Nürnberg in einem Zweitligaspiel als Verlierer vom Platz zu schicken. Gideon Jung nutzte das noch zum 4:1 in der 82. Minute. Keller bleiben jetzt zwei Tage Zeit, um mit seiner Mannschaft eine Strategie für das Heimspiel gegen den SV Sandhausen zu erarbeiten. Bislang sieht das Jahr 2020 für den Club aber sehr genau so aus wie 2019.

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Beyer, Letschert, van Drongelen, Leibold - Schaub (76. Jung), Fein, Dudziak - Jatta, Hinterseer, Kittel 

1. FC Nürnberg: Mathenia - Mühl, Margreitter, Mavropanos, Handwerker - Geis, Gnezda Cerin (41. Nürnberger) - Schleusener (78. Zrelak), Behrens, Hack (90. Dovedan) - Frey 

Tore: 1:0 Jatta (18.), 2:0 Hinterseer (27., Foulelfmeter), 2:1 Handwerker (51.), 3:1 Kittel (68., Handelfmeter), 4:1 Jung (82.) | Gelbe Karten: Schaub (3.), van Drongelen (20.) - Frey (20.), Gnezda Cerin (41.), Behrens (48.)  | Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart) | Zuschauer: 39985

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