Nach dem späten Sieg in Sandhausen

Der Club im Glück - Klauß: "Was gibt's Schöneres?"

Foto: Eduard Weigert Datum: 27.3.19..Wolfgang Laass....Mitarbeiterportrait
Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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20.11.2021, 15:46 Uhr
Zwei Joker, zwei Tore: Fabian Nürnberger (links) und Erik Shuranov sorgten in Sandhausen für die Wende.

Zwei Joker, zwei Tore: Fabian Nürnberger (links) und Erik Shuranov sorgten in Sandhausen für die Wende. © Sportfoto Zink / Daniel Marr

Der Aufreger des Abends sorgte hinterher noch für einige Diskussionen, an denen sich die Spieler, Trainer und Fans des 1. FC Nürnberg aber nicht beteiligen wollten. Sie hatten ja 2:1 gewonnen und der SV Sandhausen 1:2 verloren, auch weil der VAR ein Handspiel von Dennis Borkowski vor dem Siegtreffer in der Nachspielzeit durchgehen ließ.

"Unfassbar schön"

Nach mehrminütiger Überprüfung zählte Erik Shuranovs nachfolgender Schuss ins Glück, wenig später brachen beim Club alle Dämme. Erstmals seit April 2018 hatte der 1. FC Nürnberg mal wieder ein Spiel gedreht und dafür effektiv nur zehn Minuten gebraucht. Wer es nicht gesehen hat, kann sich kaum vorstellen, was danach auf und neben dem Platz los war.

"Unfassbar schön" sei das gerade Erlebte gewesen, meinte Robert Klauß, zumindest das nackte Ergebnis. Sie flippten im Überschwang der Gefühle regelrecht aus. Inklusive DFB-Pokal haben die Nürnberger nach dem damaligen 3:2 gegen Heidenheim in unterschiedlichen Besetzungen sage und schreibe 131 Versuche gebraucht, um nach Rückstand mal wieder einen Sieg feiern zu dürfen.

Die Spitzengruppe rückt zusammen

Angenehmer Nebeneffekt: Die drei Punkte bringen den Club (24) näher an die Spitzengruppe heran; Sankt Pauli (26, ein Spiel weniger), am Sonntag zu Gast im Max-Morlock-Stadion, ging am Samstag beim neuen Tabellenführer SV Darmstadt (26) 0:4 unter, Jahn Regensburg (25) verlor 1:4 beim HSV (23). Die ersten Sechs trennen aktuell nur drei Zähler. Und mittendrin tatsächlich: der 1. FC Nürnberg.

"Wir sind natürlich happy", sagte Robert Klauß, auch er, obwohl er in der Pressekonferenz nicht so aussah. Die Art und Weise bis zur 70. Minute hatte ihm schließlich überhaupt nicht gefallen, woran der Trainer mit dem ungewohnten 4-1-4-1-System ohne richtigen Zielspieler zunächst auch seinen Anteil hatte: "Wir haben uns selbst müde gespielt."

Lediglich unfassbar fanden die Sandhäuser die finale Entscheidung des Schiedsrichtergespanns. Geldgeber und Präsident Jürgen Machmeier erinnerte hinterher stark an seinen Kollegen Thorsten Fischer von den Würzburger Kickers, der im April ebenfalls nach einem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg gleich sein komplettes DFB-Sponsoring einstellen wollte. Weil die Unparteiischen wiederholt nicht so gepfiffen hatten, wie er sich das so vorstellte.

Machmeiers Wut

"Man muss sich fragen, was der Videobeweis für einen Sinn macht, wenn im Strafraum ein klares Handspiel stattfindet vor einem Tor und der Kölner Keller den Schiedsrichter noch nicht mal zum Bildschirm bittet", fragte also der Sandhäuser Macher Machmeier auf der Internetseite des Vereins, "da bleibt einem die Sprache weg." Fakt ist, dass dem Nürnberger Borkowski vor dem 2:1 der Ball vom Bauch an die linke Hand sprang, gewiss unabsichtlich. "Fakt ist, dass wir nicht zum ersten Mal benachteiligt wurden", schimpfte Machmeier, und überhaupt: So kann es nicht weitergehen. Mit? "Dem Videobeweis, für den wir viel Geld bezahlen."

Dass sich gefühlte Ungerechtigkeiten wie diese irgendwann ausgleichen, war nur ein schwacher Trost für die zudem von Corona geschwächten Gastgeber. Gemerkt hat man davon wenig, höchstens in den letzten Minuten, als der Club mit dem kolossalen Stoßstürmer Manuel Schäffler im Zentrum auch körperlich richtig anstrengend werden sollte für den SV Sandhausen. Selbst ohne Tom Krauß, dessen in der zweiten Halbzeit erlittene Oberschenkel-Blessur nicht weiter tragisch ist, wie der Verein am Samstag mitteilte.

"Natürlich gibt es uns das jetzt erstmal viel Aufwind, man hat auch in der Kabine gemerkt, dass die Jungs sehr glücklich darüber waren", berichtete Robert Klauß, "ein Auswärtssieg in der 93. Minute am Freitagabend, es gibt wenig schönere Sachen, die man als Fußballer erleben kann."


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