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Abwehr-Sorgen beim FCN: Chance für Krätschmer?

Der Innenverteidiger wartet weiter auf seinen ersten Einsatz - 19.02.2021 10:20 Uhr

Pius Krätschmer dufte sich bisher nur im Training und in Testspielen beweisen.

18.02.2021 © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink via www.imago-images.de


Pius Krätschmer ist ein Mysterium beim 1. FC Nürnberg. Geholt hat man den 23-Jährigen im Sommer aus Schweinfurt, weil er die Verantwortlichen am Valznerweiher nach einem dreitägigen Probetraining von sich überzeugt hatte. Man traute ihm damals zu, "über kurz oder lang bei uns seinen Weg zu gehen", erklärte Dieter Hecking im September vergangenen Jahres die bis heute einzige externe Verpflichtung für die Defensive.

Seitdem war der Weg für Krätschmer ein mühsamer. Zwar steht der gebürtige Ulmer seit Saisonbeginn regelmäßig im Spieltagsaufgebot des FCN, für einen Einsatz sollte es in seinen 16 Kader-Nominierungen jedoch noch nicht reichen. Zeigen durfte sich der Blondschopf bisher nur in Testspielen, gegen Regensburg und Frankfurt (jeweils 2:0) hinterließ er stets einen soliden Eindruck. So war zu erkennen, dass Krätschmer vorzugsweise einen spielerischen Ansatz wählt und vor allem technisch dem ein oder anderen Abwehrkollegen durchaus einen Schritt voraus ist. Krätschmer strahlt Ruhe am Ball aus, ist gleichzeitig aber kein lautstarker Leader und in direkten Duellen nicht immer robust genug.

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Valentinstags-Pleite gegen Pauli: Der FCN in der Einzelkritik

Ein sonniger Valentinstag geht für den 1. FC Nürnberg mit eher wenig Liebe und Leidenschaft zuende. Gegen den FC St. Pauli fasst sich der Club zu spät ein Herz - und verliert auch dank eines Traumtores von Ex-Nürnberg-Torjäger Guido Burgstaller am Ende mit 1:2. NZ-Sportredakteur Uli Digmayer hat genau hingesehen - hier kommen die Profis in der Einzelkritik.


Trotz seiner spielerischen Stärke und der Tatsache, dass Krätschmer der einzige Linksfuß in der Defensivzentrale des FCN ist, vertraut Trainer Robert Klauß lieber auf andere Akteure. Dabei ist die Club-Abwehr seit Wochen alles andere als sicher, gegen den FC St. Pauli resultierten beide Gegentore zuletzt aus kapitalen Defensiv-Fehlern. Die Frage, ob die Formschwäche einiger Abwehrspieler auf den fehlenden internen Konkurrenzkampf zurückzuführen ist, verneinte Klauß auf der jüngsten Pressekonferenz nach einem kurzen Zögern. "Wir haben jede Position doppelt besetzt, die Jungs geben Gas im Training."

"Da ist es egal, wer spielt"

Viel eher lag es laut Klauß daran, wie andere Mannschaftsteile gegen die Kiezkicker, respektive vor der Viererkette, agiert haben. "Vor der Abwehr haben wir wirklich schlecht gearbeitet. Deshalb sehen die Spieler in der letzten Kette auch nicht gut aus. Da ist es egal, wer spielt."

Vor den individuellen Fehlern kann man dennoch nicht die Augen verschließen. Ob das Gas-Geben im Training von Krätschmer und seinen Kollegen nun genügt, um weitreichende Änderungen in der Viererkette zu vollziehen, ist dennoch äußerst fraglich. Zumindest wird Klauß vor dem Spiel in Karlsruhe vor die Frage gestellt, wer den verletzten Asger Sörensen vertreten wird. Gegen St. Pauli durfte Georg Margreitter den Part übernehmen, doch sah der Österreicher besonders vor dem 0:2 nicht gut aus.

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Die erste Viertelstunde machte Hoffnung, doch am Ende hat der Club zu früh aufgehört und dann zu spät wieder angefangen, das Spiel zu kontrollieren und aggressiv nach vorne zu spielen. Die meisten Zeit war der FC St. Pauli dem FCN haushoch überlegen und ließ die Abwehr oft mal ziemlich alt aussehen. Vor allem Lukas Mühl erwischte einen schwarzen Tag, der mit einer 1:2-Niederlage im eigenen Stadion endete.


Da auch Youngster Noel Knothe länger ausfällt, bleibt neben Margreitter lediglich Krätschmer als mögliche Alternative über. Für einen Einsatz des 23-Jährigen spricht neben beschriebener Stärken die mentale Frische, die in der bedrohlichen Lage des FCN durchaus wertvoll sein könnte. Allen voran erfordert es jedoch Mut von Trainer Klauß, ausgerechnet gegen robuste Karlsruher Krätschmer eine Chance zu geben.


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Tim Sohr Online-Redaktion, Sport

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