Dienstag, 20.10.2020

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Bereit für die Wiederwahl? Grethlein kandidiert beim FCN

Der 62-Jährige bewirbt sich erneut für den Aufsichtsrat - 24.09.2020 12:57 Uhr

Spruchreif! Thomas Grethlein kann gut reden. Kann er auch den Club in die Zukunft führen?

© Sportfoto Zink / ThHa


Folge 61: Der 1. FC Nürnberg und die Rückkehr der Fans

“In jeder Krise steckt eine Chance.“ Dieser Satz stammt im Kontext des krisenerprobten FCN? Natürlich von Thomas Grethlein. Der Aufsichtsratsboss des 1. FC Nürnberg ist bekannt dafür kluge Sätze zu sagen, was sich auch wahrscheinlich auch dadurch erklärt, dass Grethlein nicht nur der Vorsitzende des rot-schwarzen Kontrollgremiums, sondern auch Doktor der Philosophie ist. Mit seinem ebenfalls schönen Sinnspruch “Das Leben ist kein FC Bayern. Das Leben ist eher wie der Club“, hat es 62-Jährige unlängst in die Vorauswahl der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur für den Fußballspruch des Jahres geschafft.

Als Grethlein im April der Nürnberger Zeitung den Satz mit der Krise und den Chancen ins Blatt diktierte, ging es speziell um die Auswirkungen der Coronakrise auf den pandemiegeplagten Altmeister. Dass die Krise beim Club - abseits von Corona - im Sommer eine noch größere werden würde, als man es von Nürnbergs Traum-und-Traumata-Club eh schon kannte, wusste Grethlein da noch nicht. Mit Mühe, Not und Fabian Schleusener entkam der FCN, dem Grethlein schon seit vielen Jahre als Fan anhängt, in der Relegation dem Absturz in die Drittklassigkeit um Haaresbreite.

Es war zwangsläufig, dass auch Grethlein von vielen, die es mit dem Club halten, für Nürnbergs Fast-Abstieg verantwortlich gemacht wurde, ihm und dem Gremium ehrenamtlicher Aufsichtsräte eine Mit- oder Teilschuld an der fränkischen Beinahe-Katastrophe gegeben wurde. Ein Beispiel hierfür lieferte Anfang August Fritz Sörgel, Pharmakologie-Professor aus Heroldsberg und Club-Fan, der Grethlein an der Spitze des Aufsichtsrats harsch kritisierte. Die Konsequenz? Als der Chef des Kontrollgremiums bereits Mitte Juli, nach der glücklich bestrittenen Relegation, bei der Pressekonferenz zur Trennung vom unglücklichen Sportvorstand Robert Palikuca danach gefragt wurde, inwieweit er sich selbst in die Verantwortung für das rot-schwarze Um-ein-Haar-Desaster nehme, reagierte Grethlein ausweichend.

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Keine monokausalen Zusammenhäng und der Oktober

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“Was im Spätherbst sein wird, vermag ich im Moment nicht zu sagen“, antwortete dieser dahingehend, ob er noch einmal zur Wahl für den Aufsichtsrat antreten werde. “Ob ich noch einmal kandidiere oder nicht, lasse ich mir natürlich offen“, sagte Grethlein also. “Wenn man über Schuldfragen spricht, gibt es keine monokausalen Zusammenhänge“, betonte der FCN-Chef nach einer wie er sagte - intensiven Fehlersuche ebenfalls im Club-Gremium. Und nahm das mit dem Es-gibt-keinen-alleinigen-Grund-warum-die-Saison-so-schlecht lief, für sich und den Aufsichtsrat auch in Anspruch. “Auch wir haben bei uns Dinge entdeckt, die wir nicht so gut gemacht haben“, erklärte der passionierte Zigarrenraucher freilich gleichermaßen. Festmachen an einem Punkt oder einem speziellen Versagen des Gremiums könne man dies jedoch nicht.

Am 24. September hat Grethlein die Frage, ob er sich bei der anstehenden, virtuell stattfindenden Mitgliederversammlung am 20. Oktober turnusgemäß zur Wiederwahl stellen wird auf Nachfrage der Nürnberger Nachrichten nun beantwortet. Und zwar mit einem Ja. Er habe seine Bewerbung und die entsprechenden Erklärungen eingereicht, ließ der amtierende Aufsichtsratsboss wissen. Und das wohl ohne einen potenziell preisgekrönten Spruch hinzugefügt zu haben. Warum er antrete? Das beantwortete Grethlein den NN auch. “Da ich im Gremium Anerkennung und Rückhalt verspüre, der Aufsichtsrat unter meiner Führung großen Anteil daran hat, dass wir wirtschaftliche Stabilität erreicht haben und ich denke, für den Verein weiterhin gute Dienste leisten zu können.“

apö / la

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