Eine Null zu viel: FCN fehlt gegen Braunschweig die Balance

1.3.2021, 06:42 Uhr
In der Vorwärtsbewegung ist der Club gegen Braunschweig zu ideenlos.

In der Vorwärtsbewegung ist der Club gegen Braunschweig zu ideenlos. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

Die Null stand. Vorne wie hinten. Eine nahmen sie beim 1. FC Nürnberg sogar erfreut zur Kenntnis. "Gute Defensivarbeit über 90 Minuten" sah auch Christian Mathenia, der nicht einen Abschluss der Eintracht auf sein Tor bekam. Also: "Gutes Coaching auf dem Platz, gute Mentalität", sprach Mathenia in ein Mikrofon, was allerdings nur die halbe Wahrheit war.

Gegen den Ball stabil, mit Ball freilich in etlichen Phasen überfordert, so lautet das Gesamtfazit nach dem 0:0 gegen den neuen Tabellen-Vorletzten aus Braunschweig. Sechs Punkte Vorsprung hat der Club auf die Ränge 16 und 17, neun hätten es mit einem Heimsieg werden können.

Der Konjunktiv musste deshalb in etlichen Analysen herhalten, um zu erklären, warum offensiv nicht viel zusammenlief. Zwei Abseitstore (Krauß, 2./Dovedan, 71.), zwei Dovedan-Schüsse, Schäfflers Probleme mit der Ballkontrolle fünf Meter vor dem Tor (50.) - mehr war nicht. "Viele Aktionen um die Box herum" wollte Mathenia nicht unerwähnt lassen, freilich überwiegend ideenlos vorgetragen. Warum seine Kollegen im letzten Platzdrittel jegliche Zielstrebigkeit und Kreativität vermissen ließen, konnte Mathenia aber auch nicht sagen, er ist ja Torwart, nur soviel: "Wir müssen uns das morgen anschauen."

"Kriegen immer unsere Chance"

Der Mittelstürmer ist da schon einen Schritt weiter mit seiner Ursachenforschung. Demnach kriegen sie es einfach nicht (mehr) hin, konzentriert zu verteidigen und beherzt anzugreifen. Eine Frage der internen Balance, die offensichtlich Schaden genommen hat im Januar. Sechs Spiele ohne Sieg haben ihre Spuren hinterlassen; fortan galt es vor allem, "die Defensive zu stärken und die Null hinten zu halten", sagte Schäffler, "weil wir vorn immer unsere Chance kriegen". In Karlsruhe ist der Plan in der letzten Minute noch voll aufgegangen, sieben Tage später nur zum Teil.

"In der Summe hätten wir es etwas besser ausspielen können", meinte Schäffler noch, "gerade unsere Umschaltsituationen, darin gilt es anzuknüpfen", während sein Trainer, durchaus angetan von der gemeinsamen Torverhinderungsarbeit, auf dem Weg in die andere Hälfte "viele Ballverluste, technische Mängel und falsche Entscheidungen" kritisierte.

Also nehmen sie mit, dass in der zweiten Liga fast jedes Spiel eng ist und zum zweiten Mal in Folge hinten die Null stand. Die Null vorn gilt es, schon am Sonntag in Düsseldorf wieder zu kippen. "Die letzte Entscheidungskraft" habe ihnen in Strafraumnähe gefehlt, so Schäffler, "da müssen wir eine Schippe drauflegen, damit wir wieder zum Torerfolg kommen."

Vielleicht kann Robin Hack dabei helfen, der in der Schlussviertelstunde nach vierwöchiger Pause sein Comeback gab. Oder Felix Lohkemper, dessen Comeback unmittelbar bevorstehen soll. Ansonsten könnte das letzte Saisondrittel ausgesprochen lang und auch noch sehr unangenehm werden für den 1. FC Nürnberg.

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