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Erschwerte Planung: Künftiger HCE-Coach Haaß nutzt die Zeit

Der Kapitän des Handball-Bundesligisten hält sich aktuell zuhause fit - 07.04.2020 14:41 Uhr

In der Zwangspause durch die Corona-Krise kann sich der künftige HCE-Trainer Michael Haaß auf seine kommende Aufgabe vorbereiten, die Planung stellt sich aber noch als schwierig dar. © Sportfoto Zink / Oliver Gold, NZ


Im Januar ist Michael Haaß mit seiner Familie umgezogen und schlägt heute drei Kreuze, diesen Schritt kurz nach der Geburt des zweiten Kindes noch gemacht zu haben. In Uttenreuth lebt die vierköpfige Familie inzwischen und verfügt über deutlich mehr Platz als zuvor in der Erlanger Wohnung. Ab und zu muss der Weltmeister von 2007 doch noch in die große Nachbarstadt und macht dabei eine ganz neue Erfahrung: "Wenn man jetzt nach Erlangen reinfährt, ist überall tote Hose, schon krass!"


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Wie seine Mannschaftskollegen bemüht sich der 37-jährige Kapitän und Spielmacher des einzigen bayerischen Handball-Bundesligisten, möglichst fit zu bleiben. Schließlich ist die laufende Saison nur ausgesetzt, noch nicht offiziell für abgeschlossen erklärt. Doch zwischen den Zeilen schwingt bei Haaß durchaus mit, dass er nicht ernsthaft damit rechnet, in dieser Saison noch einmal auf die Platte zurückzukehren. Es gelinge ihm nicht so recht, seine Gefühle in Worte zu fassen, "denn so was hat es einfach noch nicht gegeben".

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Und so läuft er regelmäßig und ertüchtigt sich, so gut es geht, auch in den eigenen vier Wänden. "Jeder Handballer hat mittlerweile – das war vor 15 Jahren vielleicht noch anders – genug Möglichkeiten, auch zu Hause zu trainieren", sagt er und lacht am Telefon.

Kaum Klavierspiel und schwere Planung

Die Kinder halten Haaß durchaus auf Trab, wobei der Familienvater und seine Frau auch ganz neue Erfahrungen sammeln mussten. Der dreijährige Sohn besucht normalerweise eine Kita. Nach deren Schließung "haben wir eine Woche gebraucht, um den Alltag auf die Reihe zu kriegen, Routine reinzubringen, was für den Großen auch schwierig war", so Haaß. Und quasi im Nebensatz verrät er noch, dass er auch mit mehr Freizeit kaum dazu kommt, sich ans geliebte Klavier zu setzen: "Überraschenderweise mögen beide Kinder mein Klavierspiel nicht", nennt er lachend den Grund.


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Eigentlich hatte Michael Haaß im Dezember seine Karriere beenden wollen, um sich auf die Trainertätigkeit beim U-23-Drittligateam des HCE zu konzentrieren. Der Abstiegskampf, die Verletzung seines Nachfolgers Benedikt Kellner und zwei Trainerbeurlaubungen machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Er führte die Mannschaft weiter auf der Platte und coachte sie gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Kevin Schmidt und "Co" Tom Hankel. "Dadurch, dass ich weiter gespielt habe, fehlte mir Zeit, mich auf den Job ab Sommer vorzubereiten", räumt der 37-Jährige ein, der die HCE-Profis ab dann als Cheftrainer übernehmen wird. "Deswegen ist es ganz gut, dass ich jetzt ein bisschen Zeit habe, mich damit auseinanderzusetzen, was dann hoffentlich pünktlich ab Sommer passiert."

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Wobei er sich wünscht, dass möglichst bald ein Signal der Liga kommt, ob und wie es weitergehen wird. Derzeit sei alles "völlig unabsehbar, schwer planbar". Natürlich hofft er, dass der renommierte Hallenser Virologe Prof. Alexander Kekulé nicht Recht behält, der im ZDF-"Sportstudio" erklärt hatte, er rechne nicht damit, dass in diesem Jahr noch Spiele in der Halle stattfinden werden.

Haaß ist überzeugt, dass sich nach der Corona-Krise vieles verändert haben wird. "Natürlich haben wir Probleme im Sport, aber es gibt Dinge, die sind wichtiger und schlimmer", bemüht er sich um eine passende Einordnung, während er damit beschäftigt ist, schon mal für die nächste Saison zu planen. "Ich gehe davon aus – Stand jetzt –, dass man einigermaßen pünktlich anfangen kann." Das hofft er – und kann diese Gedanken vertreiben, während ihn seine beiden Kinder in Beschlag nehmen.

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Philipp Roser

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