Feiertage beim FCN: Geis' Geniestreich aktiviert den Club

25.4.2021, 08:09 Uhr

"Der Geisi kann gut schießen": Vor allem kann Johannes Geis auch gut in einer Jubeltraube verschwinden. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

Was Frank Schmidt noch zu sagen hatten, das konnte man nach Spielen des 1. FC Nürnberg in den letzten Jahren schon häufiger hören - vielleicht nicht ganz so drastisch. Also: "Der Start war beschissen, das Ende war beschissen. Und zwischendurch war es auch nicht besser. Der Unterschied zu sonst: Frank Schmidt ist der Trainer des 1. FC Heidenheim. Der hatte gerade 1:3 gegen einen Club verloren, dem ein sehr guter Start gelungen war, ein sehr gutes Ende und der zwischendurch ebenfalls überzeugen konnte.

Jetzt steht der Klassenverbleib für den 1. FC Nürnberg fest. Dass der Club, wie es in einer sehr abgefahrenen Theorie möglich wäre, noch von Eintracht Braunschweig eingeholt wird, ist selbst für diesen, zu allerlei Verrücktheiten neigenden Verein, keine Option mehr. Deshalb war natürlich überall gute Laune nach diesen sehr schön anzusehenden 90 Minuten. Einer, der das Drehbuch dieses Spiels maßgeblich bestimmt hatte, war Johannes Geis.

Der Mittelfeldspieler ist in Nürnberg ein bisschen berühmt geworden dafür, dass in ihm sehr viele Menschen einen sehr guten Distanzschützen vermuten, dass seine Distanzschüsse dann aber meist irgendwo landen, aber nicht im Tor. "Der Geisi kann gut schießen", sagte jetzt aber auch sein Trainer Robert Klauß. Bewiesen hatte das der Geisi, als noch nicht einmal zwei Minuten absolviert waren im Max-Morlock-Stadion. Einen Freistoß fast von der Eckfahne hatte er da zum 1:0 ins Tor getreten.

Wie einst in Mainz

Und weil der Geisi schon immer gut schießen kann, war das natürlich keine Premiere. "Ich habe mal ein ähnliches Tor für Mainz geschossen", sagte Geis. Und: "Das Tor hat Sicherheit gegeben." Noch mehr Sicherheit hatten sie, nachdem sie ein zweites Tor geschossen hatten. Die Vorlage zum Treffer von Fabian Nürnberger gab: Geis, der offensichtlich auch gut flanken kann. Geis war damit so etwas wie der Spieler des Spiels in einer Partie, in der sich fast alle Nürnberger sehr deutlich um diese Auszeichnung beworben hatten. Mitbekommen hatten sie das schon auf dem Platz auch selbst. "Die Mannschaft wächst von Spieltag zu Spieltag", sagte Geis über das gestiegene Selbstvertrauen nach nun sechs Partien ohne Niederlage.

"Wir kommen gerade ins Rollen", sagte dazu Klauß, will aber trotzdem dafür sorgen, dass seine Mannschaft auch in den noch anstehenden Partien gegen die anderen Spitzenteams der Liga "demütig und aggressiv" bleibt. "Jetzt kommen die Gegner, gegen die wir zeigen können, wie weit wir sind", sagte Klauß. Weil es gegen Heidenheim so aussah, als wären sie immerhin schon einmal weiter, als es die meisten Beobachter von ihnen angenommen hatten, durfte Geis diesen Spielen noch eine schöne Überschrift geben: "Jetzt kommen ein paar Feiertage."

So etwas hat man von einem Nürnberger Fußballspieler schon lange nicht mehr hören dürfen - Johannes Geis müsste damals noch in Mainz gespielt haben, wenn man sich nicht irrt.

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