Beide Seen durchschwommen

Fränkischer Triathlet: Wie Wellbrock durch den Brombachsee

23.8.2021, 14:24 Uhr
Nur er und das Wasser: Benjamin Nitsche auf seinem Weg durch den Brombachsee.

Nur er und das Wasser: Benjamin Nitsche auf seinem Weg durch den Brombachsee. © Foto: Privat

Für sportliche Abenteuer ist Benjamin Nitsche immer zu haben. 2015 ist er mit dem Fahrrad quer durch Deutschland gefahren. Von Lindau am Bodensee bis nach Flensburg, 1340 Kilometer in neun Tagen. Weil ein Jobwechsel ihm ein paar Wochen Extraurlaub verschafft hat und er sich die Zeit vertreiben wollte. Vergangenes Jahr ist er gemeinsam mit fünf Freunden so lange einen Berg nahe Egloffstein hinauf und wieder hinunter gefahren, bis 8848 Meter auf der Sportuhr standen. Die Höhe des Mount Everest. 14 Stunden hat das gedauert, 48 mal hat das Sextett den Anstieg bewältigt.

Am Wochenende hat sich der Erlanger Triathlet einer neuen Herausforderung gestellt. Diesmal ohne Fahrrad, dafür in Badehose und Schwimmbrille. Er hat sich vorgenommen, den Kleinen und Großen Brombachsee zu durchschwimmen. "Meine Freundin und ich setzen uns jedes Jahr ein sportliches Ziel. Bei mir ist es heuer der Brombachsee, Julia will mit dem Fahrrad über das Stilfser Joch ", sagt der 30-Jährige.

Freundin paddelt nebenher

Am Samstag um 11:23 Uhr taucht er in das 23 Grad warme Wasser des Kleinen Brombachsees. Er beginnt sein Vorhaben unter der Autobahnbrücke, über die die Seestraße führt, dort, wo der Altmühlüberleiter in den See mündet. Freundin Julia fährt mit dem Kajak neben ihm her. Sie hat Verpflegung an Board und hält sich zum Eingreifen bereit, falls die Kräfte doch nicht für die ganze Strecke reichen. "Der kleine See war kein Problem, den kenne ich auch vom Windsurfen sehr gut", berichtet Nitsche später.

Am FKK-Strand in Absberg zieht das Paar das Kajak aus dem Wasser. Drei Kilometer liegen hinter ihnen. Eine Strecke, die für Nitsche noch keine Herausforderung ist. In der Vorbereitung ist er bis zu 5,5 Kilometer am Stück geschwommen. Kreise im Baiersdorfer Baggersee, nahe seines Wohnortes. Als zeitraubend erweist sich hingegen, das Boot durch die vielen Badegäste hindurch zum Großen Brombachsee zu ziehen. "Wir waren überrascht, wie viel Betrieb da überall ist", sagt Nitsche.

Doch dann ist er wieder im Wasser, in seinem Element. Weil er den großen See nicht so gut kennt, navigiert ab jetzt Freundin Julia. Er schwimmt dem Kajak hinterher. Zug um Zug, Minute für Minute. Zeitweise begleitet einer der zahlreichen Stand-Up-Paddler spontan das Paar. Kurz darauf taucht die Wasserwacht mit einem Motorboot neben ihnen auf. Die Retter wollen wissen, ob alles okay ist, der Sportler seine Kräfte nicht überschätzt.

Was folgt nächstes Jahr?

Alles gut, Nitsche schafft das schon. Bis ihn einen Kilometer vor dem Ziel, das in Pleinfeld am südlichen Ende des Hauptdamms des Großen Brombachsees liegt, Schmerzen plagen. Die Schultern sind völlig verspannt vom Kraulen. Nitsche schwimmt einige Meter auf dem Rücken, kämpft sich weiter voran. Es ist zäh, aber es klappt. Als er in Pleinfeld aus dem Wasser steigt, hat er 8868 Meter schwimmend zurückgelegt in rund zweieinhalb Stunden.

Sein Vorbild, Olympiasieger Florian Wellbrock, schwimmt zehn Kilometer in deutlich unter zwei Stunden. "Davor habe ich großen Respekt. Er zeigt, was alles möglich ist." Auch für Benjamin Nitsche soll in Zukunft noch einiges möglich sein. Nächstes Jahr wird er sich einer neuer Herausforderung stellen. Etwas mit Windsurfen oder Treppenläufen könnte er sich vorstellen. Anstrengend wird es auf jeden Fall.

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