Seriensieger Tom Burmann

Fränkisches Läufertalent: Schnell mal der Beste sein

10.8.2021, 11:00 Uhr
Fränkisches Läufertalent: Schnell mal der Beste sein

© Foto: Arriba Göppersdorf

Als Tom Burmann am Mittag an sein Handy geht, ist er gerade erst vom Rennrad gestiegen. Zwei Stunden lang ist er zuvor durch den Landkreis gerast, während andere noch beim ausgedehnten Sonntagsfrühstück saßen. Mindestens siebenmal pro Woche trainiert Burmann. Jeden Tag eine Einheit, manchmal auch zwei. Dieses Jahr hat er seine ersten beiden Triathlons über die Kurzdistanz absolviert. Beim Rothsee-Triathlon war er über 750 Meter der schnellste Läufer des gesamten Starterfeldes.

Burmann erzählt das, als wäre es eine Selbstverständlichkeit. Für ihn ist es das ja auch. Im Laufen war er schon immer gut. Dabei ist "schon immer" in seinem Fall ein überschaubarer Zeitraum. "Ich habe in der neunten Klasse den Quali in Sport gemacht und deswegen angefangen zu trainieren", blickt er zurück. Gerade einmal zwei Jahre ist das her. Das Laufen macht ihm Spaß, er folgt dem Beispiel seiner drei Jahre jüngeren Schwester und wird Mitglied im Lauf- und Triathlonverein Arriba Göppersdorf.

"Die Trainer haben dann schon gesehen, dass ich ziemlich schnell eine große Leistungssteigerung geschafft habe", sagt der 18-Jährige. Erst seit diesem Jahr wendet er sich auch verstärkt dem Triathlon zu. Eigentlich ist er als Crossläufer bekannt. Auf dem schlammigen Untergrund kann er seine Stärken ausspielen: Ausdauer, Leidensfähigkeit, Siegeswillen. "Ich kann über das Gefühl der schweren Beine einfach drübergehen", berichtet er.

Platz zwei ist eine gefühlte Niederlage

Die nötige Härte holt er sich mit Trainer Jörg Foistner bei Intervalleinheiten in hügeligem Gelände. "Der ganze Verein unterstützt mich stark, fährt mich zu Wettkämpfen, feuert mich an der Strecke an." Nicht ohne Erfolg. Burmann wird 2020 Mittelfränkischer Meister im Crosslauf, verpasst auf bayerischer Ebene mit Platz vier nur knapp das Podium und wird auf der Deutschen Meisterschaft 13. seiner Altersklasse. Und läuft damit vielen davon, die den Sport schon sehr viel länger betreiben als er. Im Dezember findet die nächste Deutsche Meisterschaft statt. Dann will Burmann unter die besten Zehn.

Dass er kaum Konkurrenz fürchten muss, zeigt sich auch regelmäßig beim RatsRunners-Cup, einer Serie von Hindernisläufen in Süddeutschland. Drei Veranstaltungen gab es davon dieses Jahr bislang. Zweimal hat Burmann gewonnen. Beim letzten Lauf in Bühlertann nahe Schwäbisch-Hall reichte es "nur" zu Platz zwei. Darüber ärgert er sich ein bisschen, "falsche Schuhe" waren schuld, vermutet er. Festes Schuhwerk ist entscheidend bei den Rennen, die von Kriechstrecken, Wasserrutschen, Klettergerüsten und allen möglichen sonst denkbaren Hindernissen geprägt sind.

Trotzdem braucht Burmann meist deutlich weniger als eine Stunde für zehn Kilometer. Über dieselbe Distanz auf flacher Strecke liegt seine Bestzeit bei 35:59 Minuten. Für die RatsRunner-Serie ist sein Ziel klar: "Ich will in meiner Altersklasse und in der Gesamtwertung gewinnen." Es wäre eine Überraschung, sollte ihm das nicht gelingen. Selbst deutlich ältere und erfahrenere Läufer haben regelmäßig Probleme, mit dem drahtigen, blonden Schreinerlehrling aus Thannhausen mitzuhalten.

Zukunft im Triathlon?

Am Sonntag, 15. August, gastiert der RatsRun in Weißenburg, Heimspiel also. Klar, dass Burmann da gewinnen will. Einen Pokal und eine Medaille gibt es für den Erstplatzierten meistens, manchmal noch ein Handtuch im Design des Sponsors. Was die Veranstalter für den Gesamtsieger vorgesehen haben, könnte Burmann Ende August erfahren.


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Dann findet im Schwarzwald der letzte Hindernislauf der Saison 2021 statt. Trotz der Erfolge im Schlamm und über Hindernisse sieht sich Burmann langfristig eher als Triathlet. "Es reizt mich, drei unterschiedliche Disziplinen zu beherrschen und das Training ist dann auch abwechslungsreicher", sagt er. Das mit dem Laufen klappt selbstverständlich tadellos, auf dem Rad fühlt er sich "ordentlich", nur im Wasser verliert er noch einige Zeit auf die Besten. Sobald sich das ändert, wird der Name Tom Burmann auch in der Triathlon-Szene ein Begriff sein.

Bis dahin hat er wohl auch seine Schreinerlehre abgeschlossen. Das Arbeiten mit Holz begleitet ihn bereits viel länger als der Laufsport. Schon in der Grundschule hat Burmann einen Schrank gebaut. "Ich wusste da, dass ich Schreiner werden will", sagt er heute. Dass er mal einer der besten Läufer werden würde, die die Region zu bieten hat, war damals noch nicht absehbar. Das Laufen hat in seiner Familie keine Tradition, schon gar nicht auf so hohem Niveau. Für Burmann ist der Sport dagegen Lebensinhalt. Vor ein paar Tagen ist er aus dem Urlaub zurückgekehrt. Er war mit Freunden im Fichtelgebirge, zum Wandern. Weil es ohne Laufen halt einfach nicht geht.

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