13°

Freitag, 25.09.2020

|

zum Thema

Fürth im Derby-Glück: Nürnbergs Himmel verdunkelt sich

Raum köpft das Kleeblatt zum 1:0-Erfolg im Lokalvergleich - 13.06.2020 14:59 Uhr

Kopfball ins Glück: David Raum köpft zum 0:1 ein und hinterlässt Christian Mathenia am Boden zerstört zurück.

© Wolfgang Zink/Sportfoto Zink


Die Vorzeichen waren – wieder einmal – nicht die allerbesten. Vor dem 266. Derby zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth befanden sich beide Vereine im Krisenmodus, wieder einmal. Die Spielvereinigung wies die Statistik als die punktemäßig schlechteste Mannschaft seit Wiederaufnahme des Betriebs aus, der 1. FC Nürnberg, nunja, der galt schon vor der Corona-Pause als Abstiegskandidat und blieb das auch.


Fürth verschärft die FCN-Lage: Der Derby-Ticker zum Nachlesen


Es wurde dann trotzdem alles viel aufregender und besser als erwartet – vor allem für das Kleeblatt, das David Raum mit seinem Treffer nach 56 Minuten beim 1:0 (0:0) gegen ebenbürtige Nürnberger ins Derbyglück schoss.

Bilderstrecke zum Thema

Beim FCN wird's zappenduster: Fürth gewinnt das Derby

Mit hohen Erwartungen und viel Druck gingen beide Mannschaften in die Partie, auch vor leeren Rängen ist ein Derby schließlich immer etwas Besonderes. Vor allem der Club war eigentlich zum Siegen verbannt, konnte auf dem Platz aber erneut nicht abliefern. Der eingewechselte David Raum ist es schließlich, der nach einigen Chancen hüben wie drüben das Kleeblatt in Führung bringt. Der FCN bleibt eine Antwort schuldig und nähert sich dem Komplettabsturz in die Drittklassigkeit weiter an.


Auf vier Positionen hatte Stefan Leitl, der Trainer der Spielvereinigung, seine Startelf im Vergleich zum 1:1 bei Dynamo Dresden verändert. Mergim Mavraj, Marco Caligiuri, Kevin Redondo und Julian Green spielten zunächst einmal anstelle von Maximilian Bauer, Marvin Stefaniak, Paul Jaeckel und Hans Nunoo Sarpei. Beim Club beließ es Jens Keller bei einer Änderung. Der Club-Trainer ersetzte den Rechtsverteidiger Oliver Sorg durch den Rechtsverteidiger Enrico Valentini.

Unterhaltsam und voller Chancen

Gemeinsam versuchten dann alle Beteiligten, einen besseren Eindruck zu machen, als das vorab erwartet worden war. Es gelang im ersten Durchgang, der durchaus ein derbywürdiges Spiel sah mit kleinen Vorteilen für die Gastgeber. Robin Hack war der erste, der aus aussichtsreicher Position am Tor vorbeischoss (4.). Es war die erste von vielen ausgelassenen Gelegenheiten. Die besten hatte beim Club Hack: Nach sieben Minuten landete sein Kopfball aus zehn Metern in den Armen von Sascha Burchert, der acht Minuten später Mühe hatte, einen Distanzschuss von Hack über das Tor zu lenken. Die besten Fürther Möglichkeiten vergaben Paul Seguin, der einen Freistoß knapp über das Tor setzte (10.) und Daniel Keita-Ruel per Kopf (35.).

Bilderstrecke zum Thema

Ausreichend und mangelhaft: Der Club muss nachsitzen

Es klappt nicht mehr beim Club! Der seit dem Re-Start sieglose FCN bleibt am 31. Spieltag einer aus seiner Sicht schlimmen Saison nicht nur erneut ohne dreifachen Punktgewinn - er verliert in seinem Geister-Stadion auch das prestigeträchtige Frankenderby gegen Fürth. Manche Spieler wurden sowohl von der Redaktion, dem kicker und den Usern mit einer schlechten Note abgestraft. Doch vereinzelt gibt es Lichtblicke.


Es war durchaus unterhaltsam, was sich da in den ersten 45 Minuten dem nicht vorhandenen Publikum im Max-Morlock-Stadion bot. Es ging auch nach der Pause flott weiter. Enrico Valentini war es diesmal vorbehalten, den ersten Schuss neben das Tor zu setzen (49.). Eine gute Chance, etwas besser war dann aber die, die sich Sebastian Ernst kurz darauf auf der Gegenseite bot. Sein Kopfball nach einer Ecke touchierte den Pfosten (50.). Sechs Minuten später führte das Kleeblatt – wieder einmal im Derby. Julian Green bewies auf der rechten Seite Übersicht und fand mit seiner Hereingabe den zur Halbzeit eingewechselten und in diesem Moment alleingelassenen David Raum. Der traf per Kopf in Fürther Glück.

Bilderstrecke zum Thema

Kleeblatt im Glück: Gute Bewertungen für die Männer aus Fürth

Vor der Corona-Pause lief es eigentlich richtig gut für das Kleeblatt, danach allerdings so gar nicht. Die schlechteste Mannschaft nach der Unterbrechung war das Team von Stefan Leitl. Doch mit dem 1:0-Sieg in Nürnberg konnte Fürth nicht nur den Rivalen aus der Nachbarstadt schlagen, sondern auch die 40-Punkte-Marke knacken. Die User honorieren diese Leistungssteigerung mit guten Noten - allerdings gab es eben auch nicht nur die.


Lohkemper beschäftigt Burchert - Abstiegsangst in Nürnberg

Der Club war sichtlich beeindruckt, die Gäste aus der Nachbarstadt hatten in der Folge zunächst einmal keine Mühe, gefährliche Situationen vor dem eigenen Tor zu verhindern. Keller versuchte noch einmal viel, wechselte zumindest viel – einen Effekt hatte das nicht mehr, auch weil Burchert in der Nachspielzeit einen Kopfball Lohkempers aus dem Winkel kratzte. Der Club sah nach dem Derby noch ein wenig schlechter aus als zuvor und das Kleeblatt strahlte.

Bilderstrecke zum Thema

Außen geht im Derby nix: Die FCN-Spieler in der Einzelkritik

Wieder war die Leistung der Nürnberger über weite Strecken okay. Wieder spielte sich die Elf von Jens Keller eine um die andere Chance heraus. Und wieder hat es nicht gereicht für den doch so wichtigen Dreier. Und das auch noch im Derby! Der Club verliert mit 0:1 und rutscht immer tiefer in den Strudel, der ihn Richtung dritte Liga zieht. NZ-Sportredakteur Stefan Jablonka mit den Einzelkritiken für die Cluberer.


1. FC Nürnberg: Mathenia - Valentini (77. Valentini), Margreitter, Mavropanos, Handwerker - Behrens, Erras - Schleusener (73. Lohkemper), Heise (60. Zrelak) - Hack (77. Kerk), Ishak (60. Frey)

SpVgg Greuther Fürth: Burchert - Meyerhöfer, Caligiuri, Mavraj, Wittek - Seguin, Ernst (72. Nielsen) - Green (63. Jaeckel), Hrgota (88. Leweling), Redondo (46. Raum) - Keita-Ruel

Bilderstrecke zum Thema

Note 5 im Derby? Nicht alle Fürther überzeugen in der Einzelkritik

Besser hätte es für das Kleeblatt am Samstagnachmittag nicht laufen können: Derbysieg, geknackte 40-Punkte-Marke, gesicherter Klassenerhalt. Jetzt geht es noch darum, einen möglichst guten Tabellenplatz zum Ende der Saison zu belegen. Auch die Noten sehen erfreulich aus, nur ein Fürther enttäuscht. NZ-Sportredakteur Florian Pöhlmann mit den Einzelkritiken.


Tore: 0:1 Raum (56.) | Gelbe Karten: Ishak, Heise, Valentini - Wittek, Green, Caligiuri | Schiedsrichter: Reichel (Stuttgart)

119

119 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport