Langdistanz

"Ein heißer Tanz": Das sagen die Triathlon-Stars vor dem Challenge Roth

Katharina Taubeneder
Katharina Taubeneder

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30.6.2022, 12:03 Uhr
Das Podium des vergangenen Jahres: Patrick Lange (Mitte) ist auch 2022 wieder dabei. Nils Frommhold (links), der in Frankfurt am Start war, und Felix Hentschel fehlen diesmal hingegen.

© Sportfoto Zink / Oliver Gold, Sportfoto Zink / Oliver Gold Das Podium des vergangenen Jahres: Patrick Lange (Mitte) ist auch 2022 wieder dabei. Nils Frommhold (links), der in Frankfurt am Start war, und Felix Hentschel fehlen diesmal hingegen.

Am Sonntag um 6.30 Uhr an der Kanallände Hilpoltstein geht die erste Startgruppe ins Wasser, darunter die Top-Männer um Titelverteidiger Patrick Lange und Jan Frodeno, der bis heute den Streckenrekord über die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen hält. Ob er 2022 wieder nach 7:35:39 Stunden finishen kann, bleibt abzuwarten. Der 40-Jährige kommt gerade erst von einer Fußverletzung zurück, verpasste im Frühjahr die WM in Utah.

Sam Long fordert Patrick Lange und Jan Frodeno

"Für mich ist der Start ein positiver Moment nach einer wirklich schwierigen Zeit", sagt Frodeno am Donnerstag in Roth. "Ich bin erleichtert, hier zu sein." Den "sportlichen Perfektionisten" müsse er nun "parken", das fällt dem Rekord-Mann zwar schwer, sei aber "leichter, als zu Hause zu bleiben". Frodeno sagt, er habe "sehr gut trainiert, aber zu wenige Lauf-Kilometer insgesamt". Sein Bestes will er geben, für was das reichen wird, kann der Weltmeister selbst nicht einschätzen.

Ihm gegenüber steht Patrick Lange, der 2021 beim Challenge unter Pandemie-Bedingungen - unter anderem mit einer verkürzten Radstrecke - bei seiner Roth-Premiere gewonnen hat. Auch er war zuletzt nicht ganz fit. Bei der Pressekonferenz Anfang Mai war er noch mit einer Schiene am Arm vor den Journalisten gesessen. Seine Schultereckgelenkssprengung ist nun ebenso verheilt wie Frodenos Achillessehne. "In Anbetracht der Verletzung muss man die Erwartung etwas gedämpft halten", sagt Lange. Er sei "fit und topmotiviert", trotzdem sei seine Leistung nun eine "Black-Box".

Mit der Startnummer eins geht Sam Long ins Rennen. Außerdem unter den Top-Startern: Maurice Clavel, Magnus Ditlev und Cameron Brown. Der 50-Jährige kehrt nach 20 Jahren zurück, um noch einmal eine Langdistanz zu finishen. "Das wird ein heißer Tanz am Sonntag", sagt Patrick Lange.

Der angeschlagene Sebastien Kienle, der Sieger von 2018, und zwei regionale Top-Profis fehlen hingegen: Die Neumarkterin Elena Illeditsch bremst das Coronavirus aus, der Vorjahres-Dritte Felix Hentschel, der 2021 mit einem Fabel-Marathon auf Rang drei gestürmt war, ist nach einem mit Verletzungen geplagten Winter ebenfalls noch nicht fit für eine Langdistanz.

Anne Haug ist die Top-Favoritin der Frauen

Aus fränkischer Sicht muss es daher wieder Anne Haug richten. Die Bayreutherin kehrt wie Patrick Lange als amtierende Siegerin zurück. Und wie Lange auch will sie den Challenge nun endlich einmal mit all seiner Kraft, mit all seinen Zuschauern und dem legendären Solarer Berg erleben.

"Ich fand 2021 schon genial. Der Sonntag wird all meine Erwartungen übertreffen", sagt Haug. "Ich hoffe, die Zuschauer werden mich über die schwierigen Passagen schreien. Es macht einen Unterschied, wenn man die Zuschauer an seiner Seite weiß." Ihre vermutlich stärksten Konkurrentinnen: Laura Siddall und Fenella Langridge, beide 2021 auch auf dem Podium. Spontan zugesagt hat Carolin Lehrieder, die beim Ironman in Frankfurt mit einer Radpanne ausgeschieden war.

In diesem Jahr gibt es wieder ein volles Wochenend-Programm und rund um die Strecke alle bekannten Stimmungsnester. Um kurz nach 14 Uhr können die Fans im Triathlon-Stadion dann den schnellsten Mann erwarten, gegen 14:51 soll die schnellste Frau folgen. Insgesamt sind knapp 3000 Einzelstartende und rund 550 Staffeln dabei - also weniger als in der Vor-Pandemie-Zeit. "Wir haben bewusst weniger angenommen", sagt Challenge-Chef Felix Walchshöfer, um nach den Corona-Jahren wieder "langsam hochzufahren". Der Letzte darf um 23:05 einlaufen.

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