Spieler wird Vater

Obererlbach gegen Schwabach: Vom Fußballplatz in den Kreißsaal

14.9.2021, 15:50 Uhr
Hier noch im Zweikampf mit Schwabachs Paul Assenbaum, kurz darauf schon im Kreißsaal: Obererlbachs Nummer 13, Michael Bogenreuther.

Hier noch im Zweikampf mit Schwabachs Paul Assenbaum, kurz darauf schon im Kreißsaal: Obererlbachs Nummer 13, Michael Bogenreuther. © Dominik Mayer

Die Mannschaften, die sich an diesem überraschend heißen Sonntagnachmittag auf dem Sportplatz der DJK Obererlbach versammelt haben, könnten sich ähnlicher kaum sein. Beide wollen sich möglichst weit von den Abstiegsrängen entfernt halten, beide erleben einen personellen Umbruch, der viele junge Spieler in der Kader gespült hat.

„Wir haben sechs neue Spieler integriert, die aus unserer Spielgemeinschaft mit dem TV 48 Schwabach in der A-Jugend kommen“, erklärt Armin Nowak, Leiter der Fußballabteilung bei der DJK Schwabach, die an diesem siebten Spieltag der Kreisklasse Neumarkt/Jura Nord nach Obererlbach gereist ist.

Tobias Hertlein, der die Fußball-Sparte der Gastgeber leitet und gleichzeitig als Innenverteidiger auf dem Rasen steht, kennt diese Situation. "Bei uns sind sieben Spieler aus der Jugend in die erste Mannschaft gekommen. Letztes Jahr war ich noch einer der Jüngeren, diese Saison gehöre ich zu den Älteren“, sagt der 30-Jährige. Und noch etwas verbindet die beiden Teams: die Tatsache nämlich, dass sie selten für allzu viel Nervosität im gegnerischen Defensivverbund sorgen. Je näher man dem anderen Strafraum kommt, desto fahriger und unpräziser werden die Aktionen.

Offensive ohne Durchschlagskraft

Ein Befund, den die Teams auch im direkten Vergleich eindrucksvoll belegen. So starten die Gäste aus Schwabach zwar besser ins Spiel, wirklich gefährlich wird es für Obererlbachs Torhüter Leon Böhm aber nie. Auf der anderen Seite wird der auffällige Simon Krempl im letzten Moment am Torschuss gehindert (9. Minute). Er ist es wenig später auch, der von der Strafraumkante das Tor nur um wenige Zentimeter verfehlt – weil erneut ein Abwehrspieler den Fuß dazwischen hat. Bei der anschließenden Ecke setzt Maximilian Lederer seinen Kopfball knapp neben den Pfosten (22.).

Obererbachs Torwart Leon Böhm musste nur zweimal ernsthaft eingreifen.

Obererbachs Torwart Leon Böhm musste nur zweimal ernsthaft eingreifen. © Dominik Mayer

Gute Kombinationen bleiben selten, gefährlich wird es, wenn überhaupt, nach Standards oder durch Einzelaktionen. Etwa, als Schwabachs Keeper Christian Duschek einen Distanzschuss von Laurin Rupp herunterpflückt (39.). Nach der Pause verfehlt der eingewechselte Flavius Adam für die Elf aus der Goldschlägerstadt knapp das Tor. Lederer macht es für die Hausherren einige Minuten später nicht besser (61.).

Es ist kein fußballerischer Leckerbissen, den die Mannschaften ihren rund 70 Zuschauern bei gleißendem Sonnenlicht bieten. Das Spiel bezieht seine Brisanz einzig aus der Tatsache, dass noch ein spätes Tor die Entscheidung bringen könnte. Doch das passiert nicht mehr. Die beste Chance, den entscheidenden Treffer zu erzielen vergeben die Gäste rund zehn Minuten vor Abpfiff – erneut ist es Torwart Böhm, der den Ball zur Seite abwehren kann (81.).

Geburt bahnte sich an

Gästetrainer Jens Schmetzer kann mit dem torlosen Unentschieden leben: „Die Mannschaften waren gleichwertig. In den letzten 15, 20 Minuten waren wir zwar überlegen, aber Obererlbach war auch immer gefährlich.“ Dass es sein Team war, das gegen Ende der Partie den fitteren Eindruck machte, ist bemerkenswert. Schließlich war der DJK Schwabach bereits am Freitag beim SV Kammerstein im Einsatz.

„Da haben wir in der 93. Minute noch das 2:2 gemacht. Die Einstellung der Jungs ist überragend“, lobt Schmetzer. Und auch Obererlbachs Coach Christoph Jäger zollt dem Gegner nach „einem teilweise sehr zerfahrenen Spiel“ Respekt. „Wir haben gehofft, dass sie zum Schluss ein bisschen schwächer werden, aber sie waren erstaunlich spritzig“, sagt Jäger.

Michael Bogenreuther hatte da schon lange das Sportgelände verlassen. Der Abwehrspieler der DJK Obererlbach war kurz vor der Pause Richtung Kabine gesprintet. Weil seine Ehefrau per Telefon die nahende Geburt der gemeinsamen Tochter angekündigt hatte. Am Sonntagabend kam die persönliche Nachwuchsarbeit der Bogenreuthers dann zu einem erfolgreichen Abschluss. Mutter, Vater und Töchterchen sind wohlauf.

Keine Kommentare