Ratlosigkeit beim FCN: Derby-Pleite und Palikuca-Rüffel

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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13.6.2020, 16:02 Uhr
In Erklärungsnot: Jens Keller und Robert Palikuca

© Daniel Marr/ Sportfoto Zink, Daniel Marr / Sportfoto Zink / Pool In Erklärungsnot: Jens Keller und Robert Palikuca

Als das Derby sein für den 1. FC Nürnberg unschönes Ende gefunden hatte, da blickte Robert Palikuca grimmig und entschlossen in einer Fernsehkamera. Außergewöhnlich ist das nicht, der Sportvorstand des FCN neigt zum kernigen Auftritt, die Entschlossenheit soll Macher-Qualitäten unterstreichen. Seit dem letzten Sommer vertritt Palikuca den Club so in der Öffentlichkeit – und er ändert das auch nicht mehr, obwohl sie diese Entschlossenheit und die Macher-Qualitäten zu einem Verein gemacht haben, der drei Spieltage vor dem Saisonende als sehr ernsthafter Abstiegskandidat gilt.

Die Verantwortlichen wissen das, sie ahnen auch, dass ihnen bei der Zusammenstellung dieser Mannschaft sowohl vor der Saison als auch bei den Nachjustierungen im Winter offenbar gröbere Fehler unterlaufen sind. Sie reagieren darauf nur inzwischen auch wie solche, die nicht mehr weiter wissen, wie das alles jetzt noch zu retten ist. Der Club ist ratlos. "Ich kann nicht jede Woche dasselbe sagen", sagte zum Beispiel Trainer Jens Keller, der das allerdings dummerweise inzwischen auch in unschöner Regelmäßigkeit sagt. Konkret wird es bei Keller selten.


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Konkret wurde auch Palikuca nicht. "Es hat wieder die absolute Besessenheit gefehlt", sagte er im Fernsehen über seine Mannschaft. Das klang in diesem Moment wie eine Ausrede des Sportvorstandes, auf jeden Fall aber nicht wie eine Analyse dessen, was man in den 90 Minuten zuvor auf dem Platz gesehen hatte. Die fehlende Einstellung wird jedenfalls gemeinhin von Fans nach dem dritten Bier bemängelt. Und wer die Nürnberger nach dem Schlusspfiff auf dem Platz zusammensacken sah, hatte kaum den Eindruck, da fehle es an Einstellung.

Was man jetzt noch machen kann? "Wir müssen deutlich aggressiver auftreten", sagte Palikuca. Nunja. Nach der Zukunft von Trainer Jens Keller wurde er auch noch gefragt. Diese Zukunft wird noch drei Spiele mindestens anhalten, verweigerte sich Palikuca einer Trainerdiskussion. Auf der Pressetribüne schrie derweil ein Radioreporter die eigene Regie an: "Kannst du mir den Palikuca wegtun?" Er meinte aber nur den Fernsehton, den er auf dem Kopfhörer hatte.

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