Montag, 19.04.2021

|

zum Thema

"Schritt nach vorne": Valentinis Club kombiniert sich in Form

Der Kapitän stellt Fortschritte bei sich und seinem Team fest - 11.01.2021 05:45 Uhr

Nur Jatta am Ball? Der Club von Enrico Valentini bot dem HSV in Nürnberg auch spielerisch Paroli.

11.01.2021 © Sportfoto Zink / WoZi


Fortschritte in der Vorwärtsbewegung? Im Nürnberger Achteck sind diese beim 1:1 gegen den Tabellenführer auf jeden Fall zu erkennen. Den ultimativen Nachweis dafür, dass sich der Club, dem Stärken im Offensivvortrag - präsentiert etwa beim klaren Auswärtserfolg in Osnabrück - bislang nur im Umschaltspiel nachgesagt wurden, auch bei der Durchführung komplett selbst gestalteter Angriffe verbessert hat, führt er gegen den HSV noch vor der Viertelstundenfrist. Planvoll, präzise und erfolgreich!

Bilderstrecke zum Thema

Überraschungspunkt gegen den Ersten: FCN überzeugt gegen Hamburg

"Ein Ausrufezeichen" forderte FCN-Sportvorstand Dieter Hecking vor dem Spiel gegen seinen Ex-Verein aus Hamburg. In den letzten beiden Begegnungen sah der Club gegen den HSV ziemlich alt aus, jeweils vier Tore kassierten die Nürnberger und konnten selbst insgesamt nur eines erzielen. Doch das sollte am Samstag anders werden. Und das wurde es auch, denn die Spieler schienen ihn erhört zu haben. Die Mannschaft überzeugte in beinahe allen Belangen gegen den Tabellenführer und verdiente sich so das 1:1.


Ein Gute-Laune-Spielzug

Nürnbergs schöner und vom gebürtigen Hamburger Fabian Nürnberger veredelter Schnellangriff nimmt seinen Anfang bei Nürnbergs Anführer, Enrico Valentini. Seit dem Sommer trägt der Zabo-Italiener beim Club die Kapitänsbinde. Und im Vergleich zur großteils verheerenden Vorsaison wieder bessere Laune zur Schau. Was wenig verwundert, weil es vor allem bei Valentini - der in der Herzkammer des FCN groß wurde, diesen aber erst verlassen musste, um zum gestandenen Zweitliga-Profi zu reifen - deutlich besser läuft. Besser auf jeden Fall als in der zurückliegenden Rumpel-Runde, nach deren Verlängerung Nürnbergs Vorzeigeverein nur Sekunden vor dem Sturz in die Drittklassigkeit trennten.

In der 14. Minute also läuft dieser wirklich schöne Spielzug los. Nimmt Fahrt auf und mündet in Nürnbergs Führung. Valentini bedient Singh auf der rechten Bahn. Singh passt zu Schäffler, der sich fallen hat lassen - und dieser zurück zu Valentini. Mit dem Innenrist, mit dem richtigen Timing und einem herrlich öffnenden Vertikalball hebelt der Club-Kapitän die auch durch Schäfflers Zurückweichen nach vorne gelockte HSV-Abwehr aus. Der Zugriff? Weg! Die Rothosen kommen dem FCN nun nicht mehr hinterher. Speziell dem flinken Robin Hack, der die vortreffliche Vorarbeit Valentinis auf der rechten Seite nutzt, um den Ball perfekt ins Zentrum zu befördern, wo Nürnberger gleichsam zielorientiert vollstreckt.

Bilderstrecke zum Thema

Stark als Mannschaft, individuell mit Potential: Die FCN-Einzelkritik

Mit dem Club haben gegen den Tabellenführer aus Hamburg wohl die wenigsten gerechnet. Auf dem Platz war dann aber nicht zu erkennen, welche der beiden Mannschaften an der Tabellenspitze und welche irgendwo im unteren Mittelfeld steht. Auch ohne Trainer Robert Klauß an der Seitenline wusste der FCN als Einheit zu überzeugen, individuell ist zum Teil noch Luft nach oben. NZ-Sportredakteur Uli Digmayer mit den Einzelkritiken!


“Dass wir im Umschalten gut sind“, habe man schon “vor Weihnachten gezeigt“, konstatierte nach der Partie Club-Coach Robert Klauß, der sich freuen durfte, dass sein Team nun auch “mit Ball einen Schritt nach vorne gemacht“ hatte. Etwas, was sich nicht nur auf den lehrbuchmäßig vorgetragenen Angriff, der nach einer knappen Viertelstunde die FCN-Führung bedeutete, beschränkte. Etwas, was überdies “gegen gut verteidigende und gut anlaufende Gegner“ notabel gewesen sei, wie Nürnbergs Trainer ergänzte. Und in der Mehrzahl formuliert aus Klauß' Sicht auch die rot-schwarze Offensivleistung in Heidenheim mit einschloss.

Kein Sieg und Lernerfolge

Das mit dem “Schritt nach vorne“ hielt mit Enrico Valentini dann auch der Initiator und Wegbereiter des so wunderbaren Club-Treffers fest - wenngleich in anderem Zusammenhang. “Wir wurden vom HSV einmal bestraft, waren aber sonst sehr aufmerksam. Wir können mit Gegentoren inzwischen besser umgehen als in der letzten Saison. In dieser Hinsicht haben wir einen Schritt nach vorne gemacht“, gab der 31-Jährige nach Abpfiff zu Protokoll. Nachdem er festgehalten hatte, dass der FCN seinem Empfinden nach “sogar die besseren Chancen“ gehabt hätte. Es “also auch durchaus drei Punkte hätten sein können“, mit denen Valentinis Herzensverein seinen Lernerfolg bei der herausfordernden Hausaufgabe gegen den HSV noch deutlicher demonstriert hätte.

Bilderstrecke zum Thema

"Verdientes 1:1": Das sagen die Club-Fans zur Partie gegen den Hamburger SV

Der Club empfing am Samstag den Hamburger SV im Max-Morlock-Stadion. Zwar reichte es gegen den Tabellenführer nicht für den Sieg, sondern nur für ein Unentschieden - doch die Club-Fans im Netz sind grundsätzlich doch sehr zufrieden mit der Leistung der Nürnberger. Hier kommen die Stimmen der Cluberer auf Facebook zum Spiel!


Wenn am Sonntag (13.30 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de) an der Castroper Straße auf Valentini und seinen FCN mit dem VfL Bochum das nächste Spitzenteam und die nächste Herausforderung wartet, gilt es für beide, diese Lernerfolge zu konservieren, die Fortschritte “stabil zu halten und es zu schaffen, so ein Spiel zu gewinnen“ (Klauß). Zumal sich der FCN bei Ballbesitz vor dem Hamburg-Spiel noch nicht mit den Spitzenteams der Liga messen konnte. Zunehmend ändern könnte sich das mit einem Enrico Valentini, der nicht nur nach vorne einleitet und ankurbelt, sondern dort auch selbst zur Stelle ist. In Braunschweig und Osnabrück hatten hervorragende Hereingaben des Routiniers ein Tor zu Folge. Als Manuel Schäffler gegen den HSV - im Strafraum schließlich von einem Rautenträger geblockt - in der ersten Hälfte eine gute Club-Chance vergab, betrachtete dies der ebenfalls abschlussbereite Kapitän ganz aus der Nähe.

Bochum? Eine Aalener Blaupause

Verlässlich im Abwehrverbund, couragiert bei Balleroberungen und in dieser Saison auch schon als Impulsgeber im Aubau- und Offensivspiel auffällig: Nach den gefühlten und realen Rückschritten der vergangenen Jahre scheint der Club-Kapitän so etwas wie seinen zweiten Frühling zu erleben. Etwas, was Valentini in der Auseinandersetzung mit dem VfL am Wochenende vielleicht bestätigen kann. Siegtorschütze - ein Dreier im Revier wäre sicherlich ein großer Fortschritt für den FCN - war Vale übrigens schon einmal. Im September 2013, beim Aalener 2:1-Erfolg in Bochum.

+++ Klauß schaut zu: Erfolgreicher Perspektivwechsel beim FCN +++


Sie wollen noch mehr Club-Content? Dann...

... melden Sie sich hier für "Ka Depp - der Newsletter" an

... folgen Sie unserer Facebook-Seite "FCN-News"

... folgen Sie unserer Instagram-Seite "Ka Depp - der FCN-Podcast"

... treten Sie unserer Facebook-Gruppe "Ka Depp - Der Club-Podcast von nordbayern.de" bei

Bilderstrecke zum Thema

Was war mit Valentini? Wenig Notenzwist nach dem FCN-Remis gegen Hamburg

Gegen den Tabellenführer Hamburger SV behält der 1. FC Nürnberg einen kühlen Kopf und bringt ein 1:1-Remis über die Ziellinie. Ohne Trainer Robert Klauß ein respektables Ergebnis. Was jetzt noch fehlt? Der Notenvergleich!


19

19 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport