Schwede spielte bislang bei Molde FK

Torhüter fürs Kleeblatt: Andreas Linde am Montag zum Medizincheck in Fürth

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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9.1.2022, 20:31 Uhr
Sein großer Auftritt: Im Februar 2021 ließ Andreas Linde die TSG Hoffenheim in der Europa League verzweifeln. Bald könnte er das mit dem Kleeblatt erneut machen.

Sein großer Auftritt: Im Februar 2021 ließ Andreas Linde die TSG Hoffenheim in der Europa League verzweifeln. Bald könnte er das mit dem Kleeblatt erneut machen. © imago images/Jan Huebner, NNZ

Über die Torhüterposition wurde beim Kleeblatt in den vergangenen Monaten viel geredet. Erst lieferten sich Sascha Burchert und Marius Funk einen engen Zweikampf um die Nummer eins, den Aufstiegskeeper Burchert knapp für sich entschied. Dann aber sah Trainer Stefan Leitl Anfang Oktober die Zeit gekommen, Marius Funk doch das Vertrauen zu schenken. In den acht Spielen, in denen sich Funk beweisen durfte, kassierte er allerdings 30 Tore - und hielt statistisch nicht mal die Hälfte aller Schüsse, die auf sein Tor kamen.

Vor ein paar Wochen verletzte sich der 25-Jährige dann jedoch schwer am Knie, eine genaue Diagnose hat der Verein nicht bekanntgegeben. Also kehrte doch Burchert zurück zwischen die Pfosten - und machte vier sehr gute Spiele. Einzig beim 0:3 in Dortmund musste er hinter sich greifen, die vergangenen drei Heimspiele beendete der 32-Jährige mit einer weißen Weste, zuletzt das am Samstagnachmittag gegen den VfB Stuttgart. Alles gut also?

Norwegische Zeitung berichtet

Kurzzeitig schon, langfristig aber nicht. Dass er wegen Funks langwieriger Verletzung im Winter einen weiteren Torhüter verpflichten will, hat Geschäftsführer Rachid Azzouzi mehrmals betont. Zudem laufen die Verträge von Burchert und Funk am Ende dieser Saison aus, die Verantwortlichen sollen noch vor ein paar Wochen wegen der durchwachsenen Leistungen des Duos mit einem größeren Umbruch auf dieser so wichtigen Position geplant haben.

Dass mindestens einer der beiden Verein verlassen wird, ist seit Sonntagnachmittag ein bisschen wahrscheinlicher. Da schrieb die norwegische Zeitung "Verdens Gang" davon, dass Andreas Linde, langjähriger Stammtorhüter von Molde FK, "nach Deutschland reisen" soll, um sich der Spielvereinigung anzuschließen. Der 28-Jährige spielt seit 2015 für Molde, den Verein, bei dem auch Erling Haaland einst kickte. Für den FK hat der 1,96 Meter große Linde seitdem 177 Partien gemacht, in den vergangenen vier Jahren war er Stammtorwart und gewann sogar einmal die Meisterschaft.

Zudem spielte Linde zehnmal in der Europa League, achtmal in der Quali für den Wettbewerb sowie sechsmal in der Champions-League-Qualifikation. Einem größeren Publikum wurde er im Februar vergangenen Jahres bekannt, als er in der Zwischenrunde der Euro League die TSG Hoffenheim verzweifeln ließ und mit Molde ins Achtelfinale einzog. Nachdem die Saison in Norwegen mit dem Kalenderjahr endet, ist Linde seit dem 1. Januar vereinslos, seinen Vertrag beim Spitzenklub hatte er vorausschauend nicht verlängert, weil ihn die Bundesliga reizte.

Dort könnte er nun bald spielen. Nach Informationen dieser Redaktion stimmt die Meldung der norwegischen Zeitung, im Laufe des Montags wird Andreas Linde in Fürth zum Medizincheck erwartet. Wenn er diesen erfolgreich absolviert, soll er anschließend einen Vertrag beim Kleeblatt unterschreiben. Probleme sollte es dabei nicht geben, Lindes Berater Jim Solbakken hatte einst auch Veton Berisha und Zlatko Tripic nach Fürth vermittelt.

Damit enden auch die Diskussionen um Loris Karius vom FC Liverpool, die vor allem in englischen Medien kurz vor dem Jahreswechsel sehr intensiv geführt wurden. Den 28-Jährigen wollte Rachid Azzouzi tatsächlich verpflichten, konnte sich in den Verhandlungen mit dem englischen Topklub aber finanziell nicht einigen. Nun soll Linde helfen, noch stabiler zu werden.

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