Trampolin

Zehn Tipps und Regeln fürs Trampolin im Garten

6.5.2021, 12:00 Uhr
Kai Meister führt eine Übung in Mutters Garten in Oberasbach vor. Der Mittelschullehrer ist Leistungsturner beim TSV Monheim in der zweiten Bundesliga, Trampolinspringen gehört für ihn zum Aufwärmen.

Kai Meister führt eine Übung in Mutters Garten in Oberasbach vor. Der Mittelschullehrer ist Leistungsturner beim TSV Monheim in der zweiten Bundesliga, Trampolinspringen gehört für ihn zum Aufwärmen. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Wenn Kai Meister Lust auf Trampolinspringen hat, dann fährt er zu seiner Mutter nach Oberasbach und wirbelt im Garten ein paar Runden durch die Luft. Mit diesem Faible ist er nicht allein. Denn nicht nur im Landkreis Fürth verraten immer mehr Trampoline vor dem Einfamilienhaus: Hier wohnen sportbegeisterte Kinder.


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Kai Meister ist zwar schon 28 Jahre alt und nach dem Sportstudium in Erlangen Mittelschullehrer geworden, aber fürs Hüpfen fühlt er sich nicht zu alt. Ganz im Gegenteil: Das Trampolin gehört für den Leistungsturner des schwäbischen TSV Monheim in der zweiten Bundesliga zum Aufwärmprogramm. Deshalb willigt er auch sofort ein, als diese Zeitung ihn um Tipps und Tricks zum klassischen Garten-Trampolin bittet.

Der erste kritische Blick sollte bereits beim Kauf dem Fangnetz gelten: "Ein Fangnetz rundherum muss montiert werden. Denn es kann immer passieren, dass man rausfliegt." Vor allem wenn die Kinder mit Freunden springen, was ja meistens der Fall ist. Landet einer genau neben jemandem, der noch steht, könne das wie ein Katapult wirken – und den Nebenmann ins Aus befördern. "Dafür müssen Eltern ihre Kinder sensibilisieren", sagt Meister.

Im Winter abbauen

Deshalb lautet seine zweite Regel: "Versucht immer in der Mitte zu springen, weil sonst auch die Federn ungleich gedehnt werden und mit der Zeit kaputt gehen." Überhaupt sind die Metallteile ein Schwachpunkt: Meister beobachtete bei Bekannten, dass Gestell und Federn schneller zu rosten beginnen, wenn man das Trampolin über den Winter nicht abbaut. "Außerdem wird die Umrandung spröde."

Nässe und Trampolinspringen vertragen sich nicht. "Man sollte bei Regen und kurz danach nicht springen, weil die Fläche rutschig wird und die Unfallgefahr steigt." Einfach etwas warten, bis es abtrocknet oder eben die Sprungfläche trocken reiben.


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Ab welchem Alter ist Trampolinhüpfen denn ratsam? "Die Hinweise der Hersteller sind zu berücksichtigen", sagt der Lehrer im Amtsdeutsch. Eine Kurzrecherche im Internet ergibt: Die meisten Hersteller geben vier oder sechs Jahre an.

Meister, der beim TV Fürth 1860 das Turnen gelernt hat, weiß aus eigener Erfahrung: "Die Kleinsten lernen sehr schnell, wie man sich auf dem Trampolin bewegt. Deren Eltern sollten sich aber auf jeden Fall daneben stellen, das Fangnetz prüfen, auf Youtube mal ein Erklärvideo anschauen und auf mögliche Verletzungen hinweisen."

Und die können richtig fies sein. Am häufigsten hörte Meister von Bänderrissen und -dehnungen, weil man mit dem Fuß krumm landet. Und was bei einem Salto passieren kann, wenn man auf dem Kopf landet, mag man sich gar nicht ausmalen. Insofern sollte man auch nur aufs Trampolin, sofern man keine Gelenk- oder Muskelprobleme mitbringt.

Austoben beim Homeschooling

"Es ist ein unheimlich anstrengendes Fitnessgerät, der Puls ist in kürzester Zeit oben." Vor allem in den Pausen beim Homeschooling sei es ein sinnvolles Sportgerät, um sich auszutoben. Auf Touren kommen "die komplette Bein- und Gesäßmuskulatur". Wer regelmäßig springt, bildet eine stabile Rumpfmuskulatur aus und beugt so Verletzungen vor. Wer Muskelkater vermeiden will, sollte ein paar Prinzipien einhalten: "Wenn man beginnt, sollte man eine Sprungkondition aufbauen."


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Die erste Trainingseinheit besteht darin, drei bis fünf Minuten durchgehend zu springen. Wer dabei nicht mehr aus der Puste kommt, darf die ersten Varianten einbauen: auf dem Rücken landen und anschließend wieder auf den Füßen. Zwei leichte Sprünge kurz erklärt: Beim Hocksprung springt man mit steifem Körper in die Luft, zieht an der höchsten Stelle die Knie in Richtung Brust, dann wieder strecken und ordentlich auf beiden Füßen landen. Für den Grätschsprung streckt man in der Luft die Beine nach links und rechts aus und landet wieder mit geschlossenen Beinen.

Eine anspruchsvolle Kombination wäre: Strecksprung – Landen auf dem Gesäß – Strecksprung – Landen auf dem Rücken – Strecksprung – halbe Drehung – Landen auf dem Rücken. Tabu fürs Gartentrampolin seien Saltos und Schrauben, "so etwas bitte nur unter professioneller Hilfestellung eines Turners lernen", sagt Meister.

Für Abwechslung hat er sich eine Übung überlegt, die wie das bekannte Wörter-Merk-Spiel "Ich packe meinen Koffer" funktioniert: Einer macht einen Sprung vor, der andere macht ihn nach und muss einen weiteren dranhängen, der nächste kopiert diese zwei und setzt wieder einen drauf. "Wenn man acht, neun verschiedene Sprünge hat, wird das anstrengend", ist Kai Meisters Vermutung.

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