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Nürnberger Büro gewinnt Datev-Fassadenwettbewerb

Ein Rhythmus für die Gebäudehülle - 01.02.2012 08:00 Uhr

Mit einer stark rhythmisierten Fassade soll der Datev-Neubau eine Struktur erhalten.<autor>Animation: Kappler Sedlak Architekten und Stadtplaner</autor>

Mit einer stark rhythmisierten Fassade soll der Datev-Neubau eine Struktur erhalten.Animation: Kappler Sedlak Architekten und Stadtplaner © Animation: Kappler Sedlak Architekten und Stadtplaner


Das unter dem Namen „DATEV IT-Campus 111“ firmierende Vorhaben soll 2015 abgeschlossen sein und Platz für 1800 Ingenieure bieten. Der Büro-Neubau wird auf dem Gelände der ehemaligen „Möbel Quelle“ (vorher Möbel Hess) gegenüber dem Justizgebäude errichtet, die NZ berichtete. An dem neuen Standort, der direkt neben der Datev-Zentrale liegt, will der Software- und IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte seine Entwicklungsingenieure zusammenführen, die derzeit auf mehrere Standorte verteilt sind.

„In dem ansprechenden Ambiente soll Software-Entwicklung auch Spaß machen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Dieter Kempf. In dem neuen IT-Campus werden moderne Bürokonzepte verwirklicht, die Teamarbeit erleichtern und mit denen flexibel auf geänderte Arbeitsbedingungen reagiert werden kann. Während für den eigentlichen Bau auf dem 24000 Quadratmeter großen Grundstück ein Münchner Architekturbüro den Zuschlag erhielt, setzte sich bei der Fassade ein Nürnberger Büro durch.

Andreas Emminger, Sprecher des Preisgerichts, lobte den Entwurf als „identitätsstiftende Gebäudehülle“ für das Unternehmen, mit dem Rücksicht auf die Umgebung genommen werde. „Das Ergebnis des durchgeführten Fassadenwettbewerbs überzeugt durch ein klare, unaufgeregte und maßstäbliche Architektursprache“, sagte Baureferent Wolfgang Baumann.

Für die Gebäude, die sich entlang der Fürther Straße durch eine Lochfassade mit tiefer liegenden Fenstern auszeichnen, wird Geothermie genutzt. Sowohl was die Gebäudeheizung als auch was die Kühlung anbelangt. Auf den Dachflächen und in den Innenhöfen wird es viel Grün geben. Für Jörg Rabe von Pappenheim, Mitglied des Datev-Vorstands, stehen bei dem Bau die Themen Sicherheit, Nachhaltigkeit sowie die Qualität der Arbeitsplätze im Vordergrund. Trotzdem freute er sich über die schöne Rhythmisierung der Fassade.

J. Kappler

J. Kappler


Die Stadt Nürnberg hat den Bauvorbescheid erteilt. Bis Ende März wird das Unternehmen einen Bauantrag stellen. Kempf rechnet damit, dass im zweiten Quartal mit dem Abriss des Altbestands begonnen werden kann. Die Datev wird, so Kempf, einen hohen zweistelligen Millionenbetrag investieren: „Ich hoffe nicht, dass er dreistellig wird.“

Laut Wettbewerbssieger Johannes Kappler war die Gestaltungsaufgabe schwierig zu lösen, denn die „immergleichen Arbeitsplätze“ sollten durch die strukturierte Außenfassade ein abwechslungsreiches Bild bieten. Zur Fürther Straße hin wird die Fassade aus Naturstein bestehen, um die Wertigkeit des Gebäudes zu betonen.

Für Baumann ist der Datev-Neubau ein Zeichen dafür, dass es im Nürnberger Westen vorangeht. Im Zuge der großen Investition würden auch grüne Freiräume entstehen, die in Gostenhof fehlen.

Auf den 2. Platz kamen Löser+Körner, Architekten+Stadtplaner Nürnberg, auf den 3. Platz Boesel Benkert Hohberg Architekten, München. Der Entwurf von Dürschinger Architekten, Fürth, erhielt eine Anerkennung.

Die Arbeiten zum Architekturwettbewerb sind noch bis 11. Februar im ehemaligen Quelle Versandhaus, Fürther Straße 205, ausgestellt. Sie können werktags von 12–19 Uhr besichtigt werden.



  

André Fischer

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