Air-Berlin-Flugbegleiter darf seinen Job behalten

30.5.2014, 06:41 Uhr
Air-Berlin-Flugbegleiter darf seinen Job behalten

© Facebook

Am 23. Mai unterhielt Bernd Löwisch die Passagiere auf dem Flug von Hamburg nach Nürnberg mit einer witzigen Kabinendurchsage. Einer der Flugäste filmte das Ganze und veröffentlichte das Video auf YouTube, wo es schnell über 170.000 Aufrufe (Stand Donnerstagmittag) erreichte. Air Berlin zeigte sich zunächst verschnupft, denn gut informierte Quellen berichteten, dass der Flugbegleiter eine Abmahnung von seinem Arbeitgeber erhalten haben soll.

Am Donnerstagnachmittag äußerte sich Air Berlin auf Facebook offiziell zu dem Vorfall. Zwar freue man sich, wenn Flugbegleiter in guter Erinnerung bleiben würden, sie seien "jedoch vorrangig für die Sicherheit und das Wohlergehen der Passagiere an Bord verantwortlich." Weiter hieß es: "Hiermit verbunden sind natürlich auch sicherheitsrelevante Informationspflichten der Fluggesellschaften gegenüber ihren Fluggästen, die über rechtlich geprüfte und standardisierte Ansagen vor jedem Abflug bekannt gegeben werden. Eine von diesen Standards deutlich abweichende Ansage kann zu Sicherheitsrisiken führen."

Daher wurde mit Löwisch ein Gespräch geführt, die Fluggesellschaft könne jedoch versichern, "dass der Kollege in jedem Fall seinen Arbeitsplatz behalten und weiterhin für angenehme Aufenthalte an Bord sorgen wird." Die Gerüchte um die drohende Kündigung waren somit vom Tisch.

Zuvor waren die Reaktionen auf diese Gerüchte in den sozialen Netzwerken fast ausnahmslos von Unverständnis geprägt. Bei den meisten kam das Video ausgesprochen gut an. Umso größer war die Verwunderung bei den Nutzern, dass die kriselnde Fluggesellschaft das Potential dieser Aktion nicht erkennt.

Viele User setzten sich direkt auf der Facebookseite von Air Berlin für den Flugbegleiter ein:

Armin Meinelt: Liebes AirBerlin-Team. Ich fliege sehr oft mit Ihnen nach Berlin, monatlich mehrmals. Und ich habe Ihren "lustigen" Flugbegleiter (siehe YoutTube, lustiger Franke) schon des Öfteren erlebt. Der Kollege ist ein super Beschäftigter! Als Geschäftsreisender ist man oft die monotonen (aber nötigen) Ansagen leid. Ihr Mitarbeiter schafft das aber, etwas Fröhlichkeit und gute Laune reinzubringen, auch wenn der Flug spät am Abend ist. Kann es wirklich sein, dass sie ihm eine Abmahnung gegeben haben? Ich möchte mich nachdrücklich für ihn einsetzen.

Dennis Schulz: Ich würde mich mit so einem Flugbegleiter wie in dem Video was kursiert weitaus sicherer und angenehmer fühlen. Nach der Einlage wäre auch meine latente Flugangst für den Moment verflogen gewesen. Schade das Ihr wie sämtliche "groß" Konzerne, gegen Mitarbeiter die aus der Reihe fallen, kreativ und vieles mehr sind gleich mit Abmahnungen vorgegangen. Überlegt euch das mal lieber noch....

Man Rau: Tja, liebe Air Berlin. Ich bin mir sicher, dass Euer Flugbegleiter Bernd bestimmt bald ein Angebot einer anständigen Airline bekommt, die sich über einen so leistungsbereiten Mitarbeiter freut und ihn nicht kalt stellt.

Darüber hinaus wurde sogar eine eigene Facebook-Fanseite für den witzigen Franken gegründet, der am Donnerstag bereits über 2500 Unterstützer angehörten. Auf Flugbegleiter mit Stil wurde auch ein bereits ein Jahr altes Video verlinkt, auf dem ebenfalls Bernd Löwisch zu hören sein soll:


Bei einigen Kommentaren war herauszulesen, dass die lustigen Kabinendurchsagen auch in der Vergangenheit schon gut ankamen:

Jörg Bläse Ich war live auf solch einem Flug dabei und habe so aufmerksam zugehört wie lange nicht mehr. Nachdem ein paar Wochen zuvor die Flugbegleiterin das Getränkeangebot auch etwas außergewöhnlich präsentiert hat, dachte ich, dass AB hier gezielt ein Alleinstellungsmerkmal anstrebt. Der Service ansonsten wird ja sukzessive eingeschränkt oder abgebaut. War aber leider ein Irrglaube, wenn man die letzten Pressemeldungen dazu liest. Schade!

Ka Rin: Schön zu erleben, wie jemand mit so viel Spaß und Freude seinen Job ausübt! Bedauerlich und bemitleidenswert, wenn der betreffende Arbeitgeber dies nicht schätzt und stattdessen mit einer Rüge reagiert! Vielleicht schätzt dieses Engagement von Bernd eine andere Airline ?

Detlef Beck: Bernd, schade das du bei so einer humorlosen Airline arbeitest

Auch auf Twitter stellten sich die User durchweg auf die Seite des Flugbegleiters:

Dieser Artikel wurde am Donnerstag um 18.36 Uhr geändert.

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