Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Macht Kornburg Kottern einen Strich durch die Tabellenführung?

Bayernliga Süd - Vorschau Nachholpartie 6. Spieltag

Es ist eines der letzten Nachholspiele des Sommers: Am Mittwoch um 17.30 Uhr empfängt Bayernligist TSV Kornburg den aktuellen Rangdritten TSV Kottern. Mit einem Sieg würden die Allgäuer den Gipfel erklimmen, mit einem Unentschieden zumindest mit Tabellenführer Pullach gleichziehen. Keine leichte Aufgabe also für die Hausherren, die auf dem 19. und letzten Platz notiert sind. Doch das Selbstbewusstsein der Heidenreich-Schützlinge ist gewachsen, seitdem am Samstag gegen Wolfratshausen endlich der erste Saisonsieg gelungen ist. Mit einem weiteren Dreier hätte Kornburg den Anschluss ans Mittelfeld hergestellt.

Jackson Luis Ruziski (vorne in rot, hier gegen Jahn Regensburg) und seine Kornburger haben mit dem ersten Sieg Selbstvertrauen getankt. 

 / © Sportfoto Zink / OGo

Das Spiel wurde vom Verband neu terminiert. Es war Anfang August kurzfristig abgesetzt worden, weil ein Kotterner Spieler auf der Fahrt zum Abschlusstraining einen schweren Autounfall hatte. Noch immer befindet er sich auf der Intensivstation. Die Mannschaft war zwar geschockt, auf dem Platz war davon in den Wochen danach aber nichts zu sehen. Im Gegenteil: Mit einer beeindruckenden Siegesserie – zuletzt gegen die „kleinen Löwen“ – hat sich der kleine Verein aus einem Ortsteil des Allgäu-Städtchens Durach in die Spitzengruppe gespielt.

Kornburg gegen Kottern – dieses Duell hat es bislang noch nie gegeben. Und doch gibt es eine Verbindung zwischen den 280 Kilometer voneinander entfernt liegenden Mannschaften. Bei beiden ist gewissermaßen der Trainer der Star. Bei beiden stehen ehemalige Club-Profis an der Seitenlinie. Bei Kornburg Herbert Heidenreich, 62, der von 1978 bis 1984 immerhin 171 Mal für den 1. FC Nürnberg die Fußballschuhe geschnürt hat. Bei Kottern Frank Wiblishauser, 39, der drei Fußballer-Generationen später, von 2000 bis 2005, beim ehemals „Ruhmreichen“ angestellt war, dort aufgrund vieler Verletzungen aber nur auf 76 Einsätze kam. Heute ist Wiblishauser Heilpraktiker mit eigener Praxis in seinem Heimatort Memmingen. Kottern ist nach dem Bezirksligisten Bad Grönenbach seine zweite Trainerstation.

Bislang kennen sich Herbert Heidenreich und Frank Wiblishauser aber nur flüchtig. „Wir haben uns mal bei einem Golf-Schnupperkurs gesehen“, erinnert sich der Kornburger Coach. Im Vorfeld des Nachholspiels muss sich der Übungsleiter aber nicht so sehr um den Gegner („ich habe Kottern am ersten Spietag in Neumarkt gesehen, das hilft schon bei der Vorbereitung“) und dessen Trainer beschäftigen, sondern eher mit der eigenen Mannschaft. Und da sieht es von Woche zu Woche besser aus, findet Heidenreich. Bislang habe man von Spiel zu Spiel Löcher stopfen müssen, und auch gegen Kottern und am Samstag in Traunstein kann der Trainer noch nicht seine Wunschformation ins Rennen schicken. Aber in der Woche darauf stehen mit den regionalligaerfahrenen Fabian Klose und Dominik Räder sowie mit dem noch gesperrten Oliver Schmidt dann wieder drei ganz wichtige Akteure zur Verfügung, die dem Kornburger Spiel mehr Stabilität verleihen sollen.

Schon beim Abschlusstraining am Montag konnte Heidenreich 16 Spieler beaufsichtigen, so viele wie lange nicht. Außerdem geht der Trainer davon aus, dass der lang ersehnte, zwischendrin ein wenig glücklich erstrittene, am Ende aber verdiente erste Saisonsieg über Wolfratshausen neue Kräfte freimacht. „Da war schon wichtig für die Mannschaft“, findet Heidenreich. „Wenn du merkst, dass du mithalten kannst, spielt es sich gleich ganz anders.“

Mehr zum Thema