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Unruhe im Club-NLZ: U19 droht Abstieg aus Bundesliga

Sechs Punkte fehlen ans rettende Ufer

Es ist nicht alles Gold, was da glänzt, im Nachwuchsleistungs-Zentrum (NLZ) des 1. FC Nürnberg. Einen deutlichen Beweis für die Problematik liefern die A-Junioren, die in der Bundesliga seit einer Woche Träger der „Roten Laterne“ sind. Mit einer derart negativen Entwicklung hatte Sportvorstand Andreas Bornemann nie und nimmer gerechnet.

Sportvorstand Andreas Bornemann mit NLZ-Leiter und Zweitliga-Trainer Michael Köllner.

 / © Sportfoto Zink

„Wir glaubten, mit einer stabilen Mannschaft in die Saison gehen zu können“, räumt er ein, „rechneten aber keineswegs mit einem Spitzen­platz.“ Doch die aktuelle Situation ist wie ein Keulenschlag für den Verein, der in den letzten Jahren viele Talente wie Patrick Kammerbauer, Patrick Erras oder Lukas Mühl in den Profi­fußball empor gehoben hat.

Jetzt ist Stillstand angesagt, der natürlich für große Enttäuschung und auch Unruhe sorgt. Der Sportvor­stand ist sichtlich bemüht, Ruhe und Gelassenheit zu bewahren: „Gründ­liche Analysen sind angesagt. Wir ver­fallen aber keineswegs in einen hekti­schen Aktionismus.“ Manche Spielereltern üben hinter den Kulissen Kritik an Trainer Daniel Winter. Bornemann nimmt diesem bri­santen Thema mit einem Hinweis auf die erfolgreiche Tätigkeit von Winter in der vergangenen Saison die Schärfe: „Man darf nicht vergessen, dass Daniel mit der U17 die Rück­kehr in die Bundesliga gelungen ist.“ Die U19 muss den Klassenerhalt unbedingt schaffen, denn bei einem Abstieg in die Bay­ernliga müsste man damit rechnen, dass die Talente aus der U17 dem Club Adieu sagen würden, denn sie wollen in der höchs­ten Liga spielen. An Interessenten mangelt es nicht. Vor allem der FC Bay­ern München mit seinen finanziellen Möglichkeiten „bedient“ sich liebend gerne am Valz­nerweiher, wie Bornemann erzählt: „Erst vor kurzem sind vier unserer Talente zu den Bayern abgewandert. Wir haben keine Chance, obwohl wir auch Millionen in das NLZ stecken.“ 

Er pocht darauf, dass der Club den Talenten eine ausgezeichnete Ausbil­dung garantiere und ihnen den Sprung ins Profigeschehen ermögli­che. Aber er weiß auch genau, dass Geld die Welt regiert und neben dem FC Bayern auch andere Klubs wie die TSG Hoffenheim und der VfB Stutt­gart immer wieder in fremden Jagdre­vieren wildern. Bornemann setzt dage­gen auf Heimatverbundenheit und Vernunft von ehrgeizigen Eltern: „Es ist doch ein Vorteil, wenn Talente ihren Weg in der Nähe ihrer Heimat gehen.“ NLZ-Boss ist nach wie vor Cheftrai­ner Michael Köllner, der mit der Dop­pelbelastung fertig wird. „Michael ist fußballverrückt und vernachlässigt diese Aufgabe auf gar keinen Fall“, betont Bornemann.

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