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TV 48 Erlangen und SC Eltersdorf: Gemeinsam stärker

Kooperation im Jugendbereich

Der TV 48 Erlangen und der SC Eltersdorf bündeln ihre Kräfte im Jugendfußball fortan und wollen so Nachwuchskicker beider Seiten noch besser fördern.

Je nach Entwicklungsstand können die Fußballer beim SC Eltersdorf und dem TV 48 Erlangen zukünftig optimal gefördert werden - und schaffen es vielleicht auch mal in die Bayernliga.

 / © Zink

Die einen spielen in der Bezirksliga, die anderen in der Bayernliga. Die einen haben ihr Vereinsgelände im Erlanger Westen, die anderen im Stadtsüden. So viel haben der Turnverein 1848 Erlangen und der SC Eltersdorf nicht nur auf den ersten Blick nicht gemein, so ist der TV der abteilungs- und mitgliederstärkste Sportverein der Stadt, der SCE hat gerade einmal neun Sparten, die Skiabteilung mitgezählt. Und doch machen beide Fußballabteilungen nun gemeinsame Sache – im Jugendfußball der B- und A-Junioren.

„Warum immer gegeneinander“, fragt Joachim Uhsemann, Manager der Seniorenfußballer in Eltersdorf, „wenn gemeinsam doch sehr viel erfolgreicher sein kann.“ Vor allem, wenn es ohne ein Miteinander nur schwierig oder vielleicht in naher Zukunft gar nicht mehr weitergegangen wäre: „Wir haben vor einigen Jahren ja hundert Jugendliche auf einen Schlag verloren“, erzählt Uhsemann, massive Differenzen mit dem damaligen Jugendleiter waren die Ursache. „Darunter leiden wir noch immer, dieses Loch werden wir so schnell auch nicht mehr stopfen können.“ Daher hat Uhsemann vergangene Saison beim Turnverein angefragt, ob man nicht kooperieren könne. „Mit dem TV und Abteilungsleiter Max Bittner arbeiten wir seit Jahrzehnten hervorragend zusammen, das sind zuverlässige Partner.“ Genau so sieht das auch Bittner, der sagt: „Wir haben ein enges Verhältnis zum SC Eltersdorf. Mit Joachim Uhsemann gibt es dort jemanden, der einen hohen fachlichen wie sachlichen Fußballverstand besitzt.“

 Konkret bedeutet das jetzt, dass in der B- und A-Jugend Spielgemeinschaften unter dem Namen SC Eltersdorf/TV 48 Erlangen im Spielbetrieb stehen. „So können wir den Jugendlichen je nach Leistungs- und Entwicklungsstand, Breiten- oder Leistungssportgedanken ein optimales Angebot bieten“, sagt Marc Themann, seit einem Jahr Jugendleiter beim Turnverein und damit Herr über 22 Jugendteams und mehr als 350 Jugendliche. So kamen in der Saison 2017/18 erstmals acht Jugendfußballer aus Eltersdorf in die neue B-Jugend, wo der TV Bezirksoberliga spielt. Die SCE-B-Jugend wurde zur B2 in der Kreisliga. „Eine tolle Möglichkeit für den jüngeren Jahrgang bei uns, fortan immerhin in der Kreisliga zu spielen“, sagt Themann.

Wenn beim älteren Jahrgang Spieler körperlich noch nicht in der Bezirksoberliga mithalten können, versauern sie nicht auf der Auswechselbank, sondern können sich in der B2 zwei Ligen tiefer in Ruhe entwickeln. In der A-Jugend ist es dasselbe: Hier ist der Turnverein über die Relegation in die Landesliga aufgestiegen, was Eltersdorf doppelt zugute kommt: Sportlich wäre der SCE aus der BOL abgestiegen, doch dank des Aufstiegs vom TV wurde ein Platz frei – den nun die gemeinsame A2- Jugend einnimmt. „Hier mussten die Eltersdorfer zu uns wechseln, um auch in der A1 eingesetzt werden zu können“, erklärt Themann. Denn eine SG darf nur bis zur Bezirksoberliga bestehen.

Um den Talenten aus Eltersdorf die Möglichkeit zu geben, Landesliga zu spielen, mussten sie sich dem Turnverein anschließen. Für Joachim Uhsemann ist das kein Problem, im Gegenteil: „Uns geht es in erster Linie um die optimale Förderung von Jugendfußballern. Danach erst darum, wer irgendwann einmal in welcher Herrenmannschaft spielt.“ Auch da gilt dann Durchlässigkeit: Kreisklasse, Bezirksliga und, für die ganz starken Talente, Bayernliga. Das wiederum irritiert TV-Jugendleiter Themann nicht: „Die ganz großen Talente würden uns sowieso verlassen. So gehen sie zum befreundeten SC Eltersdorf – und wenn sie den Durchbruch doch nicht schaffen, eben wieder zurück zu uns.“ Es ist, wie Uhsemann sagt: Warum gegeneinander, wenn man gemeinsam erfolgreicher sein kann.

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