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Bornemann: "Wir stellen das NLZ nicht in Frage"

FCN-Sportvorstand im Interview

Im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des 1.FC Nürnberg läuft es alles andere als optimal. So ist die „U16“ in der Bayernliga Letzter, die „U19“ in der Bundesliga mit sieben Punkten Rückstand in akuter Abstiegsgefahr. Wir sprachen über die unerfreuliche Situation mit Sportvorstand Andreas Bornemann.

"Es gibt viele Mannschaften, die uns Freude machen" - Sportvorstand Andreas Bornemann hat im Nachwuchsbereich aber auch ein paar Sorgenkinder.

 / © Zink / WoZi

Herr Bornemann, bereitet das NLZ nicht große Sorgen?

Andreas Bornemann: Es gibt viele Mannschaften, die uns Freude machen. Die beiden Sorgenkinder sind die „U19“ und die „U16“, von denen wir wussten, dass es schwer würde. Bei der „U19“ war klar, dass sie nicht um Spitzenplätze mitkämpfen würde können. Aber die Substanz müsste, dies bewahrheitet sich leider nicht, ausreichen, um nicht einen Abstiegsplatz einzunehmen.

Hätte ein Bundesliga-Abstieg nicht fatale Folgen für das Gesamtkonzept?

Bornemann: Wir werden in diesem Fall den Spielbetrieb nicht einstellen. Ich muss daran erinnern, dass wir mit der „U17“ schon einmal abgestiegen sind. Trainer Daniel Wimmer hat nicht nur die Rückkehr, sondern in der letzten Saison mit der „U19“ den Klassenerhalt geschafft. Von den Kritikern wird vergessen, dass wir in allen obersten Klassen vertreten sind. Deshalb stellen wir das NLZ auch nicht in Frage.

Muss man auf Grund der Misere nicht an der Qualität von Trainer Daniel Wimmer zweifeln?

Bornemann: Ich bin kein Freund von Trainerwechseln. Vielleicht ist die Situation vor dem Saisonstart zu positiv gesehen worden. Einige Spieler konnten leider die Erwartungen – dies hat sich bei klaren Niederlagen in Testspielen gegen starke Gegner angedeutet – nicht erfüllen. Der erhoffte Leistungsschub ist ausgefallen. Und in einigen Begegnungen konnte sich die Mannschaft nicht belohnen.

Ist eine Trennung von Wimmer wirklich kein Thema? Der Köllner-Freund sitzt also fest im Sattel?

Bornemann: Mir ist nicht bekannt, dass die beiden jeden Abend zusammen essen gehen. Sie kennen sich länger. Nicht vergessen werden darf, dass Daniel Qualität besitzt, in Fachkreisen geschätzt wird. Wir wollen nicht wieder in alte Muster verfallen.

Ist es nur ein Gerücht, oder steht ein Abschied von Publikumsliebling Marek Mintal bevor?

Bornemann: Davon kann keine Rede sein. Marek hat in unseren ständigen Gesprächen betont, dass er sich beim Club sehr wohl fühlt. Derzeit macht er in seiner Heimat Lehrgänge für die Lizenz. Wir werden demnächst mit ihm über seine Zukunft am Valznerweiher sprechen.

Kann er als Trainer auch die „U21“ übernehmen?

Bornemann: Bei uns ist alles denkbar. Nach dem Weggang von Reiner Geyer sind Umstrukturierungen erforderlich und auch noch nicht abgeschlossen. Aufgrund seiner Ausbildung war jetzt noch nicht der richtige Zeitpunkt gegeben.

"Es muss alles zusammenpassen"

Es verwundert, dass für die „U16“ ein Trainer aus Koblenz verpflichtet wird.

Bornemann: Warum eigentlich nicht? Es muss bei der Besetzung alles zusammenpassen: wirtschaftlich und natürlich auch sportlich. Egal ist völlig, woher der Trainer kommt. Es zählt ausschließlich seine Qualität.

Bei vielen Club-Fans löst es Unverständnis aus, dass der eine oder andere Ex-Spieler als Trainer aussortiert wird und auch am Klassemann Tomas Galasek kein Interesse besteht.

Bornemann: Ich halte es für verkehrt, über Personalien zu sprechen. Auch wird nicht aus jedem guten Spieler unbedingt immer ein guter Trainer. Es ist mir zu einfach, immer wieder auf frühere Profis an der alten Wirkungsstätte zu setzen. Wir wollen immer die bestmögliche Besetzung für die freien Positionen.

Hat der 1.FC Nürnberg im Nachwuchsbereich bei der Spielersuche vielleicht auch das Problem, dass er mit den finanziell deutlich besser gestellten Konkurrenten aus dem bayerischen Raum nicht mithalten kann?

Bornemann: Natürlich ist dies der Fall, wie ein Beispiel beweist – nach einem Turnier sind vier unserer Nachwuchsspieler zu Bayern München gewechselt. Diese Problematik kann man nicht den Trainern anlasten. Wir können nicht mit der Geldbörse wedeln, sondern setzen auf die Förderung von talentierten Spielern.

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