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In Winkelhaid lebt die Hoffnung - Ochsenfeld steigt furios auf

Kreisliga-Relegation 1. Runde, Sonntag

Der TSV Winkelhaid und der SV Ochsenfeld feierten souveräne Siege, während der SVO nächste Saison sicher Kreisliga spielt, muss Winkelhaid weiter zittern.

Die Chance auf den Klassenerhalt lebt beim TSV Winkelhaid (schwarz-blau).

 / © Fritz-Wolfgang Etzold

Der Start beider Teams wirkte energisch und intensiv. Die erste Halbchance besaß der Außenseiter aus dem Osten Neumarkts. Thomas Baier passte zu Manuel Nutz, der per Halbfeldflanke Patrick Heindl bediente, wobei dieser die Kugel nicht auf das Winkelhaider Tor drücken konnte. Der Favorit aus Mittelfranken konterte über den rechten Flügel in Person von Patric Winter, welcher Dennis Diaco im Rücken der SVH-Abwehr sah. Diaco drosch das Leder aber aus zwölf Metern über den Kasten der Oberpfälzer (8.). Die noch eher als ausgeglichen zu bezeichnende Frühphase der Partie wurde jäh unterbrochen, als Diacos Ecke den Kopf von Christoph Weghorn am kurzen Pfosten und dieser das Spielgerät in Perfektion ins lange Eck platzierte (11.). Die berühmtberüchtigte kalte Dusche, die aber nur kurz saß. In der 16. Minute chippte Spielmacher Manuel Nutz auf Patrick Heindl, der dem Winkelhaider Worschech eigentlich schon entwischt, von diesem im Elfmeterraum gelegt wurde. Die mitgereisten SVH-Fans forderten lautstark Strafstoß, doch Schiedsrichter Lorenz winkte ab. Zwanzig Minuten waren gespielt, da musste Tempcke mal das Wort ergreifen, denn seine Mannschaft verlor im Aufbau viel zu leicht die Kugel und sah sich schnellen Gegenangriffen des Kreisligisten ausgesetzt. „Wieder Ruhe reinbringen, dann reiß ma‘s wieder an uns“, rief er aufs Feld. Leichter gesagt als getan, denn Winkelhaid machte energisch weiter. Die bis dato fast alles schuldig gebliebenen Höhenberger kombinierten erstmals sehenswert eine Minute vor der Pause. Der frühere Spielertrainer Christoph Blank marschierte durchs engmaschige TSV-Mittelfeld, fand Mitspieler Nutz auf links, der diagonal Maier sah. Instinktiv ließ dieser die Kugel durch die eigenen Beine passieren, denn im Rücken ahnte er, Heindl gesehen zu haben. Dem war auch so, Heindl war allein vor TSV-Torwart Patrick Hinze, scheiterte jedoch an diesem (44.). Zur Pause war festzuhalten: Die 620 Zuschauer sahen kein berauschendes Relegationsspiel, doch ein intensives und spannendes. Vor dem Wiederanpfiff schworen sich Höhenbergs Spieler zwar noch im Kreis auf die zweite Hälfte ein, doch aufgewacht waren sie nicht wirklich. Denn der vor der Pause eingewechselte Wolfgang Beck fasste sich aus 24 Metern ein Herz und zeigte den Zuschauern wortwörtlich, was so einen Sonntagsschuss auszeichnet. Moosburger konnte sich strecken wie er wollte, der Knaller in den rechten Knick war beim besten Willen nicht abzuwehren (46.). Das 2:0 für den Kreisligisten, die Vorentscheidung? Schien so, denn Winkelhaid war deutlich näher am 3:0 als Höhenberg am Anschluss. Das 3:0 ließ ohnehin nicht lange auf sich warten. Winter und Bachmeier spielten unbedrängt einen Doppelpass, sodass Winter allein vor Moosburger ins linke Eck zum 3:0 vollendete (65.). Nach Abpfiff verließen einige Höhenberger Fans Kopfschüttelnd das Sportgelände. Eine NIederlage dieser Art war der Kreisklassist so auch nicht gewohnt, denn in der Saison kassierten die Höhenberger nur einmal drei oder mehr Gegentreffer. So feierte der TSV Winkelhaid am Ende den Sieg ausgelassen mit der lautstarken Anhängerschaft. Doch für Winkelhaid ist dieser Sieg erst die halbe Miete, denn im Endspiel um einen möglichen Kreisligaverbleib geht es gegen die Reserve des TSV Kornburg, den der TSV Winkelhaid ebenfalls bezwingen muss. Franz Hable

Für die Rother, die sich gegen den Vizemeister der Kreisklasse West soviel vorgenommen hatten, war es die erste Pleite im Fußballjahr 2018. „Im Prinzip war die Partie schon nach zwölf Minuten entschieden“, fasste Roths Abteilungsleiter Manfred Schmidt nach dem Schlusspfiff zusammen. In der Tat: Denn die Hartmann-Truppe wurde förmlich überrollt und lag nach besagten zwölf Minuten schon mit 0:2 im Hintertreffen. Nur zwei Zeigerumdrehungen nach dem Anpfiff hatte Florian Schabacker einen groben Abwehrschnitzer genutzt und das 1:0 für den SV Ochsenfeld erzielt. Die SpVgg war ob des frühen Rückstandes sichtlich geschockt und brachte überhaupt nichts Zählbares zustande. Viele Abspielfehler waren die Folge der Unsicherheit. Anders dagegen der SVO: Schnell und schnörkellos kombinierten sich die Oberbayern immer wieder vor das Tor. In der 12. Minute passte Schabacker auf Adrian Schiebel und der Ochsenfelder Torjäger, der 18 Punktspieltreffer erzielt hatte, verwandelte eiskalt zum 2:0. „Ochsenfeld hat das sehr clever gespielt. Wir waren einfach zu naiv“, meinte Schmidt. Erst nach 23 Minuten kamen die Rother erstmals gefährlich zum Abschluss. Der Schuss von Leon-Maurice Bock ging jedoch weit am Kasten vorbei. Wenig später kam Marcel Kohl bei einem Zuspiel von Marco Schneider einen Schritt zu spät. Spätestens jetzt war die Partie ausgeglichen, wobei die Ochsenfelder Truppe um Marco Schiebel bei Kontern mit ihren schnellen Stürmern stets brandgefährlich war. Die beste Rother Chance hatte Hartmann (31.), die jedoch SVO-Keeper Andreas Mathes mit Bravour am Pfosten vorbei lenkte. Auf der Gegenseite blockte Michael Morgott einen Schuss Adrian Schiebels und Torwart Patrick Trost verhinderte mit einer Fußabwehr den dritten Gegentreffer. Kurz vor dem Seitenwechsel bot sich der "Spieli" noch einmal eine gute Möglichkeit zum Anschlusstreffer, doch der Schuss von Marcel Kohl (44.) war zu unplatziert. Nach dem Wiederanpfiff war die SpVgg Roth bemüht, konnte sich in der Offensive aber nie entscheidend in Szene setzen. Als dann Florian Drechsler (59.) vorzeitig mit der Ampelkarte zum Duschen geschickt wurde und Adrian Schiebel (63.) das 3:0 für den SVO erzielte, war die Begegnung bei sommerlichen Temperaturen entschieden. Selbst der 1:3-Anschlusstreffer durch Sebastian Weikelmann (67.), der von einem Patzer des Ochsenfelder Schlussmanns Andreas Mathes profitierte, ließ bei den resignierenden Rothern keine Hoffnung mehr aufkeimen. Viel zu stark war der Gegner, der in der Folge viele sehr gute Möglichkeiten zu weiteren Treffern ungenutzt ließ. Thomas Dirsch (80.) und Schabacker (82.) vergaben beispielsweise mutterseelenalleine vor dem Tor. Besser machte es der in der 81. Spielminute eingewechselte Josef Mogl: Zwei Ballkontakte, zwei Tore (84. und 85.). Wenig später war Schluss. Während die Ochsenfelder den Aufstieg in die Kreisliga bejubelten, lagen die Rother enttäuscht auf dem Boden. Mit Tränen in den Augen schlich Matthias Hartmann vom Platz. Einen Kommentar zur Leistung seines Teams wollte er nicht abgeben: Zu groß war die Enttäuschung. Eine zweite Chance – wie anfangs gehofft – erhält die SpVgg Roth nicht. Denn weil der TV Hilpoltstein nach der 0:1-Niederlage gegen den TSV Burgfarrnbach den Sprung in die Bezirksliga nicht geschafft hatte, wurde kein zusätzlicher Platz in der Kreisliga frei. „Vielleicht ist es aber auch ganz gut, wenn wir weiterhin in der Kreisklasse spielen“, meinte Schmidt. Norbert Dengler

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