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Vogelhuber schießt Herrieden zum historischen Sieg

Hallenkreismeisterschaft Nbg/Fra Finalturnier

Seit 2008 wird die Hallenmeisterschaft im Kreis Nürnberg/Frankenhöhe ausgespielt, durch einen 4:2-Finalsieg über Türkspor ist die SG Herrieden im Januar 2018 der erste Titelträger, der aus der Frankenhöhe kommt. Gemeinsam mit dem Finalgegner vertritt der Bezirksligist den Kreis nun beim Bezirksfinale am Berliner Platz kommendes Wochenende. Der TSV Buch und der Post SV unterlagen im Halbfinale.

Herrieden holte sich den Titel im Kreis - und 750 Euro Preisgeld.

 / © Janousch

Gruppe A

Ziemlich rasch war Rang eins in Gruppe A vergeben. Türkspor zeigte auch an diesem Tag seine Klasse und war nach zwei Partien bereits nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Dabei war es zunächst Mehmet Menekse, der beim Bezirksligisten für große Spielfreude sorgte - und für Tore. Der 21-Jährige markierte beim 2:0 in der Partie gegen Dombühl, in der die Kuygun-Truppe dem Gegner keinen Raum zur Entfaltung zugestand, für die ersten beiden Türkspor-Treffer des Tages. Auch Herrieden musste sich im Duell der Bezirksligisten der technisch besten Mannschaft zunächst geschlagen geben, wenn auch knapp. Kai Emmendörfer sorgte mit der Spitze für die Führung der SG - durchaus verdient, denn Türkspor wusste mit dem Ballbesitz-Plus auf seiner Seite zunächst wenig anzufangen. Zwar glich - natürlich - Menekse nach einem schnelle Antritt aus, Simon Goldbach aber stocherte den Ball im Liegen zur erneuten Führung für Herrieden über die Linie. Berkan Caglar und Emirhan Karaaslan drehten die Partie dann doch noch für Türkspor, das nun durch den direkten Vergleich Rang eins sicher hatte. Beim abschließenden unbedeutenden 4:0 über Dinkelsbühl trafen Mustafa Jasarevic, Mustafa Köseoglu und Ramazan Yüce.

Rang zwei sicherte sich die SG Herrieden, herhalten musste dafür zum Gruppenabschluss die Wiederauflage des Frankenhöhecup-Finales gegen den FC Dombühl. Und anders als das Aufeinandertreffen letzte Woche war diese Angelegenheit eindeutig. Nach der Niederlage gegen Türkspor und dem etwas verkrampften aber verdienten 3:1-Auftaktsieg Herriedens gegen Dinkelsbühl (Tore: 2x Maximilian Christ, Seybold / Müller) hätte Gegner Dombühl aufgrund des schlechteren Torverhältnisses einen Dreier gebraucht, die SG aber geriet niemals wirklich in Gefahr einer Niederlage. Der FCD fand nur sehr schwer Zugriff auf die Partie und traf zu oft die falschen Entscheidungen. Nach dem 1:0 durch Christ bekam der Tabellenzweite der Kreisliga 1 zwar einen fragwürdigen Sechsmeter zugesprochen, Alexander Häßlein donnerte diesen aber an die Latte. Nach dem 2:0 durch Herriedens Hallen-Freistoßspezialisten Joshua Seybold und Emmendörfers 3:0 per Tunnel war Rang zwei eingetütet. Der heimische Anhang feierte.

Gruppe B

In der stärker eingeschätzten Gruppe B setzte der Post SV seinen Hallenlauf einfach fort und holte sich den Gruppensieg. Anders als in der Parallelgruppe waren hier beide Halbfinaltickets schnell vergeben, zum Abschluss ging es im Duell mit dem TSV Buch noch um Rang eins - und darum, Türkspor aus dem Weg zu gehen. Dem Kreisligisten fehlte im Auftakt gegen den FC Heilsbronn zwar noch etwas die Präzision am Boden, dafür klappte es in der Luft überraschend gut. Mit zwei Kopfballtreffern durch Julius Nestle und Tim Niklaus drehte der Post SV einen 0:1-Rückstand (Lukas Müller nach einer Ecke) in einen 2:1-Sieg. Besser sah es spielerisch im Duell mit der SG Quelle Fürth aus. Bissig verteidigte Post gegen den Landesligisten eine 1:0-Führung (Niklaus durch eine Einzelaktion) und legte am Ende durch Nestle und Arzberger noch zwei Zehnmeter zum 3:0-Endstand nach. Die Quelle, für die nach dieser Niederlage das Turnier gelaufen war, verlor in dieser Partie Keeper Oliver Harnos nach einer Notbremse. Und im Gruppenfinale konnte sich der Post SV aufgrund des besseren Torverhältnisses gar ein Remis gegen den Burgpokal-Titelträger TSV Buch erlauben, hatte zunächst sogar mit zwei Lattentreffern durch Niklaus und Arzberger die besseren Gelegenheiten, geriet aber durch einen Konter, veredelt von Udo Brehm, spät in Rückstand. Aber auch in dieser Partie bewies Post Moral: Stefan Kühnlein tunnelte Buch-Keeper Sven Gordzielik sieben Sekunden vor Ende noch zum Ausgleich.

So reichte es für den TSV Buch, der abgesehen von Brehm und Stefan Fleischmann eine recht junge Truppe schickte, nur für Rang zwei. Mit großer physischer Präsenz und direktem Zug zum Tor ausgestattet, wurde es zum Auftakt gegen Quelle das gewohnt knappe Spiel. Nino Seiler konterte eine Bucher Führung durch Fleischmann noch, 30 Sekunden vor Ende aber besorgte Brehm einen 2:1-Sieg. Knapp war der Dreier auch gegen Heilsbronn, in dieser Partie sorgte Philipp Schindler für den entscheidenden Treffer. 

K.O.-Spiele

Im ersten Halbfinale standen sich so Türkspor und der TSV Buch gegenüber. Türkspor setzte durch seine technische Versiertheit wieder auf Ballkontrolle, rotierte viel und suchte die Lücke, Buch hielt eine stabile Defensivordnung und fuhr bei Balleroberung wuchtige Angriffe. So war die Partie lange Zeit offen, bis 38 Sekunden vor Schluss Caglar in eine schnell ausgeführte Ecke rauschte und für das entscheidende 1:0 und damit auch für die Qualifikation fürs Bezirksfinale sorgte.

Das zweite Halbfinale wurde zur Nervenschlacht. Der Post SV drückte von Beginn an, Herrieden hatte in einigen Situationen das Glück auf seiner Seite. Die Begegnung blieb torlos, wurde mit zunehmenden Verlauf aber immer intensiver und zweikampfbezogener. Der Post SV, der vier Minuten mit vier Teamfouls überstehen musste, hatte in der letzten Minute noch eine gute Gelegenheit durch Kühnlein, der Routinier aber konnte sie nicht nutzen. Somit musste das Sechsmeterschießen her, das auch nach den ersten sechs Schützen (Bastian Göttlicher vergab für Herrieden, Arzberger für Post) noch keine Entscheidung fand. Als Als Emre Hassan Oglu Post-Keeper Lucas Tischhöfer den Ball ins Gesicht semmelte, hatte Niklaus den entscheidenden Versuch auf dem Fuß - aber auch hier behielt der Keeper, Herriedens Geburtstagskind Christoph Kowalski, die Oberhand. Weil Kowalski anschließend auch gegen Posts Cayirci Aliriza parierte, war die Sache durch und die SG im Finale.

Das beste Spiel hob sich das Turnier dann tatsächlich fürs Finale auf. Zwar war die Anfangsphase ziemlich zerfahren, dann aber wurde es packend und torreich - vor allem einer glänzte dabei. Zunächst spitzelte Herriedens Andre Vogelhuber den Ball nach einer Emmendörfer-Vorlage an Türkspor-Keeper Nando Pfeiffer vorbei zum 1:0 ins Netz, gleich danach markierte er mit einem langen Bein sogar das 2:0, profitierte dabei von einer schläfrig wirkenden Türkspor-Defensive. Anschließend fing sich der Nürnberger Bezirksligist und kam durch einen Doppelschlag von Ramazan Yüce zum Ausgleich. Von der erneuten SGH-Führung aber erholte sich die Kuygun-Truppe nicht mehr. Vogelhuber sorgte im Fallen für das 3:2 - auch hier ging die Defensive des Gegner nichts konsequent genug zu Werke. Seybold besiegelte schließlich nach einem von Türkspor-Keeper Pfeiffer in der Vorwärtsbewegung verlorenen Ball den 4:2-Finalsieg. 

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