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Biedermann: EM-Champ ohne Olympia-Norm

Erster Tag der Schwimm-EM: Auch die Freistilstaffel der Damen holt Gold für Deutschland - 21.05.2012 18:54 Uhr

Paul Biedermann hat bei der EM in Debrecen die Goldmedaille über 400 Meter Freistiel gewonnen.

Paul Biedermann hat bei der EM in Debrecen die Goldmedaille über 400 Meter Freistiel gewonnen. © Marius Becker (dpa)


Über 4 x 100 Meter lagen Startschwimmerin Steffen, Silke Lippok, Lisa Vitting und Daniela Schreiber vor den starken Schwedinnen. Die Männer-Freistilstaffel verpasste als Siebte einen erfreulichen Schlusspunkt am ersten Finalabend der EM in Debrecen. Begonnen hatte der Tag mit einem stillen Gedenken an den toten norwegischen Weltmeister Alexander Dale Oen.

In 3:47,86 Minuten gewann Biedermann über 400 Meter Freistil im ersten EM-Rennen das Premieren-Gold für die deutschen Schwimmer, verpasste aber wie bei den deutschen Meisterschaften die Olympia-Norm von 3:47,26. Sein erster EM-Titel überhaupt über die 400 Meter (über die halbe Distanz hatte er bereits 2008 und 2010 gewonnen) hinterließ auch beim Weltrekordler gemischte Gefühle. »Ich bin viel zu verhalten angeschwommen, habe das nicht gemacht, was mein Trainer vorher mit mir besprochen hat», sagte der Hallenser, freute sich dennoch über den Sieg: «Ein Titel ist immer schön.»

Als Medaillengewinner von der WM in Shanghai war Biedermann aber ohnehin für London qualifiziert. «Jetzt muss ich doch leider auf mein Freilos zurückgreifen», sagte der Weltrekordler, der in Berlin bei der deutschen Meisterschaft über 200 Meter die Norm unterboten hatte. Trainer Frank Embacher konnte das Rennen seines Schützlings nicht am Beckenrand verfolgen, weil ihm ein Ordner mit Hinweis auf die enge Halle den Zutritt verweigerte. «Er ist zwei Sekunden langsamer als in Berlin angegangen, positiv stimmen mich die letzten 200, die waren mehr als in Ordnung», sagte der Coach.

Vor zwei Jahren bei der EM in Budapest hatte Biedermann mit einer ähnlichen Renneinteilung gegen Yannick Agnel verloren. Der Franzose fehlte in Debrecen wie auch ein Großteil anderer europäischer Spitzenschwimmer.

Noch im Vorlauf war Britta Steffen nach einer harten Trainingseinheit tags zuvor nur die viertschnellste Vorlaufzeit geschwommen und hatte von einer «echten Herausforderung» gesprochen. Die Doppel-Olympiasiegerin brachte im Finale mit ordentlichen 54,21 Sekunden das deutsche Quartett dann in Front. Silke Lippok hielt die Führung gegen Italiens Ass Federica Pellegrini, gegen die Weltranglisten-Zweite Sarah Sjöström (Schweden) verlor eine tapfere Lisa Vitting die Führung, doch die deutsche Staffel konterte noch einmal. «Dieses Gold verdanken wir unserer Schlussschwimmerin Daniela Schreiber», sagte Steffen.

Die Männer-Staffel mit Christoph Fildebrandt, Markus Deibler, Dimitri Colupaev und Marco Di Carli wurde beim Sieg von Frankreich nur Siebte. Die 400 Meter Lagen der Frauen gewann Lokalmatadorin Katinka Hosszu in 4:33,76. Minuten. Theresa Michalak (Halle/Saale) verzichtete auf einen Start und konzentriert sich auf das Olympia-Ticket über die halbe Distanz.

Auf seine dritten Olympischen Spiele darf sich Helge Meeuw freuen. Über 100 Meter Rücken unterbot der WM-Zweite von 2009 nach langem Trainingsausfall im Halbfinale in 53,80 Sekunden knapp die geforderte Zeit von 53,87. Damit zog er als Schnellster in das Finale von Debrecen am Dienstag ein. «Ich freue mich sehr, aber in London muss ich natürlich schneller sein, da gewinnt man damit keinen Blumentopf», sagte der Mann von Ex-Weltmeisterin Antje Buschschulte.

Über 200 Meter Rücken erreichte Jenny Mensing (Wiesbaden) als Halbfinal-Zweite ebenso den Endlauf am Dienstag wie Brustschwimmer Marco Koch über 100 Meter Brust als Fünfter. Da Christian vom Lehn im Halbfinale scheiterte, darf sich der verletzte Henning Feldwehr weiter Hoffnung auf das Olympia-Ticket machen. Steffen Deibler scheiterte über die 50 Meter Schmetterling als Halbfinal-13. ebenso wie Sina Sutter. 

Marc Zeilhofer und Christian Kunz, dpa

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