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Montag, 24.09.2018

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Forchheims Wässerwiesen trotzen auch der Dauerhitze

Ungewohnter Anblick: Geflutete Flächen neben vertrocknenden Feldern - 22.08.2018 19:00 Uhr

Ein Dorado für Hunde, aber auch für ihre Frauchen und Herrchen: Ein Spaziergang durch eine Wässerwiese — hier zwischen Gosberg und Kersbach — erfrischt. Und für die Natur sind die alten Bewässerungssysteme ideal. © Anestis Aslanidis


Unterwegs zu einem Termin in Igensdorf, mit dem Auto nahe Gosberg: Da sind plötzlich unterhalb von Pinzberg Bilder zu sehen, die beim ersten Blick an eine Oase erinnern — oder an eine Fata Morgana in der flirrenden Hitze: Wiesen, die voller Wasser stehen — und gleich daneben ausgetrocknete Flächen.

Des Rätsels Lösung für diejenigen, die diesen Anblick noch nicht kennen: Die so genannten Wässerwiesen sind ein uraltes (wasser)geschichtliches Phänomen, das vor kurzem sogar von den Vereinten Nationen gewürdigt wurde — als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt.

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Das Prinzip ist einfach: Gräben mit Wehren, deren Entstehung wohl teils bis in die Keltenzeit zurückreicht, haben Anschluss an einen Fluss — im Forchheimer Fall an die Wiesent. Und die Bauern, die das altangestammte Recht an diesem Wasser haben, können ihre Flächen mit dem 2018 besonders ersehnten kühlen Nass fluten.

An der Wiesent soll das nicht scheitern: Ihr Wasserpegel hat sich trotz der Hitze bisher nahezu kaum verändert. Das liegt am riesigen, natürlichen Karst–Wasserspeicher in der Hollfelder Mulde des Jura, erklärt Johannes Mohr vom Landratsamt, dort zuständig für Ökologische Kreisentwicklung und Landschaftspflege.

Wässerwiesen sind ideal für die Ökologie: Nicht nur die Störche freuen sich über geflutete Wiesen. Das Wasser, das durchs Wiesen- oder Ackerland sickert, landet dadurch quasi gefiltert wieder in der Wiesent, Schweb- und Trübstoffe bleiben an Land zurück. Die feuchten Wiesen sind zudem ein idealer Kohlendioxid-Speicher — gut für den Klimaschutz. Auch deshalb arbeitet Mohr mit einem Team daran, bestehende Bewässerungsgräben zu erhalten und alte wiederzubeleben, mitsamt der dafür zuständigen Genossenschaften., die es nur zum Teil noch gibt. Umweltschutz pur, aber schon Jahrhunderte alt. 

Alexander Jungkunz E-Mail

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