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Forschungsprojekt soll viele neue Impulse geben

Großangelegte Studie der Georg-Simon-Ohm-Hochschule und der Stadt Nürnberg zum Thema Nachbarschaftshilfe gestartet - 24.04.2017 20:39 Uhr

Mit den Fragebögen, die per Zufallsstichprobe an die Haushalte verschickt wurden, werden zwei Professorinnen der TH Nürnberg herausfinden, wie in Nürnberg Nachbarschaft funktioniert. Wann helfen sich Nachbarn in der Großstadt und unter welchen Umständen? Das Ziel der Stadt ist, mit den Ergebnissen aus der Studie die Nachbarschaften zu stärken und in den Vierteln ein aufmerksames Zusammenleben zu fördern.

Egal ob Unterstützung beim Einkaufen, Päckchen-Annehmen, Blumengießen oder beim Füttern der Katze: Wie viele Menschen in einer Großstadt wie Nürnberg sind überhaupt bereit, informelle nachbarschaftliche Hilfen zu leisten? Das Team um Doris Rosenkranz und Sabine Fromm von der Fakultät Sozialwissenschaften an der TH Nürnberg untersucht in dieser Studie genau diese Fragestellungen.

Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly unterstützt das Forschungsprojekt und erläutert die Kooperation der Stadt mit der TH: "Für eine solidarische Stadtgesellschaft sind gute nachbarschaftliche Beziehungen von hohem Wert. Die Kooperation mit der Technischen Hochschule wird dazu wichtige Impulse geben."

Befragungen hat begonnen

Gestern startete die Befragung per Post. Unter Einhaltung der Datenschutzrichtlinien hat das Einwohneramt die Adressen im Rahmen einer sogenannten Zufallsstichprobe ermittelt. Die ausgewählten Einwohner im Alter ab 18 Jahren sind damit repräsentativ für die Bevölkerung in Nürnberg. Die Vorstellung der Ergebnisse erfolgt dann im Herbst.

Im Fokus des standardisierten, anonymen Fragebogens stehen vor allem Fragen nach den Formen und dem Ausmaß informeller und institutionalisierter Hilfe in den Stadtteilen. Das damit verbundene Ziel ist, eine Analyse von "Unterstützungsmustern" in den unterschiedlichen städtischen Gebieten zu ermöglichen.

Die Fragen lauten dazu etwa: Unter welchen Umständen helfen sich Nachbarn mit kleinen Gefälligkeiten – und wann eher nicht? Welche Arten informeller nachbarschaftlicher Hilfen lassen sich unterscheiden? In welchen Kombinationen treten unterschiedliche Hilfen auf? Von wem werden diese Hilfen geleistet und angenommen? Und was bedeutet das für das Zusammenleben von Jung und Alt? Viele der Themen berühren grundsätzliche Fragen des Zusammenlebens.

Die Professorinnen Doris Rosenkranz und Sabine Fromm erläutern das generelle Ziel des Projekts: "Mit der Studie wird in Deutschland erstmals private nachbarschaftliche Unterstützung für eine Kommune untersucht. Für die TH hat die gesellschaftliche Verantwortung einen hohen Stellenwert. Wir unterstützen deshalb die Stadt gerne bei einer Studie, die den Zusammenhalt der Gesellschaft befördert."

Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.nachbarn-in-nuernberg.de 

STEFANIE TAUBE

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