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Gespür für Technik und Patienten

Der Beruf des Radiologieassistenten bietet viel Abwechslung - 15.06.2013

Aliza Jändrasch und Christoph Staudinger lernen in ihrer Ausbildung zum medizinisch-technischen Radiologieassistenten sowohl die Physik hinter den Geräten als auch den Umgang mit Patienten. © Siemens/oh


Sie werden aber auch in Unternehmen beschäftigt, in denen Kundenkontakt eine große Rolle spielt. Darum sind bei Staudingers Arbeit zwei Fähigkeiten besonders gefordert: hohes technisches Verständnis und soziale Kompetenz.

Ausgebildet werden MTRAs an Berufsfachschulen. Voraussetzung dafür ist die Mittlere Reife, Fachhochschulreife oder das Abitur. Medizinisch-technische Radiologieassistenten sind auch in der Industrie zu finden, die die entsprechenden Geräte herstellt. „Weil wir aber nicht selbst ausbilden können, kooperieren wir seit zwei Jahren mit der Berufsfachschule in Ingolstadt“, sagt Ute Opitz, selbst MTRA und bei Siemens Medizintechnik verantwortlich für den Kundenservice der Medizin-Software „Syngo“ – in Deutschland und anderen europäischen Ländern. „Interessierte können sich bei uns als MTRA-Systemtechnologe im Gesundheitswesen bewerben, dann schließen sich an die dreijährige Ausbildung noch Seminare und Schulungen in unserem Trainingscenter in Erlangen an und Praktika, etwa im Klinikum Ingolstadt“, erklärt Opitz.

Im ersten Schuljahr wird Theorie gepaukt: Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Anatomie stehen an erster Stelle. „Doch dadurch sollte man sich nicht einschüchtern lassen“, meint Christoph Staudinger. Seine Kollegin Aliza Jändrasch gibt ihm recht: „In der Schule fängt man wieder mit den Grundlagen an. Das ist zu schaffen“, sagt sie. Jändrasch hat gerade ihr erstes Jahr hinter sich und auch schon zwei von sechs Wochen des Krankenpflege-Praktikums.

Sie hat sich wie Staudinger für eine spätere Tätigkeit bei Siemens entschieden. „Technik und Kundenkontakte: Das ist genau das, was ich will“, sagt die junge Frau. Gefordert sind bei Siemens zusätzlich gute Englisch-Kenntnisse und wenn möglich eine weitere Fremdsprache, denn die Mitarbeiter haben auch mit Kunden in anderen Ländern zu tun. Nicht nur telefonisch: MTRAs sollten auch gerne beruflich verreisen. „Jetzt freue ich mich erst einmal auf das zweite Schuljahr. Wir beginnen, die gelernte Theorie praktisch umzusetzen“, berichtet Jändrasch. Das zweite Ausbildungsjahr umfasst unter anderem diagnostische Radiologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin.

Auch der Kontakt zu den Patienten wird trainiert. Einfach ist das oft nicht. Wer eine Untersuchung vor sich hat, bei der auch eine bedrohliche Krankheit diagnostiziert werden könnte, befindet sich in einer Ausnahmesituation. Staudinger war sich dessen von Anfang an bewusst: „Mir war klar, dass ich es manchmal mit schwerkranken Menschen zu tun haben werde und dementsprechend sensibel vorgehen muss.“

Die Aussichten auf eine Anstellung sind gut

Im Augenblick ist er aber mit einer ganz anderen Sache beschäftigt: seinem Examen. Dementsprechend steigt die Spannung. Der angehende MTRA ist dennoch glücklich, denn: „Danach darf ich endlich eigenverantwortlich handeln.“ Zunächst wird er noch am Klinikum Ingolstadt Erfahrungen sammeln. Im halben Jahr Praxis bei Siemens sind außerdem noch weitere Schulungen vorgesehen und zwar in den Bereichen bildgebende Systeme, Kommunikation, Rhetorik, Präsentation, IT-Basiswissen und Grundlagen der Netzwerktechnik.

Wo Staudinger nach seinem Abschluss eingesetzt wird, steht noch nicht fest. Ute Opitz: „Wir fragen im letzten Schuljahr nach den Wünschen der Auszubildenden und prüfen, ob wir eine passende Planstelle haben“, sagt sie. „Wenn ja, setzen wir den- oder diejenige dort ein.“ Etwa fünf Bewerber kommen jedes Jahr über Siemens nach Ingolstadt. Bislang hat keiner von ihnen die Ausbildung abgebrochen. „Das liegt auch an unserem Auswahlprozess“, ist sich Robert Piffel sicher, der bei Siemens Medizintechnik für die technischen und IT-Ausbildungsberufe verantwortlich ist. Interessierte können sich im Internet auf die Vorstellungsgespräche vorbereiten. „Es gibt auf unserer Homepage Tests, die man vor der Online-Bewerbung machen kann“, erklärt Piffel. „Dabei erhält man schon einmal einen ersten Eindruck.“

Die Aussichten auf eine Einstelllung nach dem Examen sind für alle Schulabgänger gut. MTRAs werden gesucht und haben Weiterbildungsmöglichkeiten etwa zum Fachassistenten. Bei Siemens gibt es weitere Möglichkeiten bis hin zu einer Position im Management. Eingesetzt werden die medizinisch-technischen Radiologieassistenten hier im Vertrieb, in der Entwicklung oder im Kundenservice.

Da es sich um eine Ausbildung an einer Berufsfachschule handelt, erhält man keine Vergütung. Siemens zahlt allerdings den Schülern, die sich verpflichten, nach dem Examen direkt ins Unternehmen zu wechseln, ein Stipendium, im ersten Schuljahr 800, im zweiten 870 und im dritten 930 Euro pro Monat.

 

Weitere Infos zum Beruf als MTRA:

www.siemens.de/Ausbildung

www.bbz-ingolstadt.de/ausbildungsberufe/diagnostik/mtra

www.mtawerden.de

http://berufenet.arbeitsagentur.de



  

Elisabeth Porzner-Reuschel/Nürnberger Zeitung

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