Mittwoch, 16.01.2019

|

Hochwertige Bauten, null Vandalismus in Erlangen

Neues Gewobau-Projekt Brüxer Straße in Erlangen ein Beispiel für preisbewusstes und hochwertiges Bauen - 19.06.2018 13:00 Uhr

Durch die Verteilung auf vier Baukörper und deren geschickte Anordnung wirkt das Projekt Brüxer Straße weniger massig, als es die große Zahl, nämlich 164, an Wohnungen vermuten lässt. © Edgar Pfrogner


Veranstaltet vom Kreisverband Nürnberg, Mittel- und Oberfranken im Bund Deutscher Architekten (BDA) – für diesen begrüßte auch die stellvertretende Landesvorsitzende und Erlanger Architektin Annemarie Bosch – ließen sich die Büros Grabow & Klause Architekten in München sowie Hubert Wendler von Wendler Landschaftsarchitekten bdla + Stadtplaner in München in die Karten bzw. in ihre Pläne blicken. Der Eindruck im Publikum: Obwohl es sich bei den vier neuen Wohnblöcken in der Brüxer Straße (darin entstanden 164 überwiegend kleine Wohneinheiten) um eine sparsam mit dem Geld umgehende Architektur handelt, ist ein Projekt entstanden, dass alles andere als "billig" ist.

Der Architekt Wolfgang Klause zeigte in dem gut bebilderten und sinnfällig strukturierten Vortrag, wie durch eine geschickte Anordnung der vier Wohnblöcke Freiräume mit großer Aufenthaltsqualität entstanden sind, auch der leichte Knick der Wohnblöcke lässt interessante Sichtachsen zu. Zudem, habe man, so Johannes Pauler vom Büro der Landschaftsarchitekten, einen Großteil des ursprünglichen Baumbestands erhalten können, was der Einbindung der Wohnblöcke ins Gelände gut getan habe.

Gute Ideen

Dass in den einzelnen Appartments zwar an hochwertiger Ausstattung gespart wurde aber nicht an guten Ideen, macht diese zu attraktiven und hellen Räumen mit gut wohnbaren Grundrissen – eine Meinung, die nicht nur in der Veranstaltung geäußert wurde, sondern offenbar auch von den Bewohnern geteilt wird, wie Gewobau-Chef Gernot Küchler befriedigt konstatiert: "Man könnte auch viel teurer und viel hässlicher bauen."

Der reagierte auch auf Kritik aus dem Publikum, man habe bei dem Projekt die Chance verpasst, wesentlich mehr Wohnraum zu schaffen ("Einfach höher bauen") mit dem Hinweis, dass man mit dem Projekt schon die Obergrenze an (der sonst so gescholtenen) Nachverdichtung erreicht habe. Im Übrigen zeige das Projekt auch, dass gute Bauausführung und eine hohe Qualität des Gesamtprojekts eine Art Versicherung gegenüber Vandalismus ist: "Da ist gar nichts."

Gesicht auch durch Nicht-Gebautes

Und durch die gute Begleitung des Projekts habe man auch die geplanten (und zuschussfähigen) Kosten in Grenzen halten können, so dass tatsächlich eine Miete von 5,50 Euro pro Quadratmeter in der Brüxer Straße gehalten werden kann.

Erlangens Stadtplanungsreferent Josef Weber, der den Untertitel "Wer baut die Stadt?" von den Architekten auf die Bürger ausgeweitet sehen möchte ("Die Gesellschaft baut sich ihre Stadt selbst und spiegelt sich in ihrem Werk"), stellte die These auf, dass Stadtgestalt in erster Linie durch Diskussion entstehe, eine Stadt ihr Gesicht auch durch Nicht-Gebautes erhalten. In der Brüxer Straße wird diese Sicht der Dinge allerdings dementiert. 

pm

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: nordbayern.de