Mittwoch, 12.12.2018

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Kriminalroman aus erster Hand

Der fränkische Ex-Polizist Roland Geisler hat Buch im Selbstverlag herausgebracht - 15.12.2014 20:09 Uhr

Krimiautor Roland Geisler schreibt schon am neuen Buch. © Foto: Weigert


Bis vor einigen Jahren war Roland Geisler ein Vorzeige-Beamter. Nach Ermittlertätigkeit in Nürnberg wechselte er zum Zollkriminalamt Köln, danach in das Ermittlungsreferat des Generalbundesanwalts im Bereich Spionage-Bekämpfung. Daneben absolvierte er ein Studium an der Fachhochschule Münster, das er als Diplom-Finanzwirt abschloss. Dann beendete ein Dienst-Unfall die Muster-Karriere. Im Jahr 2012 wurde Geisler, damals 53, in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

„Zum typischen Rentner-Dasein, bestehend aus Enten füttern, Todes-Anzeigen lesen und zum Fenster rausschauen, fühlte ich mich zu jung”, erzählt er. Das bei Polizisten sonst eher unbeliebte Berichte-Schreiben hatte ihm immer Spaß gemacht. Dies in Verbindung mit reicher beruflicher Erfahrung schien ihm eine solide Basis für einen Krimi-Autor. Als Fan der Mystery-Thriller von Dan Brown wollte Roland Geisler von Anfang an einerseits die quasi dokumentarische Geschichte einer rundum korrekten polizeilichen Ermittlung schreiben, andererseits aber auch einen inhaltlich möglichst vielschichtigen und symbolträchtigen Roman.

So entstand nach einjähriger Recherche- und Schreib-Arbeit die erste Fassung des Buches „Dadord Frangn: Massa Confusa und der Tote am Pulversee“. Allerlei wenig erfreuliche Erscheinungen werden da thematisiert. Es geht um Internet-Pornografie, um eine international operierende Söldner-Truppe, um Prostitution und Menschenhandel. Die Morde, die letztlich die Ermittlung in Gang setzen, haben in dem geschilderten Milieu den Stellenwert von Betriebs-Unfällen. „Fast alle Details, auch und gerade die schockierndsten, sind der Wirklichkeit entnommen”, versichert der Autor. Erfunden habe er nur die Rahmenhandlung, in der die nach wie vor mit der Aura des Geheimnisvollen umgebene Freimaurerei eine Rolle spielt. Weil er sich nach der ersten Niederschrift seines Textes nicht automatisch als Schriftsteller gefühlt hat, tat sich Roland Geisler mit der Journalistin Sina Vogt zusammen. Gemeinsam erarbeiteten sie eine Endfassung, die sie mehreren bekannten Verlagen zur Veröffentlichung anboten. „Natürlich war uns klar, dass der Markt für Regional-Krimis schon übervoll ist, aber dass von den Verlagen absolut keine Reaktion kam, hat mich trotzdem enttäuscht”, bekennt Geisler. Dennoch hat er nicht aufgegeben. Schließlich gab es ja die Möglichkeit, selbst Verleger zu werden.

Zu einem richtigen Verlag gehört zuallererst ein gutes, professionelles Lektorat. Ein solches fand sich nach einigem Suchen. Für angemessenes Honorar wurde die „Massa Confusa“ nochmals gründlich überarbeitet, bevor die erste Auflage in einer ungarischen Firma gedruckt und gebunden werden konnte. Der Vertrieb erfolgt seither über den Autor sowie über die Großhändler-Firmen Umbreit, Libri und Koch, Neff & Oetinger. Dazu kam die Unterstützung, die der Autor und Verleger vom Tag der Erstauslieferung an durch die Leitung der Nürnberger Thalia-Buchhandlung erfuhr. Werbewirksam waren allemal die ausführlichen Anerkennungs-Schreiben, die Geisler gleich nach dem Erscheinen seines Roman-Erstlings von den drei fränkischen Polizei-Präsidenten und vom leitenden Oberstaatsanwalt in Nürnberg-Fürth erhalten hat.

In der vierten Auflage

„Was den Absatz anging, waren wir anfänglich noch sehr vorsichtig, unsere erste, im Sommer 2014 erschienene Auflage war entsprechend niedrig”, erinnert sich Roland Geisler. Helferin und Mitautorin Sina Vogt erwartete allenfalls den Verkauf von ein paar hundert Exemplaren bis Weihnachten. Sie sollte angenehm überrascht werden. Aus den „paar hundert“ wurden ein paar tausend Exemplare. „Massa Confusa und der Tote am Pulversee“ ist mittlerweile in der vierten Auflage und mit dem Aufkleber „Der Krimi-Bestseller aus der Frankenmetropole“ auf dem Markt.

Der Erfolg hat Roland Geisler ermutigt, das Ganze als Reihe (unter dem Markenzeichen „Dadord Frangn”) zügig fortzusetzen. Bis spätestens Sommer 2015 soll der zweite Band erscheinen. Auch er liefert wieder eine freie erzählerische Bearbeitung von Erfahrungen, die der Autor in seiner 33 Jahre währenden Zeit als Top-Ermittler sammeln konnte.

Roland Geisler/Sina Vogt: Massa Confusa , Dadord Frangn-Verlag, 283 Seiten, 12,95 Euro. 

BERND ZACHOW

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