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KuKuQ hat Mafiosi und Models im Blick

KunstKulturQuartier macht Menschenrechte zu einem Schwerpunktthema - 05.02.2009

Ein Foto von Letizia Battaglia aus der geplanten Ausstellung «Eine Frau gegen die Mafia». © KuKuQ


Parallel dazu zeigt ab 24. September der Komm-Bildungsbereich Fotos der Italienerin Letizia Battaglia, die mit ihren Bildern über die Mafia und Sizilien bekannt geworden ist und dafür mit dem renommierten Erich-Salomon-Preis der deutschen Gesellschaft für Fotografie ausgezeichnet wurde. Am 30. September startet dann das Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte im Filmhaus.

Vereinigung inhaltlich und räumlich

Über all das und die weiteren 13 Ausstellungsaktivitäten im Jahr 2009 informiert nun ein bunter gemeinsamer Flyer von Kunsthalle, Kunsthaus und Komm-Bildungsbereich, also den drei Ausstellungsinstitutionen im KuKuQ. Kunsthaus und Bildungsbereich liegen beide im Künstlerhaus. Die Kunsthalle ist damit über einen Hof verbunden. Zaghaft versuchen die Einrichtungen nun im zweiten Jahr ihrer Vereinigung auch inhaltlich und räumlich aufeinander zuzugehen. Was, wie KuKuQ-Leiter Matthias Strobel zugibt, schwierig ist. «Einerseits sollen die Marken der einzelnen Häuser erhalten bleiben, andererseits soll man netzwerken ohne Ende«. Und darüber hinaus würden «viele nicht fassbare Erwartungen an das KunstKulturQuartier umherschwirren«. Kein Wunder: Schließlich wurde dafür eine städtische Dienststelle eingerichtet und auch neues Personal eingestellt.

Erfüllen möchte Strobel die Erwartungen unter anderem mit neu gelebter «Nachbarschaftshilfe«. Schließlich geht es, wie Ellen Seifermann auch in punkto Finanzen feststellt, «um die freundliche Umverteilung des Vorhandenen«. Konkret heißt das: Der Komm-Bildungsbereich zeigt seine Mafia-Ausstellung im Kunsthaus und revanchiert sich dafür mit der zeitweisen Überlassung des Künstlerhaus-Kopfbaus an Kunsthaus und Kunsthalle. «Man lernt Räume zu benutzen, die man bisher nicht im Fokus hatte«, sagt Seifermann, die in Personalunion Kunsthallen-Chefin und Leiterin der Abteilung «Kunst und Ausstellungen« im KuKuQ ist.

Die neue Raum-Offenheit ist sicher eine positive Entwicklung, man kann sich aber fragen, ob engere Kooperation nicht auch ohne das aufwändig neu geschaffene Verwaltungskonstrukt möglich gewesen wäre.

Schau von Jürgen Teller

Unter dem neuen KuKuQ-Dach setzen die Institutionen weiterhin auf ihre bisherigen Profile: Der Bildungsbereich stellt die Fotografie in den Mittelpunkt, die Kunsthalle pflegt mit Werken der Belgierin Anne-Mie van Kerckhoven zeitgenössische weibliche Einzelpositionen, verspricht «Science-Fiction-Expressionismus« von André Butzer und «ehrliche Fotografie« des gebürtigen Erlangers Jürgen Teller, der als international gefragter Fotograf hinter die Glanzkulisse der Modewelt blickt . Das Kunsthaus erarbeitet zum Jubiläum des Dürerhauses eine große Ausstellung zum Thema «Lebt und arbeitet in Nürnberg«, in der Kuratorin Petra Weigle «die heutigen Produktionsbedingungen von Kunst« hinterfragen will.

Im kommenden Jahr soll das Ausstellungstrio im KuKuQ Zuwachs durch die Fränkische Galerie bekommen, die bekanntlich in einer Villa in der Blumenstraße entsteht. Andrea Dippel, frisch eingestellte Kuratorin für das Projekt, betont: «Es geht hier um die künstlerische Identität der Stadt.« 

Birgit Ruf

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