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Lese-Häppchen im Amerikahaus

Ein vielgereister Mann spricht über Südstaaten-Literatur - 27.11.2008

Jeweils für ein Jahr werden die Vorträge im DAI unter ein bestimmtes Thema gestellt. Zurzeit ist es die Südstaatenliteratur. © Colourbox


«Diesmal kommt er knapp«, meldet Kathleen Röber, die Programm-Managerin des Deutsch-Amerikanischen Instituts (DAI). Acht überwiegend ältere Frauen und Männer haben sich an einem großen Tisch versammelt, der zwischen englischsprachigen Lexika, Zeitschriften und Büchern steht. Heute steht Carson McCullers «Ballade vom traurigen Café« auf dem Programm.

Geschichte über menschliche Abgründe

Der Referent ist ein blonder, eher kleiner Mann mit Brille. Mit dem Zug kommt er heute aus München angereist (dort wohnt er), doch auch in Potsdam, Berlin, Stuttgart und Saarbrücken ist er oft vertreten. Auf die Minute pünktlich stürmt er zur Tür herein, geht zielstrebig auf den ihm zugedachten Stuhl zu und legt los.

Das Werk, über das er heute spricht, ist eine Geschichte über menschliche Abgründe. Völlig frei, ganz ohne Notizen («Dafür fehlt mir die Zeit«) und trotzdem strukturiert doziert er über die Schriftstellerin, über die Charaktere, die im Buch vorkommen, stellt dies und das zur Diskussion und geht auf die Fragen und Anregungen seiner Zuhörer ein. Zu ihnen gehören viele Lehrer, ein Historiker ist auch darunter. Die einen schreiben fleißig mit, die anderen sehen den Vortrag offenbar eher als abendliche Entspannung.

Vorträge unter bestimmten Thema

Seit 2005 hält der Kultur- und Literaturwissenschaftler Winter regelmäßig Vorträge im DAI. Jeweils für ein Jahr stellt er sie unter ein bestimmtes Thema. Zurzeit ist es die Südstaatenliteratur. «Was danach kommt, wissen wir noch nicht«, sagt Kathleen Röber. Seit dem Umzug des Instituts innerhalb der Gleißbühlstraße habe sich am Programm wenig verändert, erzählt Röber.

Allerdings will und muss sich das DAI aufgrund seiner verkleinerten Fläche stärker nach außen hin präsentieren. Es arbeitet zum Beispiel mit der Stadtbibliothek zusammen oder mit dem Jazzstudio. Auch in Schulen ist das DAI vertreten, etwa mit dem Programm «Battle of the Books«. Im Institut seien ohnehin viele Schüler, sagt die Programm-Fachfrau. Nur die Studenten fehlen ihr. «Leider ist die Amerikanistik der Universität in Erlangen. Aber wenn die Studenten nicht zu uns kommen, dann gehen wir eben zu ihnen«, sagt sie. Darum gibt es auch da Kooperationen.

Südstaatenliteratur im DAI: Richard Ford, «Rock Springs«, Montag, 8. Dezember, 19 Uhr. 

Johanna Finzel

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