Mittwoch, 16.01.2019

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Museum bei Neapel bittet Bundeskanzlerin um „Asyl“

Privates Haus für zeitgenössische Kunst fühlt sich in Italien bedroht - 04.02.2011 20:05 Uhr

Blick auf den Golf von Neapel: Nördlich der süditalienischen Metropole liegt das kleine Museum CAM, das sich in Italien nicht mehr sicher fühlt. © NN-Archiv


Die Kanzlerin soll die „Kunstsammlung adoptieren, um zu verhindern, dass ein bedeutendes kulturelles Erbe verloren geht“. Er bitte um politisch-kulturelles Asyl für seine Sammlung in der Bundesrepublik, schriebt Antonio Manfredi, Direktor des in Casoria nördlich von Neapel angesiedelten Museums CAM (Casoria Contemporary Art), in seinem außergewöhnlichen Hilferuf.

Nach Darstellung des Direktors hat das 2005 gegründete Museum zwei Jahre der Drohungen, der Drohanrufe und des Vandalismus hinter sich. Manfredi führt diese feindseligen Akte auf Ausstellungen des Museums zur neapolitanischen Mafia, zur Immigration, der Zensur und der Pädophilie zurück. Auf seine Bitte nach Schutz und Aufmerksamkeit hätten sämtliche Institutionen jedoch völlig gleichgültig reagiert.

„In Italien scheint bedauerlicherweise von allen Problemen denen der Kultur, ihres Schutzes und ihrer Erhaltung die geringste Bedeutung beigemessen zu werden“, schreibt der Direktor. Er wende sich also an die deutsche Regierung wegen der „Aufmerksamkeit und Sorgfalt“, mit der diese sich sozialen und kulturellen Aktivitäten widme. Manfredi ist bereit, seine zeitgenössische Sammlung nach einer Übersiedlung in Deutschland gemeinsam mit den Mitarbeitern dort zu verwalten.

Das nicht subventionierte Museum ist nach den Angaben seines Direktors auf einer Fläche von etwa 3000 Quadratmetern in einer renovierten ehemaligen Schule entstanden. „Wir haben in den ersten fünf Jahren unserer Tätigkeit rund 1000 Kunstwerke ausgewählt“, so Manfredi. Diese stammten von Künstlern aus über 60 Nationen aus aller Welt. Ziel sei es gewesen, eine internationale Kunstsammlung zu schaffen. 

dpa

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