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Freitag, 21.09.2018

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Liebesgrüße aus der Lederhose

Tom Cruise in „Rock of Ages“ - 14.06.2012

Kaum wiederzuerkennen, nicht wahr? Hollywood-Action-Star Tom Cruise lässt es in seinem neuen Film als Rockstar zumindest gewaltig krachen – und er singt sogar selbst. © Verleih


Hier spielt auch die Lovestory von Sherrie (Julianne Hough) und Drew (Diego Boneta). Sie ist ein Landei aus Oklahoma, die eine Karriere als Sängerin aus Los Angeles machen möchte. Doch schon kurz nach dem sie aus dem Bus steigt, wird Sherrie der Koffer geklaut. Stande pede erscheint Drew auf der Bildfläche. Ein junger Mann mit Wuschelkopf, der im Rock-Tempel „Bourbon Room" buckelt. Doch eigentlich träumt Drew davon, Rockstar zu werden. Er hat auch eine Band. Die trägt den exzentrischen Namen „Wolfgang von Colt“.

Bunt und ziemlich banal

Natürlich kellnert auch Sherrie bald im „Bourbon Room" und man techtelmechtelt. Basierend auf dem gleichnamigen Broadway-Musical erzählt Regisseur Adam Shankman (der vom „Hairspray“-Remake) eine alberne Story mit schrägen Szenen. Das Drehbuch ist dabei vernachlässigenswert.

Dass „Rock of Ages“ trotzdem Spaß macht, verdankt man dem Trash-Faktor. Hier ist alles grell, bunt und banal. Die Handlung überbrückt genaugenommen nur den Zeitraum zwischen zwei Musical-Nummern. Ein Potpourri aus 80er-Jahre-Rock: Joan Jett, Bon Jovi, REO Speedwagon und Guns N’ Roses inklusive.

Die größte Überraschung ist sicherlich Tom Cruise. Der verkörpert den Rock-Gott Stacee Jaxx. Ein schlecht tätowierter Mann mit Muskeln, der sich Scotch von einem Pavian servieren lässt. Böse Zungen behaupten, der Affe sei hier sowieso der ausdruckstärkste Darsteller. Besonders schön die Szene, wo eine Reporterin des „Rolling Stone“ Jaxx die Zunge ins Ohr steckt und danach auf einem Billardtisch jugendfreie Videoclip-Sexposen vollführt. Flankierend singt man Foreigners „I Wanna Know What Love Is“.

Typisch Hollywood

Doch was wird nun aus unserem Liebespärchen? Man trennt sich natürlich. Schuld daran ist die gute alte Eifersucht. Doch dann treffen sie sich unerwartet wieder. Und was eignet sich für so ein Treffen besser als das Hollywood-Symbol auf dem Hügel?

Beiden ist es in der Zwischenzeit nicht gut ergangen. Sherrie: „Ich arbeite als Stripperin.“ Drew: „Ich singe in einer Boyband.“ Das ist auf der Elends-Skala nicht zu toppen.

„Rock of Ages“ ist ein schön sinnfreies Vergnügen. Als eher belanglose Nebenhandlung versucht eine Frauen-Initiative, den von Satan beeinflussten Rock’n’Roll aus Hollywood zu vertreiben. Doch natürlich scheitert dieses Unterfangen. Denn die Initiatorin der Hexenjagd schielt allzu gierig auf Jaxx’ nur kaum in der engen Lederhose verborgenes bestes Stück...

Das Bemerkenswerteste: Neben Cruise singen auch dessen Kollegen Catherine Zeta-Jones, Alec Baldwin oder Russell Brand alles selbst. (ADMIRAL, CINECITTA; Erlangen: CINESTAR)
  

Thomas Susemihl

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