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Meisterin der Provokation: Lady Bitch Ray ist zurück

Die Rapperin bringt ihr erstes Buch "Bitchsm"auf den Markt - 09.10.2012 15:33 Uhr

Lady Bitch Ray litt zwei Jahre lang unter Depressionen.

Lady Bitch Ray litt zwei Jahre lang unter Depressionen. © Ingo Wagner/Archiv (dpa)


Es war klar, dass der Name provozieren muss. "Bitchsm" hat die Rapperin Lady Bitch Ray ihr erstes Buch genannt - und sich den Titel gleich als Marke schützen lassen. Ein "Lifestyle-Guide für selbstbewusste Frauen oder diejenigen, die es werden wollen" soll es sein und ab Mittwoch in den Regalen stehen. Und zwar bei den Sachbüchern, wie die 31-Jährige betont. Wer möchte, bekommt darin erklärt, was Cunnilinguistik ist, wie Penis-Pilates funktioniert oder wie man sich als "Kanacken-Bitch" von Eltern und kulturellen Konflikten unabhängig macht.

Provokation ist Lady Bitch Rays Ding. Das beweisen ihre Rap-Texte, die den harten Jungs wie Sido in Sachen Genital-Sprache in nichts nachstehen. Das beweisen ihre skandalträchtigen Auftritte bei "Schmidt und Pocher" (als Gastgeschenk überreichte sie Moderator Oliver Pocher intime Körperflüssigkeit). Wenig überraschend, dass eine wie Lady Bitch Ray den Zorn Alice Schwarzers auf sich zog.

Die 470 Seiten mit knallpinkem Einband sollen Lady Bitch Ray zurück in die Öffentlichkeit bringen, von der sie sich 2008 weitgehend verabschiedet hatte. Auf einen Zusammenbruch folgte damals eine schwere Depression. "Ich war bestimmt zwei Jahre überhaupt nicht bei mir, ich hab mich nur gequält, zum Psychiater und zur Therapeutin geschleppt", erzählt die Frau mit den Strass-Ohrringen und den pinken Fingernägeln und ist in diesem Moment ganz Reyhan Şahin - so lautet der bürgerliche Name hinter der Kunstfigur.

Nun scheint die Krise überstanden, Lady Bitch Ray ist zurück - und zwar als «Dr. Bitch Ray», wie die silberne Halskette stolz verkündet. Die Deutsch-Türkin hat im Februar ihre Promotion in Linguistik abgeschlossen. "Ich bin ein Mensch, der muss denken. Wenn ich nicht denken kann, wird mir ganz schnell langweilig", sagt sie, und man glaubt es ihr. Auch wenn sie einen rosafarbenen Plüsch-Penis vor sich auf den Tisch stellt, "damit es nicht so langweilig ist."

«Bitchsm» könnte sich gut verkaufen, glaubt Buchmarkt-Experte Holger Ehling. "Wir haben nicht erst seit diesem Jahr das Phänomen, dass Bücher, die in irgendeiner Form zu tun haben mit den Lebensgeschichten von A- bis Z-Promis eine gewisse Popularität erlangen", sagt der ehemalige Sprecher der Frankfurter Buchmesse, wo "Bitchsm" am Mittwoch vorgestellt werden soll. Auch mit dem Fokus aufs Sexuelle liegt Şahin wohl richtig.

  

Teresa Dapp, dpa

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