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Doodles, Maps und Easter Eggs: Google wird 20!

Website blickt an Geburtstag auf einen beeindruckenden Werdegang zurück - 03.09.2018 19:37 Uhr

Das Suchen auf Google hat sich inzwischen sogar zu einem eigenen Verb etabliert, dem "Googeln". Seit einigen Jahren wird es ganz regulär im Duden aufgeführt. © dpa


Google ist aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Die Suchmaschine erleichtert das Leben, ihre Nutzung ist bei vielen ein routinierter Vorgang. Keiner beschreibt Routen so präzise wie Google Maps, zu allen Symptomen werden ohne lange Wartezimmeraufenthalte Krankheiten benannt. Das Suchen auf Google hat sich inzwischen sogar zu einem eigenen Verb etabliert, dem "Googeln". Seit einigen Jahren wird es ganz regulär im Duden aufgeführt. Es beschreibt den Online-Suchvorgang über die Website. Für ein Rezept wird nicht mehr die Oma angerufen, man googelt es einfach. 

Milliarden von Menschen gebrauchen den Suchdienst. Auch die anderen Angebote des Unternehmens werden rege genutzt. Kein Wunder, denn sie sind vielseitig: 'Google Maps' lotst Reisende sicher durch die ganze Welt, 'Google News' bespeist die interessierten Leser mit Nachrichten aus der ganzen Welt. Selbst Büro-Arbeiten können über 'Google Drive' ausgeführt werden. Kurzum: Das Unternehmen ist inzwischen weit mehr als eine bloße Suchmaschine.

Dabei begann es ganz überschaubar: Zunächst unter dem Namen "BackRub" entwickelten die Studenten Larry Page und Sergey Brin an der Stanford University den Vorläufer von Google im Jahr 1996. Weitere Suchmaschinen, wie HotBot oder AltaVista – bis 1999 die bekannteste Suchmaschine – erhöhten damals den Druck auf Google. Zum Erfolg gelangte Google dann zur Jahrtausendwende: Während sich andere Suchmaschinen zu Portalen mit einem größeren Angebot ausbauten, blieb Google bei der reinen Suchfunktion. Die richtige Entscheidung, denn bei den damals noch langsamen Internet-Verbindungen brachte der einfache Aufbau der Seite so schnellere Suchergebnisse als die ausgebauten Portale der Mitstreiter.

Nur Konkurrenz aus China und Russland

Nachdem Google sich am vorherigen Marktführer AltaVista vorbei an die Spitze gekämpft hatte, erweiterte es sein Online-Angebot zu dem Umfang, den die Nutzer heute kennen. Auf dem Markt gibt es kaum noch Rivalen für den Monopolisten. Lediglich die russische Suchmaschine "Yandex" und die chinesische Variante "Baidu" werden in ihren eigenen Ländern häufiger genutzt als Google.

Gibt man "do a barrel roll" ins Google-Suchfeld ein, dann macht der Browser eine Seitwärtsrolle. © Screenshot


Doch was macht Google so beliebt? Es ist nicht nur der einfache Weg, schnell an Informationen zu kommen. Google bietet seinen Nutzern Abwechslung, wie die sogenannten Doodles. Doodles sind Grafiken oder Animationen, die das Unternehmen zu bestimmten Anlässen entwickelt. Beispielsweise zu einem Feiertag werden entsprechende Doodles geschaffen. So hoppeln an Ostern Hasen über den Bildschirm. Auch an Jahrestagen oder Geburtstagen von berühmten Persönlichkeiten sehen die Nutzer Grafiken, Cartoons oder Animationen, die dem Anlass entsprechen. Das erste Doodle schufen Page und Brin schon im Jahr 1998, als sie das 'Burning Man Festival' besuchten. Alle Doodles können übrigens immer noch online abgerufen werden.

Zum 30-jährigen Geburtstag des Arcade-Klassikers "Pacman" bot Google zum Beispiel sogar ein interaktives Doodle an, bei dem die Nutzer das Spiel direkt am Bildschirm spielen konnten.

Eigene Google-Berufszweige 

Auch ihre Events werden gerne genutzt: Vor allem Programmierer, Web-Entwickler und andere Leute, die sich im Online-Umfeld betätigen, greifen auf die vielen Schulungen und Vorträge des Unternehmens zurück. Google teilt sein Erfolgsrezept mit der Menschheit und erklärt, wie man seine eigene Website im Internet präsenter macht. Googles Stellung im World Wide Web ist mittlerweile so wichtig, dass es eigene Berufszweige (SEO-Manager)  gibt, die sich alleine darauf konzentrieren, die eigene Webpage und deren Inhalte so aufzubereiten, dass sie auf Google sofort gefunden werden. 

Bei den 'Easter Eggs' (Ostereiern) beweist das Unternehmen oftmals Humor: Dabei verstecken sie entweder lustige Suchergebnisse oder besondere Funktionen hinter Suchanfragen. Diese werden eher selten angekündigt, da es, wie auch bei der echten Ostereiersuche, darum geht, diese selbst zu entdecken. Eines der bekanntesten Easter Eggs ist zum Beispiel der Befehl im Suchfeld: "do a barrel roll", zu Deutsch: "Mach eine Fassrolle". Nachdem die Eingabetaste betätigt wird, rollt sich der komplette Browser einmal um sich selbst.

Dieses Doodle war dieses Jahr anstatt des Google-Schriftzugs am Vatertag in Brasilien zu sehen. © Screenshot


Google sorgt jedoch nicht nur für Informationen, Erheiterung und Hilfe, sondern löste auch zahlreiche Kontroversen aus. Denn was einmal im Suchverlauf eingegeben wurde, bleibt nicht nur für immer nachvollziehbar im Internet. Google speichert außerdem die Daten seiner Nutzer, wertet diese aus und schickt gezielte Werbung an die Leute. Google protokolliert jede einzelne Suchanfrage, speichert dabei die IP-Adresse, den benutzten Webbrowser, das verwendete Betriebssystem und sogar Datum und Uhrzeit. Nutzer des E-Mail-Dienstes 'Google Mail' müssen außerdem damit rechnen, dass ihre Post gelesen wird.

Die Meinungen über die Suchmaschine mögen noch so kontrovers sein – einige fürchten um ihre privaten Daten, andere bewältigen ohne Google kaum mehr ihren Alltag – das Unternehmen blickt an seinem Geburtstag auf einen beeindruckenden Werdegang.

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Marina Hochholzner E-Mail

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