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Plagiatsvorwürfe: Schavan will Uni-Bewertung abwarten

VroniPlag-Gründer fordert Rücktritt der CDU-Politikerin - 30.05.2012 16:50 Uhr

Augsburg  - Neue Plagiatsvorwürfe gegen Annette Schavan: Die Bildungsministerin soll nicht nur bei anderen, sondern unerlaubt auch bei sich selbst abgeschrieben haben. Schavan schweigt zu den Anschuldigungen. Sie will auf die Bewertung der Uni Düsseldorf warten.

Archivbild: Die gebundene Dissertation von Bundesbildungsministerin Schavan (CDU), aufgenommen am 03.05.2012 in Wuppertal
Archivbild: Die gebundene Dissertation von Bundesbildungsministerin Schavan (CDU), aufgenommen am 03.05.2012 in Wuppertal
Foto: dpa
Archivbild: Die gebundene Dissertation von Bundesbildungsministerin Schavan (CDU), aufgenommen am 03.05.2012 in Wuppertal
Archivbild: Die gebundene Dissertation von Bundesbildungsministerin Schavan (CDU), aufgenommen am 03.05.2012 in Wuppertal
Foto: dpa

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) will auch nach neuen Plagiatsvorwürfen die Bewertung der Universität Düsseldorf abwarten. Sie soll in ihrer Doktorarbeit abgeschrieben haben. «Wer mit Wissenschaft zu tun hat weiß: In dem Moment, wo eine Fakultät Vorwürfe bewertet, reden nicht mehr andere», sagte Schavan am Mittwoch in Berlin. Derzeit prüft ein Gremium der Philosophischen Fakultät der Düsseldorfer Uni die Plagiatsvorwürfe. Wann das Ergebnis vorliegt, ist noch offen.

Der Gründer des Recherchenetzwerks «VroniPlag», Martin Heidingsfelder, hatte Schavan vorgeworfen, an deutlich mehr Stellen abgeschrieben zu haben als bislang bekannt. «Auf über 33 Prozent der Seiten finden sich Plagiate bei Frau Schavan», sagte Heidingsfelder der «Augsburger Allgemeinen» (Mittwoch). Er forderte die CDU-Politikerin erneut zum Rücktritt auf. Noch vor Wochen hatte Heidingsfelder erklärt, die Ergebnisse von «VroniPlag» nicht zu veröffentlichen.

Schavan habe nicht nur auf 65 Seiten von anderen Autoren abgeschrieben und nicht korrekt zitiert, sondern unerlaubterweise auch alte eigene, bereits veröffentlichte Texte übernommen, ohne dies kenntlich zu machen. Nach Angaben von Heidingsfelder finden sich auf 55 Seiten der Dissertation solche «Eigenplagiate», die einen Verstoß gegen die Promotionsordnung der Uni Düsseldorf darstellten. Insgesamt seien damit auf 110 Seiten der gut 350 Seiten starken Doktorarbeit aus dem Jahr 1980 Plagiate enthalten.

Schavan muss sich seit Anfang Mai gegen Plagiatsvorwürfe in ihrer Doktorarbeit im Fach Erziehungswissenschaften verteidigen. Ein anonymer Plagiatsjäger beschuldigt die Ministerin, Quellen in ihrer Dissertation «Person und Gewissen» nicht ausreichend benannt zu haben.

In dem Internet-Blog «Schavanplag» werden dazu zahlreiche Stellen mit Textvergleichen aufgelistet. Schavan hat die Anschuldigungen zurückgewiesen und Aufklärung zugesagt. Für ihre Arbeit als Ministerin werde ihr weiterhin der nötige Respekt entgegengebracht, sagte Schavan.

Wann das Ergebnis des zuständigen Promotionsausschusses vorliegt, sei noch «völlig offen», sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität. Zugleich betonte er: «Der Ausschuss führt seine Arbeit unabhängig von dem, was aktuell in den Medien diskutiert wird, weiter.» Das Gremium aus Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern beschaffe sich dafür die Dissertation und weitere notwendige Literatur im Original. Schavan sagte, sie sei bislang zu keiner Stellungnahme aufgefordert worden.
  

dpa


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