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Bange Stunden für Nepal-Hilfsvereine aus der Region

"Himalaya Friends": Ohnmächtiges Abwarten nach dem Erdbeben - 26.04.2015 20:59 Uhr

Die Erdstöße lösten am Mount Everest Lawinen aus, die ein Basislager für Bergsteiger verwüsteten und zahlreiche Menschenleben forderten. © AFP, Reuters


Im Hintergrund ragen die Bergketten auf. Grüne und braune Hänge, über zweitausend Meter hoch. Davor das Häuserdickicht von Kathmandu, bunte, aufeinandergestapelte Würfel.

Das sind die Bilder, die Margit Eggemann von der Hauptstadt Nepals im Kopf hat. Der Blick von der Dachterrasse ihres Hotels, das sie erst vor ein paar Tagen nach einem dreiwöchigen Aufenthalt verlassen hat. Zusammen mit ihrem Sohn, den sie in dem Land vor acht Jahren adoptierte.

Für den Zwölfjährigen war es die erste Rückkehr nach Nepal. „Ich wollte ihm zeigen, wo er herkommt, wo seine Wurzeln sind“, sagt Eggemann. Jetzt muss sie ihm erklären, dass nichts mehr so ist, wie er es gesehen hat. Im Kathmandu-Tal liegt seit dem Beben alles in Trümmern und die 54-jährige Vorsitzende des Zirndorfer Hilfsvereins „Himalaya Friends“ erreicht von dort eine Schreckensnachricht nach der anderen.

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Heftiges Beben in Nepal: Zurück bleiben Trümmer und Verzweiflung

Ein heftiges Erdbeben versetzte Nepal am Samstag in Angst. Zahlreiche Häuser stürzten ein, Menschen wurden unter den Trümmern begraben. Rund 90 Sekunden zitterte die Erde. Laut dem Geologischen Zentrum in Nepal hatte das Beben eine Stärke von 7,6 bis 7,9.


Ein befreundeter Journalist vor Ort schreibt ihr am Sonntag von dem schweren Nachbeben der Stärke 6,7. Davon, dass er und viele andere seit 24 Stunden nichts mehr zu essen haben. Auch das Wasser in Kathmandu werde knapp. Bei nur zehn Grad harrten die Menschen die Nacht über im Freien aus, niemand traute sich aus Angst vor neuen Erdstößen zurück in die Häuser - so sie denn noch standen.

Verhängnisvolle Bauweise

Sehr oft würde in der armen Region sehr einfach, wegen des Platzmangels in dem Tal aber hoch gebaut, sagt Eggemann, die seit über 15 Jahren regelmäßig in Nepal unterwegs ist. Fünf und mehr Stockwerke sind in Kathmandu die Regel. Doch erdbebensicher sind die Gebäude oft nicht - trotz des allseits bekannten Risikos.

Das Beben-Risiko im Kathmandu-Tal ist lange bekannt, die UN mahnten immer wieder zur Katastrophenvorsorge. Bereits vor 81 starben Tausende Nepalesen bei einer solchen Naturkatastrophe © AFP, Reuters


Eigene Projekte verschont

Wenigstens die eigenen Projekte, die ihr 2008 gegründeter Verein „Himalaya Friends“ seit Jahren mit Spenden unterstützt, scheinen von der Katastrophe weitgehend verschont geblieben zu sein. Ein Kinderdorf im Distrikt Dhading Besi, der nahe des Epizentrums nordwestlich von Kathmandu liegt, und ein Heim für Waisen und Halbwaisen im Hauptstadtviertel Kalanki überstanden die Katastrophe fast unbeschadet, so Eggemann.

Auch andere Projekte, die von Hilfsvereinen in Cadolzburg und im Kreis Neumarkt unterstützt werden, blieben verschont. Wohl auch deshalb, weil hier beim Bau auf Erdbebensicherheit geachtet wurde.

Trotzdem könnte sie angesichts der Tragödie in 6500 Kilometern Entfernung verzweifeln, sagt Eggemann. Sie hofft, dass in den nächsten Tagen wenigstens die größte Not der Betroffenen gelindert werden kann und sich auch für sie und den Verein die Möglichkeit ergibt, „gezielt zu helfen“. 

ARNO STOFFELS

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